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25.11.2021

Verschuldeter Kosovare muss gehen

Bild: Unsplash
Das Bundesgericht lehnt die Beschwerde gegen den Entzug der Niederlassungsbewilligung ab.

Ein 46-jähriger Kosovare, der seit 29 Jahren in der Schweiz lebt, muss das Land definitiv verlassen. Nachdem gegen ihn zwischen 2002 und 2012 acht Strafbefehle und Strafurteile ergangen waren und er sich auch nachher straffällig zeigte, entzog ihm das Amt für Migration nach zweimaliger Verwarnung die Niederlassungsbewilligung. Dagegen wehrte sich der Mann bis vor Bundesgericht – aber ohne Erfolg.

Nebst nicht schwerwiegenden strafrechtlichen Verurteilungen belasten den Ausländer auch eine hohe Verschuldung. Gegen ihn liegen für die letzten 20 Jahre Betreibungen und Verlustscheine von über einer Viertelmillion Franken vor. Eine Verschuldung, die auch nach der zweiten Verwarnung durch das Migrationsamt vor zehn Jahren zugenommen hat.

Ernsthaftigkeit bei Schuldensanierung fehlt

Entgegen der Meinung des Kosovaren erachtete das Bundesgericht dies als schwerwiegenden Verstoss gegen die öffentliche Ordnung. Der Mann habe zwar beteuert, er wolle die Schulden zurückzahlen, doch habe er sich nie ernsthaft darum bemüht.

Die Ernsthaftigkeit bei der Schuldensanierung fehle, obwohl sein Lohn inzwischen markant gestiegen sei. Dass er 2020 zudem wegen Misswirtschaft in seiner Unternehmung (mit einem weiteren Verlust von 100 000 Franken) verurteilt worden ist, sei ein wesentliches Indiz dafür, dass er bei der Schuldenanhäufung mutwillig und damit qualifiziert gehandelt habe.

«In keiner Weise» wirtschaftlich integriert

Der Entzug der Niederlassungsbewilligung und somit die Anordnung, die Schweiz verlassen zu müssen, ist laut Bundesgericht auch verhältnismässig. Der Mann sei im Zusammenhang mit seiner Arbeitstätigkeit in der Schweiz immer wieder straffällig geworden. Trotz der Länge seiner Aufenthaltsdauer sei er «in keiner Weise» wirtschaftlich integriert. Da er bis zu seinem 16. Altersjahr im Kosovo gelebt hatte, dort mit einer Schwester und einem Onkel über ein gewisses soziales Netz verfüge, sei die Ausweisung vertretbar.

Ruggero Vercellone, Freier Mitarbeiter March24 & Höfe24