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Sport
18.11.2021

Wendy Holdener ist zurück im Weltcup

Wendy Holdener gibt nach der Verletzungspause ihr Comeback.
Wendy Holdener gibt nach der Verletzungspause ihr Comeback. Bild: Keystone
Nach überstandener Verletzung startet Wendy Holdener am Wochenende in die neue Skisaison. Sie hat ambitionierte Ziele.

Wendy Holdener muss sich Anfang Oktober um ein Jahr zurückgesetzt gefühlt haben. Die Unteribergerin verletzte sich kurz vor dem Saisonstart. Die 28-Jährige brach sich beide Handgelenke. Eine Zwangspause mitten in der Vorbereitung. Wie im letzten Jahr. Ungewissheit über den eigenen Formstand und ein Trainingsrückstand. Wie im letzten Jahr.

Ein schwieriges Jahr

Dieses letzte Jahr war für Holdener nach der Rückkehr von der Verletzung für ihre Verhältnisse ein durchzogenes. Zwar fuhr sie meist konstant auf die vorderen Ränge, aufs Podest reichte es aber nur dreimal. Immer wurde sie Dritte. Die grösste Enttäuschung erlitt sie an den Weltmeisterschaften in Cortina d’Ampezzo. Erstmals seit 2015 reiste sie ohne Medaille von den Titelkämpfen ab, wurde im skandalösen Parallel-Wettbewerb um eine Medaille betrogen. Im Gesamtweltcup, auf den Holdener vor der Saison geschielt hatte, wurde sie nur Zehnte, so weit hinten wie zuletzt 2015. Zusätzlich verpasste sie das Weltcupfinal auf der Lenzerheide wegen einer Corona- Infektion.

Rückkehr am Wochenende

Doch das ist nun alles Schnee von gestern. Holdener hat ihre Verletzung überstanden und erhielt von den Ärzten grünes Licht für die Rückkehr zwischen die Slalomstangen. Die ersten Testläufe bewältigte sie schmerzfrei, weshalb der Rückkehr in den Weltcup an diesem Wochenende nichts mehr im Wege steht. «Levi, ich komme», schreibt Holdener auf Instagram. In Finnland werden am Samstag und am Sonntag zwei Slaloms gefahren.

Vor knapp zwei Wochen brauchte Wendy Holdener im Training in Davos noch Hilfe dabei, ihre Skier und Handschuhe anzuziehen. Am Wochenende wird sie nun bei den beiden Slaloms in Levi alleine an den Start gehen. Bild: Keystone

Training ausschliesslich im Team

Auf diese Saison hat die Unteribergerin einiges geändert. Nach der Trennung von Trainer Klaus Mayrhofer kurz vor der WM trainiert Holdener nun nicht mehr mit einem hauptverantwortlichen Trainer, sondern nur noch im Team. «Ich wollte wieder meine persönliche Ruhe finden. Das habe ich mit dem Entscheid geschafft und bin überzeugt, dass dies der richtige Weg ist», sagt sie. Sie hätten innerhalb des Teams sehr gute Trainer, mit denen sie sich ebenfalls entwickeln könne.

Potential für Podestplätze

Diese Entwicklung soll sie – auch das ist ein alljährliches Déja-vu – zum ersten Slalom-Triumph führen. Denn noch immer fehlt dieser in ihrem Palmarès. Das Niveau wird von Jahr zu Jahr besser, anerkennt auch Holdener. «Das ist cool, dadurch pushen wir uns gegenseitig immer weiter.» Holdeners Entwicklung und ihr Potenzial sollen auch im Riesenslalom weiter nach vorne führen. Im letzten Jahr schied sie dreimal aus, das beste Resultat war ein achter Platz. Dass sie das Potenzial für Podestplätze besitzt, hat sie auch in der Grunddisziplin des Alpinen Skisports schon gezeigt.

Ambitioniert: Die Unteriberger Skirennfahrerin Wendy Holdener will in dieser Saison wieder ganz nach vorne. Bild: Keystone

Doch für sie ist nicht nur das Resultat entscheidend, ob sie mit einem Rennen zufrieden ist oder nicht. «Wenn ich weiss, dass ich alles probiert habe, und mir ein starker Lauf gelungen ist, dann bin ich im Ziel glücklich und mit mir im Reinen.»

Olympia im Hinterkopf

Mit sich im Reinen sein will Holdener auch im nächsten Februar. Dann findet nur ein Jahr nach der WM schon der nächste Grossanlass statt. Die Olympischen Spiele werden auch für Holdener zum grossen Highlight in dieser Saison. «Olympia löst in mir viel positive Energie aus, wenn ich daran denke», so Holdener. Mit gutem Grund: Vor vier Jahren hamsterte sich die Unteribergerin gleich einen kompletten Medaillensatz. Gold mit der Mannschaft, Silber im Slalom und Bronze in der Alpinen Kombination.

Wenn sie fit ist, gehört Holdener besonders in der Alpinen Kombination und mit der Mannschaft wieder zu den Medaillenanwärtern. Doch zuerst muss die Unteribergerin nach ihrer Verletzung wieder in die Spur und Schritt für Schritt zur Höchstform finden.

Lars Morger, Redaktion March 24 und Höfe 24