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13.10.2021

Keine freie Fahrt auf den Strassen von Schindellegi und Wollerau

Der Doppelkreisel in Schindellegi. Gut 20 Jahre nach der Erstellung stösst er insbesondere in der Stosszeit an seine Kapazitätsgrenzen.
Der Doppelkreisel in Schindellegi. Gut 20 Jahre nach der Erstellung stösst er insbesondere in der Stosszeit an seine Kapazitätsgrenzen. Bild: Claudio Pfister
Staus in Schindellegi und Wollerau gehören heute zum Alltag in den Höfen. Baudirektor André Rüegsegger hat wenig Hoffnung auf baldige Lösungen.

Der Feusisberger FDP-Kantonsrat Kuno Frey und seine Fraktionskollegin Marlene Müller, Wollerau, brachten es in der Fragestunde der letzten Kantonsratssitzung auf den Punkt. Sowohl in Schindellegi als auch in Wollerau wächst das Verkehrsaufkommen während der Rush Hour über das erträgliche Mass hinaus.

Gleich viel Verkehr wie über den Seedamm

«Wir haben in Schindellegi mittlerweile das gleiche Verkehrsaufkommen wie über den Seedamm», so Frey. Zudem werde bereits in der im Jahr 2017 präsentierten Gesamtverkehrsstrategie 2040 auf das Nadelöhr Schindellegi hingewiesen. Frey nannte als mögliche Lösungsansätze einen Bypass zum Schindellegler Doppelkreisel oder gar einen Tunnel, der Biberbrugg mit dem Anschluss Halten verbinden könnte, zumal der im Jahr 2000 in Betrieb genommene Doppelkreisel in Schindellegi den Verkehr nicht mehr problemlos schlucken kann.

Tunnel Biberbrugg–Halten: «Nicht realistisch»

Wenig Hoffnung machte Baudirektor André Rüegsegger. «Der Engpass bei Schindellegi ist uns bekannt und schon lange auf dem Radar, aber die Möglichkeiten sind begrenzt», so Rüegsegger in der kantonsrätlichen Fragestunde. Der Auftrag zur Erarbeitung einer Problemlösung sei erteilt worden, «aber ich mache Ihnen hier keine grosse Hoffnung». Eine Tunnel-Variante sei «heute und morgen kein Thema» und zudem auch «nicht realistisch», so Baudirektor Rüegsegger weiter.

Wollerau: «Wir kommen nicht vorwärts»

«Staus am Morgen und am Abend», so schilderte Kantonsrätin Marlene Müller die Verkehrssituation in Wollerau. Auch hier machte Rüegsegger wenig Hoffnung: «Die Verschiebung des Autobahn-Anschlusses Wollerau befindet sich nicht auf der Prioritätenliste, zumal ja eine direkt betroffene Gemeinde seinerzeit das Vorhaben abgelehnt hat. Wir kommen hier nicht vorwärts», sagte Baudirektor André Rüegsegger passend zur Problematik.

In 30 Jahren 80 Prozent mehr Motorfahrzeuge

Beim obersten Schwyzer Strassen-Verantwortlichen schimmerte so etwas wie Resignation durch. «Wir müssen uns auch im Kanton Schwyz von der freien Fahrt verabschieden.» In den letzten 30 Jahren verzeichnete der Kanton Schwyz 40 Prozent mehr Einwohner und 80 Prozent mehr Motorfahrzeuge, zog Rüegsegger die Statistik bei. Dabei dürften insbesondere die Gemeinden des Bezirks Höfe die Treiber sein.

«Wir können auch nicht zaubern.» Alle hätten ein immer grösser werdendes Mobilitätsbedürfnis, und auf der anderen Seite seien Ausbauprojekte durch Einsprachen von Umweltverbänden blockiert oder Landerwerbsverhandlungen würden sich endlos in die Länge ziehen.

Stefan Grüter, Redaktion March24 & Höfe24