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Sport
21.10.2021

Olympia-Medaillengewinnerin soll das Rodeln populär machen

Einführung in den Rodelsport: Nina Reithmayer gibt den Rodel-Talenten erste wichtige Tipps.
Einführung in den Rodelsport: Nina Reithmayer gibt den Rodel-Talenten erste wichtige Tipps. Bild: zvg
Die ehemalige Spitzenrodlerin Nina Reithmayer ist der Liebe wegen ins Glarnerland gezogen. Die 37-jährige gebürtige Österreicherin kümmert sich bei Swiss Sliding nun um den Rodel-Nachwuchs.

An der Einweihungsfeier der neuen Starttrainingsanlage im Sportzentrum Kerenzerberg in Filzbach war auch die ehemalige österreichische Spitzenrodlerin und Olympia-Silbermedaillengewinnerin von Vancouver 2010, Nina Reithmayer, anwesend. Die ehemalige Zugführerin im österreichischen Bundesheer erhielt nach ihren tollen sportlichen Erfolgen 2007 das goldene Verdienstkreuz der Republik Österreich.

Reithmayer ist mit dem ehemaligen Schweizer Bobpiloten Jürg Rohr verheiratet und Mutter der eineinhalbjährigen Tochter Leonie. 2014 verabschiedete sie sich vom aktiven Rodelsport. Danach avancierte Nina Reithmayer beim österreichischen Rodelverband zur Rodel-Schülertrainerin. Seit November 2020 arbeitet sie bei Swiss Sliding als Projektleiterin für den Rennrodel-Nachwuchs in der Schweiz und ist für die Schweiz und Swiss Sliding ein Glücksfall.

 

Glücksfall für Swiss Sliding: Nina Reithmayer wohnt mit Tochter Leonie und Ehemann Jürg Rohr in Filzbach. Bild: Hans Speck

Rodelsport der Schweiz beleben

Die 37-jährigeTirolerin ist für die Gewinnung neuer Talente für das Kunstbahnrodeln verantwortlich. Der im Februar 2021 verstorbene Spartenchef Rennrodeln bei Swiss Sliding, Sepp Benz, hatte Reithmayer als Mitarbeiterin angeworben. Als Benz erfuhr, dass die Olympiamedaillengewinnerin zu ihrem Freund und heutigen Ehemann in die Schweiz zieht, hat er nicht mehr locker gelassen. Ziel dieses neuen Aufgabenbereichs ist es, mehr Schwung in die Nachwuchsarbeit des Schweizer Verbands zu bringen.

Nach mehreren Treffen mit Sepp Benz und den Verantwortlichen bei Swiss Sliding und einer Absage des Jobs in der Klinik als Assistenzärztin kehrte Nina Reithmayer im November 2020 zum Rennrodelsport zurück. Dieses Mal allerdings nicht als Athletin, sondern als Projektleiterin für den Nachwuchs.

«Wir haben bereits zwei sehr motivierte Mädchen aus Filzbach, die einmal in der Woche mit mir trainieren, sich dabei sehr gut anstellen und auch schon zeigen, dass sie versteckte Talente haben.»
Nina Reithmayer

Rodeln soll zum Nationalsport werden

«Leider kamen wir bisher nicht wie geplant voran. Die Coronapandemie machte uns einen riesigen Strich durch die Rechnung, und durch den plötzlichen Tod von Sepp Benz mussten wir uns wieder neu strukturieren. Nun hoffe ich, dass wir endlich Schwung holen und einige Kinder für den Rodelsport begeistern können. Wir wollen Fahrten auf dem Rollenschlitten anbieten und hoffen, damit den Nachwuchs zu begeistern», erklärt Reithmayer.

Geht es nach Swiss Sliding, soll Rodeln zum Schweizer Nationalsport werden. «Zum jetzigen Zeitpunkt ist in der Schweiz der Rodelsport leider eine Randsportart neben Bob und Skeleton. Dies war auch der Grund, dass mich der verstorbene Sepp Benz, mit dem ich jahrelang im Weltcup-Zirkus der Profirodler unterwegs war, zu Swiss Sliding geholt hat. Der Traum von Sepp war es, den Rodelsport zu einem Nationalsport der Schweiz zu machen», betont Reithmayer. Um diesen Traum in die Realität umzusetzen, braucht es natürlich Nachwuchssportler.

«Bei uns werden zurzeit Kinder gescoutet», teilt Reithmayer mit. Trainiert werde beispielsweise am Rollenschlitten. Dabei erlernen sie, wie man richtig lenkt, eine perfekte Position auf dem Schlitten einnimmt, wie man richtig startet, und natürlich würden auch die Muskeln von Kopf bis Fuss mit verschiedenen spielerischen Übungen trainiert.

Hans Speck