Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Region
01.02.2021

Jugendarbeitslosigkeit steigt – aber auf tiefem Niveau

Bild: unsplash
Gastro-, Event- und Tourismusbranche leiden, Schnuppern wird schwieriger, aber dennoch: 2020 fanden 98 Prozent der Schulabgänger eine Anschlusslösung, und die Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen hält sich tief.

Wer letztes und dieses Jahr eigentlich in der Gastronomie, im Tourismus oder in der Eventbranche tätig werden wollte, ist nicht fündig geworden. Wer sich dann nach einem anderen geeigneten Beruf umschaut, wird Schwierigkeiten haben, eine Schnupperlehrstelle zu finden, da viele coronabedingt gestrichen wurden. «Es gibt viele Jugendliche, die mitten in der Berufswahl stehen und krampfhaft suchen, die aber keine Schnupperlehre finden», erzählt Isabelle Lenggenhager, Leiterin des Jugendbüros March. «Und jenen Jugendlichen, die ihre Lehre bereits absolviert haben, schnappen derzeit die  30- bis 50-Jährigen den Job weg.»

Lenggenhager macht sich Sorgen, dass betroffene Jugendliche in ein schwarzes Loch der Depression und der Drogensucht fallen, wenn eine Zukunftsperspektive fehlt. «Wenn man keine Aussichten hat, steckt man sich auch keine Ziele. Jugendliche können nicht gut damit umgehen, planlos zu sein», ist Lenggenhager überzeugt. 

Die Grafik zeigt den Durchschnitt der arbeitslosen Jugendlichen im jeweiligen Jahr an.

«Ich gehe davon aus, dass sich die Situation entschärft»

Hubert Helbling, Vorsteher des Amts für Arbeit, entschärft: «Es mag sein, dass aufgrund der Covid-19-Pandemie die Jugendarbeitslosigkeit vorübergehend noch weiter ansteigt, aber ich gehe davon aus, dass sich die Situation noch dieses Jahr entschärft.» Die weitere Entwicklung sei vom weiteren Verlauf der Pandemie abhängig.

Was sicher ist: Die Zahlen waren letztes Jahr nicht höher als jene im Jahr 2017 und noch lange nicht so hoch wie 2010 (siehe Grafik). Im Vergleich zu 2019 gab es im letzten Jahr im Durchschnitt 34 Jugendliche mehr, die arbeitslos waren. 

Arbeitslose sind vor allem Studien- und Lehrabgänger

Gemäss Helbling sind die meisten arbeitslosen Jugendlichen nicht Volksschulabgänger, die eine Lehrstelle suchen, sondern Jugendliche mit Berufs- oder Studienabschluss. Dies deckt sich mit den Zahlen des Schulenderhebungsberichts, wonach Ende Juni 2020 gar noch 400 Lehrstellen unbesetzt waren und 98,1 Prozent der Schwyzer Schulabgänger eine Anschlusslösung gefunden haben. Das Ergebnis fiel gar noch besser aus als 2019.

Und was ist mit Lehrvertragsauflösungen? Laut Philipp Strässle vom Amt für Berufs- und Studienberatung bewegen sich diese «im normalen Bereich». Es gab sogar weniger Lehrauflösungen als im Jahr 2019: 234 im 2020 gegenüber 262 im Vorjahr.

Anouk Arbenz, Redaktion March24/Höfe24