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22.10.2021

Eltern wehren sich gegen Werbung auf Chindsgibändeln

Das TCS Logo kann mit diesen Dino- und Tierstickern mit 30er-Symbol überklebt werden.
Das TCS Logo kann mit diesen Dino- und Tierstickern mit 30er-Symbol überklebt werden. Bild: zvg
Seit über 40 Jahren wird auf die «Lüchzgis» von Kindergärtlern das Logo des TCS gedruckt. Die Aktion «Kindsgibändel ohne Werbung» produziert nun Tierstickers, um das Logo abzukleben. Grund ist ein politischer…

Beinahe jedes Kind hat ihn schon einmal getragen: den reflektierenden Chindsgibändel. Das grelle Orange macht die kleinsten und schwächsten Verkehrsteilnehmer auf dem Weg zur Schule sichtbar und trägt zu ihrer Sicherheit im Verkehr bei. Seit über 40 Jahren produziert der TCS die Trikis, wie er sie offiziell nennt.

«Der TCS stellt sich zuverlässig quer, wenn es um die Einführung von Tempo-30- oder Tempo-20-Zonen geht», erklärt sich die Koordinatorin der Aktion «Kindsgibändel ohne Werbung» Andrea Hüsser. Sie und gewisse Eltern stören sich daran, dass Kinder «seit Jahrzehnten als Werbesäule des TCS» dienen, welcher sich vermehrt für die Interessen der Automobilisten einsetzt. Mit ihrer Aktion werden Gratis-Stickers verteilt, mit denen das TCS-Logo mit Tiermotiven und 30er-Symbol überklebt werden kann. Die Aktion wird aktuell aus eigener Tasche finanziert.

TCS Sektion Schwyz ist irritiert

Der Präsident der TCS Sektion Schwyz Markus Reichmuth bedauert, dass ein politisches Anliegen über die Chindsgibändel der Kinder transportiert werden muss. «Das Thema Verkehrssicherheit ist tief in den Statuten des TCS verankert und so ist es falsch zu behaupten, dass der TCS generell gegen Tempo-30-Zonen ist. Wir begrüssen und unterstützen Temporeduktionen in Quartieren, insbesondere in der Nähe von Schulen und Kindergärten», stellt Markus Reichmuth klar.

Des weiteren empfindet die TCS Sektion Schwyz die Argumentation der Aktion als unschlüssig. «Einerseits sollen die Kinder nicht als Werbeträger fungieren, für die Anliegen der Aktion ‹Kindsgibändel ohne Werbung› mit den Tempo-30-Tierstickern dann aber schon. Logisch ist diese Argumentation nicht», erklärt Reichmuth. Hüsser hingegen versteht diese Überlegung nicht. «Wir sind keine Organisation, die in Bern politische Interessen vertreten muss und durch diese Werbung etwas verdient. Dies im Gegensatz zum TCS, den im National- und Ständerat eine starke Lobby vertritt.»

Keine Probleme im Kanton Schwyz

Die Einsprachen gegen Tempo 30 stammten von den regionalen Sektionen des TCS,die anders arbeiten als der Mutterverein TCS Schweiz, sagt Hüsser. Von der TCS Sektion Schwyz seien ihr allerdings keine konkreten Tempo-30-Bekämpfungen bekannt,merkt Hüsser an. Sie wisse jedoch, dass die TCS-Sektionen von Zürich, Bern, Basel und Zug seit vielen Jahren die Einführung von Tempo-30-Zonen he¦ig bekämpfen – in Zürich gar bis vor Bundesgericht –, und die Wirkung von Temporeduktionen bezweifeln.

Mia Jule Hähni, Redaktion March24 & Höfe24