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Wangen
14.10.2021
15.10.2021 16:06 Uhr

Ehemaliger Pfarrer spendet Kollegi Nuolen Solaranlage

Pater Bernhard Gischig von der Kongregation Missionare der Heiligen Familie (MSF) freut sich über die Spende von Heinz Fleischmann (r.).
Pater Bernhard Gischig von der Kongregation Missionare der Heiligen Familie (MSF) freut sich über die Spende von Heinz Fleischmann (r.). Bild: Anouk Arbenz
Rund 100 000 Franken kostet die Installation der neuen Photovoltaikanlage auf dem Garagendach des Kollegiums Nuolen, welche diese Woche abgeschlossen wird. Spender der Anlage ist ein ehemaliger Pfarrer.

Heinz Fleischmann ist immer wieder gerne Gast im Kollegium Nuolen. Als Pfarrer und Nachbar der Missionare der Heiligen Familie (MSF) in Nuolen lernte er gewisse der 19 Mitglieder des Ordens immer besser kennen. Man half sich gegenseitig aus – der gemeinsame Glaube verband. Früher waren einige der Patres noch als Lehrer an der Kantonsschule tätig – so auch Pater Bernhard Gischig, der im Haus für die Verwaltung, Buchhaltung und den Unterhalt verantwortlich ist. Heute sind die Männer altersbedingt aber nicht mehr in der Lage dazu.

Wie die meisten Klöster und Ordensgemeinschaften fehlt ihnen der Nachwuchs. Für Ausgaben wie die Krankenkassenprämien oder die Heizung das Geld zu finden, ist schwierig. Seit zwölf Jahren heizt das Kollegium Nuolen mit Pellets, was pro Jahr Ausgaben von 12 000 Franken sind – früher war es zusammen mit der Kantonsschule nebenan mit Öl beheizt worden. Heinz Fleischmann wollte helfen und sah mit der Garage des Kollegiums den idealen Ort für Solaranlagen. Im Sommer steht diese den ganzen Tag in der Sonne, im Winter ab ca. 10 Uhr. «Ich sehe es auch als Studienobjekt. Es nahm mich wunder, wie viel Strom und Wärme so produziert werden kann», gesteht der 88-Jährige.

Auch andere profitieren

Jetzt wurde die Idee umgesetzt und auf dem 150 Quadratmeter grossen Dach der Garage Solarpanels aufgebaut. Ende dieser Woche sollte auch die Elektronik für die Photovoltaikanlage fertig installiert sein. Künftig kann via Photovoltaik das Wasser zum Duschen oder Abwaschen erwärmt werden, insbesondere im Sommer.

Maximal sind mit den 90 Solarpanels 25 Kilowatt Strom pro Stunde möglich. Im Winter wären es etwa 5 kw/h. Was vom Kollegi nicht genutzt wird, fliesst ins allgemeine Stromnetz. Die Gemeinde hat einen neuen Zähler installiert, auf dem genau abgelesen werden kann, wie viel Strom durch die Sonnenergie genutzt werden konnte.

Rund 100 000 Franken kostet die Photovoltaikanlage – Kosten, welche Heinz Fleischmann gerne übernimmt. «Ich bin gespannt und freue mich, dass es klappt», so der Lachner.

Vor fünf Jahren kamen die MSF nach Nuolen 

Die Kongregation der Missionare der Heiligen Familie (MSF) wurde 1895 vom französischen Pater Jean Berthier in Grave, Holland, gegründet. 1909 wurde die erste Missionsschule in der Schweiz im ehemaligen Franziskanerkloster in Werthenstein eröffnet. Am 1. Juni 1934 wird der Missionsverein mit Sitz in Wangen gegründet und das Christ-König-Kollegium in Nuolen eröffnet. Im Jahr 1950 wurden erstmals drei Missionare nach Madagaskar entsendet. Heute zählt die Provinz 38 Priester und zwei Ordensbrüder. Die MSF unterstützt die Bevölkerung dort auch mit Soforthilfe nach Katastrophen oder bei baulichen Projekten und setzt sich für die Bildung von Kindern ein. 2012 wird schliesslich ein Förderverein für die Madagaskar-Mission gegründet. 2016 verlassen die Missionare Werthenstein und ziehen zu ihren Mitbrüdern nach Nuolen. Die gewählten Verantwortlichen in Nuolen sind Pater Julius Zihlmann als Oberer der Gemeinschaft, Pater Roman Zwick, Führung und Animation im Innern, und Pater Bernhard Gischig, Verwaltung, Buchhaltung und Unterhalt. Als «Delegation MSF Schweiz» sind die Patres im Kollegium Nuolen der obersten Leitung in Rom unterstellt. Weltweit zählt die Kongregation 950 Mitglieder in 21 Ländern. 

Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24