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Schübelbach
13.10.2021

Kosovarischer Drogenhändler muss Schweiz verlassen

Symbolbild
Symbolbild Bild: toggenburg24/Web/freie Nutzung
Zwei 31-Jährige aus der March wehrten sich vor dem Kantonsgericht gegen den Vorwurf mit Drogen gehandelt zu haben – das mit unterschiedlichem Erfolg.

Ein privates Partylokal in der Gemeinde Schübelbach diente offenbar nicht nur dafür, um Musik und Party zu machen. Es wurde auch als Drogenumschlagplatz benutzt. So kam es, dass die Polizei im inzwischen nicht mehr genutzten Lokal vor einigen Jahren Drogen in grossen Mengen fand.

Das Strafgericht hatte im letzten Jahr zwei heute 31-jährige Männer aus der Region wegen des Verkaufs von Drogen verurteilt. Einem als Haupttäter verurteilten Kosovaren brummte das Strafgericht eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 36 Monaten auf. Die Hälfte davon muss er absitzen. Zudem hat er eine Busse von 100 Franken sowie eine früher bedingt ausgesprochene Geldstrafe zu bezahlen. Schliesslich muss der Ausländer die Schweiz für acht Jahre verlassen.

Vor dem Kantonsgericht anerkannte der Kosovare den Drogenhandel. Er wehrte sich aber gegen die ausgesprochene Landesverweisung. Er sei hier aufgewachsen, lebe bei seiner Familie in der Schweiz, und ihm fehle der Bezug zu seinem Heimatland, sagte der fliessend Schweizerdeutsch Sprechende. Seit einem Monat gehe er einer geregelten Arbeit nach, so dass er auch unter einer wirtschaftlichen Beurteilung als Härtefall betrachtet werden könne.

Das Kantonsgericht lehnte seine Berufung aber ab und hielt am achtjährigen Landesverweis fest. Die ganze Sache wird den Kosovaren rund 55 000 Franken kosten.

«Bloss» Vergehen statt Verbrechen

Der Schweizer, der vom Strafgericht zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten verurteilt worden war, verlangte einen Freispruch. Er wehrte sich gegen den Vorwurf, er habe in seinem «Rüümli» grosse Mengen von Amphetaminpillen gelagert und von dort aus verkauft. Er sei vom Kosovaren unter dem Druck der Untersuchungshaft beschuldigt worden, obwohl er mit Amphetamin nichts zu tun habe. Andere hätten wohl sein für viele zugängliches «Rüümli» verwendet, um Amphetamin zu lagern. Von ihm seien keine direkten Spuren gefunden worden, die ihn eindeutig als Mittäter überführen würden.

Das Kantonsgericht glaubte ihm teilweise und verurteilte ihn «nur» wegen Vergehens (und nicht Verbrechens) gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer bedingten Geldstrafe von 210 Tagessätzen à 120 Franken. Allerdings kommt das Ganze auch den Schweizer teuer zu stehen, hat er doch Gesamtkosten von rund 30 000 Franken zu bezahlen.

Ruggero Vercellone, Freier Mitarbeiter March24 & Höfe24