Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Sport
25.11.2021
24.11.2021 15:49 Uhr

Niklas Hartweg vor seiner zweiten Weltcupsaison

Impressionen aus Niklas Hartwegs Trainingsalltag.
Impressionen aus Niklas Hartwegs Trainingsalltag. Bild: zvg
Der Wollerauer Biathlet Niklas Hartweg steht am Samstag am Start seiner zweiten Weltcupsaison.

Der Wollerauer Biathlet Niklas Hartweg schaut auf eine gute Vorbereitung auf diesen Biathlon-Winter zurück. «Ich konnte sehr gut trainieren, war nie verletzt. Das ist sehr wichtig für mich.» Im Vergleich zu den letzten Jahren, wo Hartweg vor allem bei den Junioren unterwegs war, hat sich einiges verändert. Nun ist er ein Bestandteil des Schweizer Herrenteams.

Das hat sich in den Vorbereitungen deutlich bemerkbar gemacht. «Ich habe viel mehr im mittelintensiven Bereich trainiert», so Hartweg. Früher lag der Fokus mehr auf hochintensiven Trainings. Das bedeutet, dass die Trainingseinheiten zwar weniger intensiv, dafür aber länger als vorher sind. «Das ging am Anfang recht an meine Substanz», blickt der Wollerauer zurück. «Mit der Zeit habe ich mich aber daran gewöhnt.» Waren es früher in den hochintensiven Trainings zum Beispiel sechsmal vier Minuten Belastung, sind es heute dreimal 20 Minuten. Daran hatte sich Hartwegs Körper zuerst einmal anzugewöhnen. «Vom Trainingsvolumen her habe ich nicht mehr trainiert als die letzten Jahre», so Hartweg weiter. «Was besonders cool für mich ist, ist dass ich als junger Athlet von den erfahrenen viel lernen kann, dass ich gute Inputs von ihnen erhalte.» Kleine Feedbacks der «Alten» helfen ihm enorm.

Super Laufleistungen

Mit Freude hat Niklas Hartweg gemerkt, dass die Trainings und Tipps auch Früchte tragen. In den Selektionsrennen in Idre Fjäll anfangs November konnte er bereits davon profitieren. «Ich war mit der Laufleistung sehr, sehr zufrieden, da konnte ich mit den Besten mithalten.» In hochkarätigen internationalen Rennen wurde Hartweg Zehnter im Sprint und im verkürzten Einzelrennen 14. Das lässt auf einen guten Winter im Weltcup hoffen.

Impressionen aus Niklas Hartwegs Trainingsalltag mit Laufen. Bild: zvg

Neues Gewehr

Aber nicht nur in der Loipe hat es für den Wollerauer Änderungen gegeben. Auch im Materialbereich hat er an den Details gearbeitet. «Im Schiessen habe ich gemerkt, dass sich meine Bedürfnisse verändert haben.» Also hat er kurzerhand sein Gewehr unter die Lupe genommen. Die Handauflage wurde beim neuen Gewehr viel höher gebaut. So hat er beim Stehend-Schiessen ein komfortableres Gefühl. «Nun bin ich beim Schiessen viel entspannter und muss mich nicht so verrenken.» Das gibt ihm mehr Spielraum, im Schiessstand auch Neues in der Schiessposition auszuprobieren.

Impressionen aus Niklas Hartwegs Trainingsalltag mit Schiessen. Bild: zvg

Generell sieht Hartweg, dass in diesem Jahr der Fokus weniger auf das Schiessen gelegt wurde, sondern viel mehr auf die Athletik. Der Wechsel ins Herrenteam verlief für Hartweg problemlos. «Man hat sich ja vorher auch schon gekannt», gibt er zu bedenken, die Biathlon-Familie in der Schweiz ist überschaubar. Da gibt es keine grossen menschlichen Überraschungen mehr. «Die Älteren haben sich bestimmt auch gefreut, dass viele junge Athleten dazustossen, das gibt eine neue Dynamik ins Schweizer Biathlon-Team.»

Im Weltcup voll angreifen

An diesem Wochenende finden in Schweden wieder die ersten Weltcup-Rennen statt. In welchem Hartweg am Start sein wird, wusste er bei seiner Abreise anfangs Woche noch nicht. Fünf Schweizer Athleten stehen für vier Startplätze zur Disposition. «Wir haben eine enorme Leistungsdichte, die Unterschiede innerhalb des Schweizer Teams sind klein.» So wird direkt vor Ort entschieden, wer sich am besten fürs Rennen eignet.

«Wie gesagt, ich habe bewiesen, dass ich mit den Weltbesten mitlaufen kann», ist Hartweg zuversichtlich für einen guten Start im Weltcup an diesem Wochenende. Und wer weiss, vielleicht qualifiziert sich Hartweg bereits in seinem zweiten Winter, wo er regelmässig zu Weltcupeinsätzen kommt, bereits für seine ersten Olympischen Spiele. «Das ist mein grosses Ziel.»

Franz Feldmann, Redaktion March24 & Höfe24