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10.09.2020

Galgenerin und Wollerauer an ICTskills2020

Hier in Bern messen sich Jessica Bühler und Nico Arquint heute und morgen mit den grössten ICT-Talente der Schweiz. (Bild: ICTskills)
Vom 8. bis 13. September finden in Bern die ICTskills2020 statt. An den Schweizer Meisterschaften kämpfen 86 junge Talente in vier Disziplinen um den Schweizer Meistertitel. Darunter auch zwei Ausserschwyzer.

Jessica Bühler aus Galgenen und Nico Arquint aus Wollerau kämpfen heute respektive morgen in Bern um den Schweizer Meistertitel im Bereich Information und Kommunikation.

«Ich mache es einfach, weil es mir Freude bereitet. Meinem Ausbildner habe ich nichts gesagt.»
Jessica Bühler, angehende Mediamatikerin

«Es gibt noch vieles zu tun»


Eigentlich hätte Jessica Bühler geplant, erst in zwei Jahren an die Wettkämpfe zu gehen. Die Mediamatik-Lernende hat vor einem halben Jahr bei den Regionalmeisterschaften in Zürich teilgenommen. «Ich wollte mal schauen, wie diese ablaufen, damit ich darauf hinarbeiten kann», erzählt sie. Zu ihrer Überraschung qualifizierte sie sich dort für die ICTskills2020. Heute, wenige Monate später, startet sie in der Kategorie Mediamatik an den Schweizer Meisterschaften für junge Berufstalente.

Es geht los …

An den Wettkämpfen muss sie ein Marketing- Konzept für einen fiktiven Kunden erstellen und die Massnahmen daraus umsetzen. Diese können beispielsweise Logos, Flyer, eine Webseite und Weiteres sein, die zu realisieren sind. Vier Stunden am Morgen haben die Teilnehmenden dafür Zeit. Nach der Mittagspause geht es mit dem zweiten Prüfungsteil weiter. Nochmals vier Stunden hat sie Zeit, um ein Storyboard für einen Werbespot zu entwerfen. Die meisten Unterlagen zur Vorbereitung auf die Meisterschaft hat sie selbstständig im Internet zusammengesucht. 

Die Ausbildung mitentwickeln

Jessica Bühler macht eine Lehre als Mediamatikerin EFZ bei der Zurich Versicherung in Oerlikon. «Meinem Ausbildner habe ich lange nichts von den ICTskills2020 erzählt, erst wenige Wochen vor dem Wettkampf, weil ich ja dann abwesend bin.» Bühler gefällt es, Projekte anzupacken und etwas zu verbessern. «Wenn ich ein Problem sehe, dann spreche ich die Leute einfach darauf an.» Sie erklärt weiter: «Es freut mich, wenn einer meiner Vorschläge umgesetzt werden kann.»

Das Ziel der 21-Jährigen für die diesjährigen Meisterschaften ist vor allem diese neue Erfahrung, um in zwei Jahren zu den Besten zu gehören – und vielleicht sogar aufs Podest zu kommen. «Mir ist ganz wichtig, dass ich die Freude an der Arbeit nicht verliere.»

«Man könnte so vieles noch lernen in diesem Bereich. Die Informatik-Branche verändert sich, wie ein Schnellzug im Wandel.»
Nico Arquint, Informatiker beim Migros-Genossenschafts-Bund

«Es bleibt spannend bis zum Schluss»


Wahrscheinlich nervös und angespannt sitzt Nico Arquint aus Wollerau heute Abend im Zug nach Bern – sein Zielort: die Schweizermeisterschaften ICTskills2020. Eine Begleitperson reist keine mit, denn in diesem Jahr dürfen keine Zuschauer vor Ort die jungen Berufstalente anfeuern.

Nico Arquint qualifizierte sich an den Regionalmeisterschaften für den Wettkampf und tritt zusammen mit 22 weiteren Teilnehmenden am Freitag in der ICT-Disziplin Systemtechnik an. Er schloss erst vor wenigen Wochen seine Informatik-Lehre ab und arbeitet seitdem in seinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb, dem Migros-Genossenschafts- Bund in Zürich.

Bereits im 2018 angetreten

«Weil ich Vollzeit arbeite, konnte ich mich praktisch nicht auf die Wettkämpfe vorbereiten», gesteht der 20-Jährige. Trotzdem kennt Arquint den Ablauf und was ihn morgen erwarten wird, denn er hat bereits vor zwei Jahren an den Schweizermeisterschaften in Bern teilgenommen und während seiner Lehre einen Vorbereitungskurs besucht.

Unter Zeitdruck

Administrieren, Plattformen entwickeln, betreiben von Umgebungen: Siebeneinhalb Stunden stehen den Teilnehmenden zu, um ein mehrseitiges Dossier mit Aufgaben zu lösen. «Hoffentlich werde ich überhaupt in dieser Zeit fertig. Wenn man bei einer Aufgabe hängen bleibt, dann können manchmal die nächsten nicht gelöst werden», sagt Arquint. In einer Simulationsumgebung mit dem vorinstalliertenBetriebssystem Linux konfigurieren die Teilnehmenden verschiedene Befehle, um auf die Lösung zu kommen.

Dass keine Zuschauer in diesem Jahr anwesend sein dürfen, habe seine Vorteile: «Bei den Wettkämpfen 2018 standen in circa einem Meter Entfernung die Zuschauer neben uns. Einer hat ständig ablenkende Kommentare reingerufen, währenddem wir uns eigentlich hätten voll konzentrieren müssen.»

Nicole Dürst, Redaktion March24 und Höfe24