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Altendorf
21.10.2021
20.10.2021 11:39 Uhr

Arbeitsplätze hoch über dem Tal sind nicht begehrt bei Jungen

Der Gebirgsharvester rüstet die gefällten Bäume zu, der Lastwagen lädt das Rundholz mit eigenem Kran.
Der Gebirgsharvester rüstet die gefällten Bäume zu, der Lastwagen lädt das Rundholz mit eigenem Kran. Bild: Urs Attinger
Das Forstunternehmen Altmann AG holzt oberhalb Altendorf grössere Flächen Wald, die Hagelschäden aufweisen. Der Inhaber Heinz Altmann erzählt von der Schwierigkeit, junge Arbeiter zu rekrutieren.

Die Firma Altmann AG führt grössere Holzschläge oberhalb von Altendorf aus. Oft war das Unternehmen auch in den Nachbarländern oder sogar in Schweden tätig. Insofern ist der Holzschlag in Altendorf für Altmann ein Heimspiel. «Die Zusammenarbeit mit dem kantonalen Forstdienst ist gut, ebenso mit den Korporationen und Genossamen in der Umgebung», sagt Inhaber Heinz Altmann.

Bild: Urs Attinger

Nur ein hoher Lohn kann noch helfen

Ein Holzschlag in dieser Grösse ist hier in der Region aber auch für Altmann nichts Gewöhnliches. «Es braucht immer mehr Spezialisten für die modernen Forstfahrzeuge», gibt er zu bedenken. Seine Angestellten kommen zum grössten Teil aus dem Ausland. In die Schweiz lassen sie sich durch den Lohn locken. «Zu wenig attraktiv für die Jungen», so der Altendörfler. «Wir und unsere Mitbewerber können schon seit mehreren Jahren die jungen Leute nicht mehr für das Handwerk motivieren.» Die Rekrutierung von jungen Leuten sei komplett eingebrochen und dies nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa.

Altmann kauft das Holz meist ab Stock den Waldbesitzern, das heisst Korporationen, Genossamen und diversen Privaten, ab und verkauft es an Sägereien und die Spanplattenfabrik in der Schweiz weiter. Den leichtgestiegenen Holzpreis, den er von seinen Käufern erhält, muss er auch seinen Verkäufern zahlen. «Unter dem Strich bleibt nicht mehr als vorher», gibt sich Altmann kritisch.

Heinz Altmann (hinten in der Mitte) ist Inhaber des Forstunternehmens Altmann AG. Bild: Urs Attinger

Holzreste einfach liegengelassen?

Manchmal wird Heinz Altmann auch selber mit Kritik konfrontiert. Zum Beispiel wenn ein Wanderweg nicht sofort aufgeräumt wird nach einem Holzschlag. «Wir räumen immer auf, manchmal fehlt einfach die Kapazität, dies sofort zu tun», versucht er die Wogen zu glätten. Der Weg zwischen den Diebishütten und dem unteren Stollen sei durch den Holzschlag beschädigt worden. Er werde mit einem Schreitbagger zurechtgemacht. «Es braucht die Geduld und Solidarität von allen, die sich im Schadensgebiet bewegen», appelliert Altmann.

Urs Attinger, Redaktion March24 & Höfe24