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Kanton
13.01.2021

Bünter verärgert sogar seine SVP

Der Lachner Alt Regierungsrat René Bünter fand an der Kundgebung gegen die Corona-Politik in Schwyz mehr als deutliche Worte und ging mit seinen ehemaligen Berufskollegen hart ins Gericht. (Bild: Jürg Von der Maur)
Die Schwyzer SVP distanziert sich von ihrem Ex-Regierungsrat René Bünter. Auch ein Ausschluss ist Thema.

«Es gibt auch immer mehr ältere SVP-Mitglieder, die sagen, ‹das wollen wir nicht. Überlegt euch, was getan werden kann.›» Das sagt Walter Duss, Präsident der Schwyzer SVP. Die gezielte Provokation von alt SVP-Regierungsrat René Bünter an der Corona-Kundgebung am Samstag in Schwyz geht nicht spurlos an ihm und der Partei vorbei.

Gleich zweimal bezeichnete René Bünter, der bis vergangenen Sommer selber für die SVP in der Schwyzer Regierung sass, die Kantonsregierungen und den Bundesrat als Verbrecher. «Lassen Sie sich nicht durch Bundesrat und Kantonsregierungen beirren. Ich betone nochmals: Das sind Verbrecher», schloss Bünter sein Votum vor rund 450 Kundgebungsteilnehmern in Schwyz.

Kantonalvorstand sucht Gespräch mit SVP Lachen

Die Reaktionen kamen postwendend. Auch aus seiner Partei. «Wir finden dies als Partei nicht angebracht», erklärte SVP-Präsident Walter Duss. Solche Äusserungen seien nicht das, «was wir wollen und wie wir uns ausdrücken würden». Sogar von einem möglichen Parteiausschluss ist die Rede. Duss persönlich spricht sich zwar eher dagegen aus, weil es ausser zusätzlicher Publizität «meist nichts bringt und nützt».

Ein Ausschlussverfahren sei in der SVP überhaupt ein schwieriges Thema, weil man grundsätzlich einfach Mitglied einer Ortssektion sei. Das heisst: Diese muss entscheiden, ob und wie es weitergehen soll mit einem «fehlbaren » Mitglied. Ein solches Verfahren ist im Fall Bünter in der SVP aber durchaus ein Thema.

Ob das Verfahren eingeleitet wird oder nicht, soll sich noch diese Woche entscheiden. Laut Duss wird nun zunächst der Parteiausschuss die Lage diskutieren und sich dann mit der SVP Lachen – Bünters Partei – besprechen. «Lachen soll einschätzen, ob er der Partei schadet oder nicht», sagt Duss.

Bünter selber ein Verbrecher

«Die SVP muss selber wissen, wie sie damit umgehen will», kommentiert FDP-Präsidentin Marlene Müller den Auftritt Bünters in Schwyz. Sie finde dessen Aussage «schon sehr speziell». Er sei ja in der ersten Welle selber noch Regierungsrat gewesen und demnach selber ein Verbrecher. Müller: «Die Aussage war nicht sehr überlegt.»

«Meiner Meinung nach ging Bünter damit zu weit. Er hat eine Limite überschritten », findet auch CVP-Kantonalpräsident Bruno Beeler. Er ist überzeugt, dass es kaum Strafanzeigen geben werde. Der Regierung rät er davon ab. «René Bünter stellt sich selber noch stärker ins Abseits». Auch SP-Kantonalpräsident Andreas Marty findet die Äusserungen «deplatziert und unangebracht», will aber von sich aus nicht aktiv werden.

Jürg Auf der Maur