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Leserbrief
Digital
24.02.2021
27.05.2021 11:36 Uhr

E-ID: Die Leserbriefe

Mit einem Reisepass oder einer Identitätskarte kann eine Person ihre Identität im Alltag beweisen. Im Internet ist dieser Beweis derzeit nur sehr umständlich zu erbringen.
Mit einem Reisepass oder einer Identitätskarte kann eine Person ihre Identität im Alltag beweisen. Im Internet ist dieser Beweis derzeit nur sehr umständlich zu erbringen. Bild: zvg/unsplash
Am 7. März stimmen wir auch über die Elektronische ID ab. Sie ist für die weitere Entwicklung von Online-Geschäften und E-Government-Anwendungen aus Sicht des Bundes wichtig. Was denkt die Ausserschwyzer Bevölkerung über die Vorlage?

Hast du auch was zu dem Thema zu sagen?

Schicke uns deinen Leserbrief mit den Argumenten dafür oder dagegen an redaktion@march24.ch oder redaktion@hoefe24.ch. Spätestens bis 4. März.

Warum ist eine Schweizer E-ID nötig?

Es ist eine reine Schweizer Lösung. Die Identifizierungsdienste ausländischer Tech-Konzerne fallen weg. Das ist gut so und das, was wir wollen. Unsere eigene, schweizerische E-ID ersetzt Passwörter und Logins. Damit lassen sich unsere Schweizer Amtsgeschäfte erledigen und Verträge abschliessen. Altersprüfungen können neu ohne mühselige Umwege über Ausdrucken, Kopieren und wieder Einscannen erledigt werden.

Und ganz wichtig: Der Datenschutz ist geregelt. Alle Daten müssen in der Schweiz nach Schweizer Recht gespeichert werden. Der Besitzer der E-ID bestimmt, wer, welche Daten einsehen darf. Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger sagt dazu: «Jede Bank, jedes Unternehmen, jede Verwaltung, die auf ein vertrauenswürdiges Login angewiesen ist, braucht

heute eine eigene Lösung. Die E-ID hingegen bringt eine gesetzliche Standardisierung der technischen Sicherheit und des Datenschutzes.» Die aktuelle Corona-Krise zeigt, dass die Digitalisierung enorm wichtig ist, dabei zählt neben der Zuverlässigkeit und Sicherheit auch das Tempo. Nutzen wir diese Chance, eine sichere, zuverlässige und zeitgemässe elektronische ID für uns als Benutzer und für unsere Unternehmen einzuführen.

Walter Duss, Kantonsrat, Präsident SVP Kanton Schwyz, Pfäffikon

 

Nein zum digitalen Schweizer Pass

Mit Annahme des «E-ID-Gesetzes», über welches wir am 7. März an der Urne zu befinden haben, würde erstmals ein amtlicher Ausweis kommerzialisiert und durch private Anbieter herausgegeben werden. Der sogenannte «digitale Schweizer Pass». Anstelle eines offiziellen Passbüros würden private Unternehmen wie Banken und Versicherungen neu diese Aufgabe übernehmen, sprich über unsere sensiblen Daten verfügen.

Ich bin ganz bestimmt kein Linker, noch bin ich gegen die freie Marktwirtschaft – ganz im Gegenteil! Dies habe ich in meiner nun mehr über 20-jährigen politischen Tätigkeit mehrfach und auch aus Überzeugung öffentlich dargelegt. Nur gibt es für mich ganz bestimmte Bereiche, welche nun einmal in die Verantwortung der öffentlichen Hand gehören, sprich als eigentliche Staatsaufgaben angesehen werden können. Die Garantie für eine gewisse Grundversorgung wie Wasser und Strom, eine gut funktionierende Infrastruktur (Schulen, Strassen, etc.), und den Service Public – und zwar für uns alle und für alle gleichermassen!

Und hier gehören eben amtliche Dokumente, wie das Ausstellen und die Herausgabe von persönlichen Identitätsnachweisen auch hin. In die Obhut und Aufsicht von staatlichen Stellen und Behörden. Genauso sahen es übrigens auch 35 Prozent der SVP-Delegierten, welche sich gegen das «E-ID-Gesetz» aussprachen. Auch war und bin ich ein Gegner vom sogenannten «E-Voting» – der Möglichkeit elektronisch abzustimmen. Genau gleich wie hier, ist mit der Einführung eines digitalen amtlichen Ausweises die Sicherheit im Bezug auf Datenklau und Missbrauch durch «Hacker», sprich durch Dritte nicht gewährleistet. Nicht umsonst wurde das «E-Voting-Projekt» des Bundes mittlerweile stillgelegt! Wieso also, ein bewusstes Risiko eingehen? Wieso etwas initiieren, was gar nicht notwendig und erforderlich ist? Ja, am Ende gar zu mehr Unsicherheit und Missbräuchen führen wird! 

Ich jedenfalls kann und werde weiterhin mit der «althergebrachten Form» des Identitätsnachweises leben und sage klar nein zum «E-ID-Gesetz» – dem «digitalen Schweizer Pass». In der Gewissheit, dass meine persönlichen Daten sicher aufgehoben sind und im bestehenden gesetzlichen Rahmen auch als vertraulich angesehen und behandelt werden.

Bernhard Diethelm, SVP-Kantonsrat, Vorderthal

Redaktion March24 und Höfe24