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Kanton
24.12.2020
24.12.2020 10:45 Uhr

Zoff an zweiter Corona-Demo prophezeit

Wo sind denn hier die Masken?! An der kommenden Kundgebung in Schwyz dürften die Corona-Gegner samt Organisatoren nicht mehr darum herum kommen. (Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger)
Wo sind denn hier die Masken?! An der kommenden Kundgebung in Schwyz dürften die Corona-Gegner samt Organisatoren nicht mehr darum herum kommen. (Bild: Hans-Ruedi Rüegsegger) Bild: Linth24
Die erste Demo gegen die Corona-Massnahmen im November in Lachen hat für ordentlich Wirbel gesorgt. Nun ist die nächste Kundgebung auf den Samstag, 9. Januar, auf dem Hauptplatz in Schwyz angesagt. Die Bewilligung wurde unter strengen Auflagen erteilt.

Ob das gut geht? Auf den Samstag, 9. Januar, lädt das «Aktionsbündnis Urkantone für eine vernünftige Corona-Politik» zu einer weiteren Kundgebung mit Sternmarsch ein. Dieses Mal findet der umstrittene Anlass auf dem Hauptplatz in Schwyz statt, mit Live-Übertragungen nach Altdorf, Stans und Sarnen.

Keine Einsicht nach letzter Demo

Man erinnert sich nur zu gut: Am 21. November fand die erste Veranstaltung dieser Art in Lachen am See statt. Die Reaktionen darauf reichten von Entsetzen bis Begeisterung. Etwa 1000 Menschen kamen, Maskenpflicht und Abstandhalten wurden kaum eingehalten, die Polizei schritt dennoch nicht ein. Jedoch folgten Anzeigen gegen die Redner – darunter SVP-National rat Pirmin Schwander und Satiriker Andreas Thiel – weil sie am Rednerpult keine Gesichtsmaske trugen (wir berichteten mehrmals).

In Schwyz wird den Demonstranten allerdings ein rauerer Wind entgegen wehen. Denn die Behörden machten schnell klar, dass es «ein zweites Lachen mit allen Mitteln zu verhindern » gelte. So umfasst die Verfügung des Sicherheitsdepartements zur Bewilligung denn auch satte sieben Seiten. Das Aktionsbündnis hat bereits Beschwerde gegen die «völlig überzogenen Bewilligungsauflagen» angekündigt und kritisiert den «Verstoss gegen geltendes Recht».

Organisatoren beschweren sich

Dabei stören sich die Organisatoren in erster Linie an der Einschränkung auf lediglich 400 Personen, die sich auf dem Schwyzer Hauptplatz aufhalten dürfen, obwohl dieser locker 1000 Leute aufnehmen könnte. Es sei offensichtlich, dass die Veranstalter mürbe gemacht werden sollen.

Sauer stösst den Veranstaltern auch auf, dass die Maskentragpflicht selbst für Redner während der Rede gelte. Ausdrucksfähigkeit und Mimik werde dadurch stark eingeschränkt. Mit dieser Argumentation treffen sie tatsächlich einen wunden Punkt. Denn Nationalrat Schwander zum Beispiel machte in Lachen nichts anderes, als im Nationalrat Usus ist: Er tritt mit Maske ans Rednerpult, entfernt sie, spricht, zieht sie wieder über und geht von der Bühne.

Aufsicht liegt bei Organisatoren

Total auf Konfrontationskurs geht das Aktionsbündnis Urkantone nicht. Es sieht sich gezwungen, sich an die behördlichen Auflagen zu halten. Und davon gibts noch eine ganze Menge: So müssen sich die Sternmarschteilnehmer anmelden, nicht angemeldete Personen müssen weggewiesen werden. Pro Sternmarschroute dürfen auch höchstens fünf Treichler zum Einsatz kommen, auf dem Rückweg ist das Treicheln untersagt. Die grösste Herausforderung dürfte aber werden, die konsequente Maskentragpflicht und das Einhalten der Abstandsregeln durchzusetzen. Diese Pflicht obliegt nicht etwa der Polizei, sondern den Veranstaltern.

Andreas Knobel