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Sport
25.11.2021

Die jungen Wilden der Lakers rocken die Liga

Verteidiger Nathan Vouardoux (links) ist schon nach kurzer Zeit zu einer tragenden Säule im Spiel der Rapperswil-Jona Lakers geworden.
Verteidiger Nathan Vouardoux (links) ist schon nach kurzer Zeit zu einer tragenden Säule im Spiel der Rapperswil-Jona Lakers geworden. Bild: Keystone
Sie heissen Eggenberger, Wetter, Lehmann, Aebischer, Baragano, Brüschweiler und Vouardoux, spielen bei den SCRJ Lakers und haben eines gemeinsam – wesentlichen Anteil am Höhenflug ihres Klubs.

Nach der nationalmannschaftsbedingten Pause ging die Meisterschaft in der National League weiter. Die Rapperswil-Jona Lakers trafen dabei auswärts auf den EHC Biel, wo sie beim 2:1 den siebten Sieg in Serie feierten, verloren gegen Bern 2:3 und holten am Dienstag auswärts in Langnau einen klaren 4:1-Sieg. Die Lakers liegen derzeit punktgleich mit dem viertplatzierten Biel und nur einen Punkt hinter Zug und Davos auf Platz fünf. Leader Fribourg Gottéron hat nur gerade drei Punkte mehr auf dem Konto. Eine Klassierung, die ihnen vor der Saison wohl nur die wenigsten zugetraut hätten.

Dieser Höhenflug liegt auch an den jungen Spielern. Sie erhalten von Trainer Stefan Hedlund nicht nur viel Eiszeit, sie schiessen auch jede Menge Tore, wie ein Quervergleich innerhalb der National League zeigt. Kein anderes Team setzt dermassen konsequent auf junge Spieler wie die Lakers. Sieben Spieler mit Jahrgang 1998 und jünger werden von Hedlund regelmässig eingesetzt und zahlen dieses Vertrauen in Form von Skorerpunkten zurück. David Aebischer, Inaki Baragano, Yannick Brüschweiler, Nando Eggenberger, Marco Lehmann, Nathan Vouardoux und Gian-Marco Wetter sind nach kurzer Angewöhnungszeit bereits tragende Säulen im Spiel der Lakers. Zusammen haben sie 25 der bisher 72 Tore erzielt. (Dazu kommen noch 26 Assists). Sie sind somit für über einen Drittel der Torproduktion verantwortlich.

Eggenberger zweitbester Schweizer

Wie gut dieser Wert ist, zeigt sich beim Blick auf die Werte der U23-Spieler in den anderen Klubs. Bei Davos kommen die Jungen auf 17 von 79 Toren (21 Prozent), bei Zug liegt dieser Wert bei 7 Prozent und bei Langnau bei 4. Eggenberger ist mit seinen neun Treffern zusammen mit Luca Fazzini, Denis Malgin, Killian Mottet und Inti Pestoni zweitbester Schweizer Schütze der Liga. Nur Routinier Damien Brunner von Biel hat mit zwölf Toren noch öfter getroffen.

SC Rapperswil-Jona Lakers Nando Eggenberger (rechts) gegen EV Zugs Claudio Cadonau. Bild: Keystone

Die sieben jungen Lakers-Spieler stehen im Team von Rapperswil-Jona im Schnitt 13 Minuten pro Partie auf dem Eis. Spitzenreiter ist der 20-jährige Verteidiger Nathan Vouardoux mit 16:01 Minuten Einsatzzeit. Der Ex-Lausanner, der vor seinem Wechsel zu den Lakers nur ein einziges Spiel in der National League absolviert hat, wird sowohl im Powerplay als auch in Unterzahl regelmässig eingesetzt. Nando Eggenberger kommt im Sturm auf rund 15 Minuten Eiszeit pro Partie, der derzeit verletzte Marco Lehmann auf 13:35 Minuten. David Aebischer spielt 13:16 Minuten, Inaki Baragano 11:35, Yannick Brüschweiler 11:12 und Gian-Marco Wetter 10:49.

Lions nur mit zwei Jungen

Das sind Spitzenwerte in der Liga. Zum Vergleich: Beim HC Davos kommen zwar auch sieben Spieler ab Jahrgang 1998 regelmässig zum Einsatz, die durchschnittliche Einsatzzeit beläuft sich bei ihnen aber auf 12:08 Minuten. Meister Zug setzt sechs junge Spieler regelmässig ein. Diese kommen auf 11:21 Minuten Eiszeit pro Spiel. Bei den SCL Tigers sind es ebenfalls sechs Junge, die auf einen Schnitt von 8:25 kommen. Und bei den ZSC Lions erhalten mit Justin Sigrist (15:14) und Enzo Guebey (7:12) nur zwei junge Spieler regelmässig Einsätze in der ersten Mannschaft. Dies, obwohl die Lions über die grösste Nachwuchsorganisation der Schweiz verfügen.

SC Rapperswil-Jona Lakers Stürmer Marco Lehmann (links) gegen EHC Biel Verteidiger Yannick Rathgeb. Bild: Keystone

Bei «Special Teams» führend

Interessant ist auch, wie die Vereine die jungen Spieler in den sogenannten «Special Teams», also in Über- und Unterzahl einsetzen. Auch da liegt der SCRJ vor den anderen Mannschaften. Nando Eggenberger, David Aebischer, Marco Lehmann und Nathan Vouardoux kommen im Powerplay regelmässig zum Einsatz (über eine Minute pro Spiel), Lehmann und Vouardoux zudem auch in Unterzahl. Beim HC Davos werden drei der Jungen regelmässig im Powerplay und/oder Boxplay eingesetzt, bei Langnau und beim ZSC ist es je ein Spieler.

Sportredaktion March24 & Höfe24