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Kanton
21.10.2021

Luxusauto-Händler machte sich strafbar

Ein 49-jähriger Ausserschwyzer stand kürzlich vor dem Strafgericht Schwyz.
Ein 49-jähriger Ausserschwyzer stand kürzlich vor dem Strafgericht Schwyz. Bild: Keystone
Das Strafgericht hat einen 49-Jährigen Ausserschwyzer wegen Veruntreuung, Misswirtschaft und anderer Delikte verurteilt.

Er sei ein Allrounder und kein Kaufmann, sagte der 49-jährige Ausserschwyzer dem Strafgericht. Als Selbstständiger werbender werde er nie mehr tätig sein, da er kein Geschäft führen könne. Zweimal hatte er das nämlich in Ausserschwyz als Händler von Luxusautos versucht, zweimal ging es schief. Die beiden Unternehmen, in denen er faktisch als Geschäftsführer tätig war, wurden zahlungsunfähig. Heute arbeitet er als Angestellter bei einer Autopannenhilfe.

Die Staatsanwaltschaft warf ihm Misswirtschaft vor, weil er trotz Zahlungsunfähigkeit weiter wirtschaftete und so einen «Schaden im sechsstelligen Bereich» hinterlassen habe. Zudem habe er jeweils die Buchführung vernachlässigt oder über Jahre nicht betrieben.

Porsche und Lamborghini von Kunden veruntreut
Zweimal verkaufte er im Auftrag von Kunden Luxusautos – einen Porsche im Wert von rund 165'000 Franken und einen Lamborghini im Wert von 117'000 Franken. Den Verkaufserlös gab er aber nicht den Kunden heraus, sondern brauchte das Geld für sich oder für die in finanziellen Schwierigkeiten geratene Firma. Zudem warf ihm die Staatsanwaltschaft vor, einen Maserati mit Wasserschaden als unfallfrei für 71'000 Franken verkauft zu haben.

Schliesslich wurde er der Vernachlässigung der Unterhaltspflichten, des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen und der Übertretung des Bundesgesetzes über die AHV angeklagt. Die Staatsanwaltschaft forderte eine bedingte Geldstrafe von 360 Tagessätzen à 30 Franken sowie eine Busse von 500 Franken.

«Ich bin in einen dummen Rank gekommen und kam nie mehr daraus heraus.»
Angeklagter vor Gericht

Freispruch im Fall Maserati
Er sei von der brutalen Realität des Autohandels eingeholt worden. Die finanzielle Verantwortung über die Firmen habe er persönlich aber nie gehabt. Bis zuletzt habe er immer wieder versucht, die Unternehmen zu retten. «Ich bin in einen dummen Rank gekommen und kam nie mehr daraus heraus», sagte er. Seine beiden Verteidiger wiesen auf ein leichtes Verschulden hin und forderten zum Teil Freisprüche. Das Strafgericht verurteilte den Mann wegen mehrfacher Veruntreuung, mehrfacher Misswirtschaft, Vernachlässigung von Unterhaltspflichten, Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen und Übertretung gegen das Bundesgesetz über die AHV zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 16 Monaten (bei einer Probezeit von fünf Jahren) sowie einer Busse von 500 Franken.

Freigesprochen wurde er im Fall Maserati: Der Käufer habe das Fahrzeug durch zwei Garagen prüfen lassen und trotz Kenntnis des Wasserschadens zum vereinbarten Preis gekauft. Ein Schaden zum Nachteil des Käufers sei nicht auszumachen. Zudem wurden einzelne Verfahren wegen Verjährung eingestellt. Der Verurteilte muss die Verfahrenskosten von rund 70'000 Franken zu 80 Prozent bezahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Ruggero Vercellone