Über Weihnachten wurde Vaduz im Fürstentum Liechtenstein von einer tragischen Nachricht erschüttert: Vier Personen wurden tot aufgefunden. Ein 41-jähriger Mann lag am Rheinufer in Sevelen, in Vaduz fanden die Behörden einen weiteren Mann (73) und zwei Frauen (68, 45). Gemäss ersten Erkenntnissen gingen die Behörden damals davon aus, dass es sich um Vater, Mutter und Schwester des Verstorbenen in Sevelen handelte. Mittlerweile gilt diese Annahme als bestätigt. Wir haben berichtet.
Kurz darauf kam Brisantes ans Licht: Wie die Landespolizei Liechtenstein am 25. Dezember kommunizierte, handelte es sich beim Toten in Sevelen um einen leitenden Mitarbeiter der Gemeinde Triesen. Wenige Tage vor seinem Tod wurde der Mann von der Gemeindeverwaltung suspendiert, weil Unregelmässigkeiten in der Gemeindekasse entdeckt wurden. Insgesamt sollen 71'000 Franken fehlen.
Tatmotiv nach wie vor unklar
So weit die Vorgeschichte. Wie die Liechtensteinische Staatsanwaltschaft schreibt, kam bei den Untersuchungen jetzt heraus, wer für den Tod der drei Familienmitglieder verantwortlich ist: Es war mit hoher Wahrscheinlichkeit der eigene Sohn, der später tot am Rhein gefunden wurde.
Aufgrund der Beweislage gehen die Behörden davon aus, dass Vater, Mutter und Tochter zu unterschiedlichen Zeitpunkten an unterschiedlichen Orten in der Wohnung getötet wurden. Als Zeitraum wird der Abend des 23. Dezembers, resp. die Nacht auf den 24. Dezember angegeben. Getötet wurde die Familie mit Messerstichen.
Das Tatmotiv sowie der genaue Ablauf der Tat sind noch nicht ermittelt und die Behörden halten sich bedeckt. Auch ist unklar, wie der Sohn selber zu Tode gekommen ist und warum er in Sevelen aufgefunden wurde. Ein Blick auf Google Maps zeigt aber, dass Sevelen und Vaduz nur einen Katzensprung entfernt sind.