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Wangen
25.11.2021

Corona ist Schuld – STV Wangen sagt Turnshow kurzfristig ab

In der Primarschule Wangen wurden mehrere Schülerinnen und Schüler positiv auf das Coronavirus getestet.
In der Primarschule Wangen wurden mehrere Schülerinnen und Schüler positiv auf das Coronavirus getestet. Bild: Johanna Mächler
Die Turnshow des STV Wangen sollte diesen Freitag stattfinden – nun fällt sie jedoch ins Wasser. Dies hat die Turnfamilie gestern schweren Herzens mitgeteilt. Grund für die Absage sind die gestiegenen Corona-Fallzahlen.

Das tut weh: Die Turnshow des STV Wangen, welche diesen Freitag stattfinden sollte, musste kurzfristig abgesagt werden. Der Grund liegt auf der Hand: Die schweizweit und besonders kantonal hohen Corona-Infektionszahlen. Die Hoffnung, gesellschaftliche Events durchführen zu können, ist in den vergangenen Wochen mehr und mehr geschwunden – Weihnachtsmärkte, Turnerchränzli und andere Feste wurden der Reihe nach abgesagt.

Aufführung ohne die Jungen kommt nicht in Frage

In den Sozialen Medien schreibt der Turnverein: «In den letzten Tagen sind die Fallzahlen vor allem in der Schule Wangen stark angestiegen, was auch diverse mitwirkende Familien und insbesondere auch unsere Jugendriege betrifft.» Die Turnshow, ohne die jungen Mitglieder durchzuführen, kommt für die Turnfamilie Wangen allerdings nicht in Frage: «Eine Aufführung ohne unsere Jugend ist einer richtigen Turnshow nicht würdig.» Doch Trübsal blasen wollen die Veranstalter nicht, in der gestrigen Medienmitteilung schreibt der STV Wangen: «Echte Piraten geben niemals auf. Auf unbestimmte Zeit segeln sie zurück auf hohe See und kommen mit Sicherheit mit Ru(h)m und Ehre zurück.»

Angespannte Corona-Situation in den Schwyzer Schulen

Dass die Schule Wangen derzeit, wie viele andere Schulen, stark vom Virus betroffen ist, bestätigt Schulleiterin Nicole Tettamanti. «Es wurden mehrere Schülerinnen und Schüler aus diversen Schulklassen positiv auf das Virus getestet. Die betroffenen Mädchen und Buben befinden sich in Isolation.» Bisher seien jedoch keine ganzen Klassen in Quarantäne geschickt worden. Auskünfte zu den Zahlen und zum weiteren Vorgehen konnte die Schulleitung gestern nicht geben. «Wir werden morgen mit dem Schulpräsidenten über die Situation sprechen und nach Lösungen suchen, welche die Weiterführung des Unterrichts optimal gewährleisten können », erklärte Tettamanti.

Laut Patrick von Dach, Sekretär des kantonalen Bildungsdepartements, befinden sich aktuell rund zwei Prozent der Schülerinnen und Schüler aufgrund einer Coronainfektion in Isolation. In Zahlen heisst das: Von den 16 400 Buben und Mädchen, welche die Volksschule besuchen, befinden sich 338 in Isolation.

Die zuständige Taskforce des Bildungsdepartements verfolge die Entwicklung laufend, so von Dach weiter. Mögliche Massnahmen würden diskutiert, wobei diese eher in Richtung punktueller Verschärfungen gehe und zwar für die Orte, an denen die Fallzahlen besonders hoch seien.

Die Corona-Fallzahlen verändern sich täglich: Die Grafik zeigt die Fallzahlen von gestern Mittwoch. Die Prozentzahlen wurden aus den tatsächlichen Einwohnerzahlen Ende 2020 ermittelt. Bild: Grafik Anouk Arbenz

Keine gute Entwicklung der Coronazahlen

Generell entwickelt sich die Lage im Kanton Schwyz nicht günstig. Gestern Mittwoch wurden von den 161 000 Einwohnerinnen und Einwohnern des Kantons Schwyz 1506 positive Coronafälle vermerkt. 

Im Kanton Schwyz fallen die impfkritischen Gemeinden wie Alpthal, Steinerberg oder Illgau auf (siehe Grafik oben). Doch nicht nur die Fallzahlen steigen an, auch Inzidenzzahlen und Hospitalisationen.

Handelt es sich bei den aktuellen Zahlen um einen Höchststand an Infizierten? Martina Trütsch, Vorsteherin des Amts für Gesundheit und Soziales: «Nein, der Höchststand der Corona-Fallzahlen hatten wir zu Beginn des Novembers 2020 mit rund 1700 Fällen. Allerdings haben wir aktuell die höchsten 7-Tage und 14-Tage Inzidenzen, das bedeutet Neuinfektionen der letzten 7 oder 14 Tage pro 100 000 Einwohner seit Beginn der Pandemie.»

Auch geimpfte Patienten krank

Wie Frau Landammann Petra Steimen im Interview vom Dienstag sagte, befinden sich im Kanton Schwyz41 Personen in Spitalpflege. Doch was sagen diese Zahlen angesichts der sich rasant ändernden Lage aus? «Die Zahl der Patienten in den Spitälern ändert täglich, teilweise sogar stündlich», bestätigt Martin Trütsch dazu. «Gestern befanden sich 36 Personen in Spitalpflege, davon 29 Personen in innerkantonalen und sieben Personen in ausserkantonalen Spitälern.» Sie präzisiert, dass von den 36 Personen in Spitalpflege 31 Personen ungeimpft und fünf Personen geimpft sind.

Die stetig steigenden Fallzahlen fallen nicht nur in unserem Kanton auf. Obwalden, Nidwalden, die beiden Kantone Appenzell und St. Gallen weisen ebenfalls viele an Covid-19 erkrankten Patienten aus. Kein Geheimnis ist, dass die Bevölkerung in diesen Kantonen impfkritisch eingestellt ist: «Aktuell zeigt sich, dass die Fallzahlen in Kantonen mit einer tieferen Durchimpfungsrate höher sind und schneller steigen, als in Kantonen mit einer höheren Durchimpfungsrate», bestätigt auch Martina Trütsch.

Erika Unternährer und Johanna Mächler, Redaktion March24 & Höfe24