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Sport
30.11.2021

Die Red Devils müssen die rote Laterne übernehmen

Erneute Ernüchterung: Die Red Devils mussten auch gegen Davos und die Tessiner als Verlierer vom Feld.
Erneute Ernüchterung: Die Red Devils mussten auch gegen Davos und die Tessiner als Verlierer vom Feld. Bild: Franz Feldmann
Nach einem weiteren Wochenende zum Vergessen stehen die Devils nun auf dem letzten Tabellenrang. Zwei Spiele, zwei Niederlagen ist die magere Bilanz.

Die Devils hatten sich für das Wochenende wieder einiges vorgenommen. Am Samstag empfingen die Märchler das drittplatzierte Ticino Unihockey. Die Devils hatten damals im Hinspiel im Tessin schon gut mitgehalten und schlussendlich aufgrund von zu vielen zugelassenen Kontern verloren, welche die Tessiner gnadenlos ausgenutzt hatten. Für den Samstag war die Devise deshalb klar: Defensiv solid stehen und eine gute Balance zwischen Angriff und Verteidigen finden.

Schwächephase im zweiten Drittel

Dies gelang den Märchlern auch recht gut. Die Tessiner haben mit Pablo Mariotti aber auch einen absolut kaltblütigen Schützen in ihrem Team, welcher mit zwei präzisen Abschlüssen im ersten Drittel zwei Treffer für die Tessiner erzielte. Die Devils hielten das Skore aber durch Tore von Piittisjärvi und Soini ausgeglichen. Ihre Schwächephase zogen die Märchler diesmal im zweiten Drittel ein. Drei Tore innert drei Minuten und schon lagen die Devils wieder scheinbar entscheidend im Rückstand. Captain Marcel Bisig tadelte seine Mitstreiter denn auch: «Wieder konnten wir unseren Vorsatz nicht umsetzen. In der Nati-Pause müssen wir auch an unserer mentalen Stärke arbeiten. Solche Durchhänger kosten uns Wochenende für Wochenende die Punkte.» Doch da die Märchler in diesem Spiel die Konter des Gegners im Griff hatten und die Angriffsbemühungen der Offensivabteilung auch Zählbares zustande brachte, glichen die Devils bis zur 49. Minute durch Tore von Studer, Piittisjärvi und Soini aus.

Knappen Vorsprung in der Verlängerung vergeben

Die Zuschauer erlebten eine spannende Partie. In der 53. Minute erzielte Wittenwiler gar den vielumjubelten Führungstreffer für das Heimteam, welches eine starke Vorstellung bot und sich endlich wieder einmal in Torlaune zeigte. Nun hiess es, den knappen Vorsprung zu verwalten. Dies gelang bis 38 Sekunden vor Schluss, ehe Mariotti mit seinem Zuspiel Heiskanen bediente, welcher seinen dritten persönlichen Treffer zum 6:6 erzielte. Die Tessiner hatten nun das Momentum wieder auf ihrer Seite und entschieden schliesslich die Verlängerung durch den dritten Treffer Mariottis. Ein weiterer bitterer Abend für die Märchler, welche sich erneut teuer verkauften und sich immerhin einen Punkt gutschreiben lassen konnten. Trotzdem übernahmen die Devils am Samstagabend die rote Laterne von ULA, welches erstmals in dieser Spielzeit den letzten Tabellenrang verlassen konnte.

Wenige Treffer in Davos

Am Sonntag reisten die Märchler dann ins Bündnerland. Davos, welches auf dem neunten Tabellenrang zu finden ist und die Devils schon aus dem Cup geschossen hatte, schien das Spiel der Devils mittlerweile gut analysiert zu haben und verteidigte gekonnt gegen die anstürmenden Gäste aus dem Unterland.

Nach der Führung durch die Davoser war Tassio Suter für den einzigen Treffer aufseiten der Gäste besorgt, welcher im Powerplay zum 1:1 einschoss. Bei nummerischem Gleichstand sollte den Märchlern an diesem Abend kein einziger Treffer mehr gelingen. Fehlendes Selbstvertrauen, Unvermögen, Pech oder starke Paraden des Davoser Schlussmanns verhinderten ein Tor aufseiten der Devils, während die Davoser nur noch einmal treffen mussten, um dieses Spiel zu gewinnen. Das 3:1 ins leere Tor acht Sekunden vor Schluss setzte den Schlusspunkt auf eine frustrierende Partie, welche die Devils niemals hätten verlieren dürfen.

Ein enttäuschendes Wochenende

Captain Marcel Bisig fand nach diesem enttäuschenden Wochenende nur schwer erklärende Worte und schaute bereits nach vorne: «Wir müssen nun weiter hart an den kleinen Details arbeiten und wieder die einfachen Dinge richtig machen.» Bleibt zu hoffen, dass die Nationalmannschaftspause den Märchlern gut tun wird, denn nach zuletzt solch bitteren Niederlagen wird ein wenig Kopf lüften gut tun.

Thomas Mächler, Red Devils