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Lachen
22.11.2020
24.11.2020 11:48 Uhr

Grossaufmarsch an Demo gegen Maskenzwang

Das «Aktionsbündnis Urkantone für eine vernünftige Corona-Politik» lud am Samstagnachmittag zu einer Kundgebung in Lachen. Über 1000 Menschen fanden sich auf dem Joachim-Raff-Platz ein.
Das «Aktionsbündnis Urkantone für eine vernünftige Corona-Politik» lud am Samstagnachmittag zu einer Kundgebung in Lachen. Über 1000 Menschen fanden sich auf dem Joachim-Raff-Platz ein. Bild: Linth24
Über 1'000 Menschen fanden sich am späteren Samstagnachmittag zur Kundgebung gegen Corona-Massnahmen in Lachen ein. Ein friedlicher Anlass mit klarer Forderung: Maskenpflicht abschaffen.

Ein herrlicher November-Nachmittag am Hafen von Lachen, wenn auch recht kühl. Die Sonne verabschiedet sich hinter dem Etzel, taucht den See in prächtiges Farbenmeer. Immer mehr Menschen strömen zum Joachim-Raff-Platz, versammeln sich vor dem Transporter, der als Rednerpult dient. «Wir sind überwältigt, wir hätten nie gedacht, dass so viele kommen», sagt Josef Ender, Sprecher des Aktionsbündnis Urkantone für eine vernünftige Corona-Politik. Und Ender dankt Behörden und Polizei, «dass wir hier sein dürfen». 

Über 1'000 Menschen – Jüngere, Ältere und Familien mit Kindern – lauschen den Voten der Rednerinnen und Redner. Obwohl Ender mehrmals darauf hinweist, dass Maskenpflicht herrscht, trägt kaum jemand eine solche. Was nicht weiter erstaunt, richtet sich die Kundgebung gegen die von Bund und Kanton verordneten Corona-Massnahmen und explizit gegen die Maskenpflicht.

Dialog, Freiheit, Selbstbestimmung

Das Stück Papier oder Stoff vor Mund und Nase ist zwar der «Stein» des Anstosses, aber letztlich ging es den Rednerinnen und Rednern – darunter Nationalrat Pirmin Schwander und Satiriker Andreas Thiel – am Samstagnachmittag um Dialog, Freiheit und Selbstbestimmung und wieder «normal» zu leben. Sie brauche keine Regeln, um auf andere Rücksicht zu nehmen, sagte die Lehrerein Rahel Fabrice, die freigestellt wurde, weil sie keine Maske tragen will. «Keine Maske gleich unsolidarisch, das ist ein scheinheiliges Zeichen. das hat nicht mit Solidarität zu tun.»

Pirmin Schwander stieg mit Maske aufs Rednerpodest und streifte sie dann ab, wie das im Nationalrat üblich ist. «Wir kön nen nichts erreichen, wenn wir die Regeln verletzen, die andere aufgestellt haben», sagte Schwander. Es herrsche ein historisches Schweigen. Er habe bereits im Frühling fundierte Daten verlangt, die die Massnahmen rechtfertigen, habe bis heute keine Antwort erhalten. Er forderte die Anwesenden auf, kritische Fragen zu stellen. «Ohne kritische Fragen gäbe es keine Demokratie.»

Mit Verspätung traf Andreas Thiel ein, eine Autopanne hatte ihn aufgehalten. Und der Satiriker sorgte gleich gleich für Lacher: «Wenn Fasnacht ersetzt wird durch Maskenzwang, dann nimmt euch jemand auf den Arm.» Auch wenn Thiel sein Statement mit Humor vortrug – «ich will meinen Arzt selber wählen und nicht den Bundesrat als Arzt» – ist die Botschaft ernst: «Es geht nicht um Masken, nicht um ein Virus, es geht um die Gesellschaft und ihre Freiheit.»

Juristisches Nachspiel

Es wird dunkel am Lachner Hafen. Zahlreiche Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer zünden Kerzen an. Und bei allem Protest gegen die «von oben» verordneten Massnahmen, kommt eine fast andächtige Stimmung auf. 

Dass die Kundgebung äusserst friedlich verlief, attestiert auch die Kantonspolizei. Nur: Für die Veranstalter wird der Anlass noch ein juristisches Nachspiel haben.  «Trotz mehrmaligen Aufforderungen hielten sich die Teilnehmer nicht an die Maskentragpflicht», schreibt die Schwyzer Kantonspolizei in einer Medienmitteilung. Die Polizei habe aber aus Gründen der Verhältnismässigkeit auf einer Durchsetzung der Maskenpflicht verzichtet «Die Veranstalter der Kundgebung werden nun bei der zuständigen Staatsanwaltschaft zu Anzeige gebracht», heisst es in der Mitteilung weiter. 

Zitate aus Leserbriefen in der heutigen Ausgabe des ‚March-Anzeiger‘ und des ‚Höfner Volksblatt‘. Das erste Zitat stammt...

Gepostet von March24 & Höfe24 am Dienstag, 24. November 2020
Hans-Ruedi Rüegsegger, Redaktion March24 & Höfe24