Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Lifestyle
05.10.2021

Statt über den Asphalt, gehts bald dem See entlang

Wenn alles gut geht, führt der Wanderweg bald entlang des Wägitalersees.
Wenn alles gut geht, führt der Wanderweg bald entlang des Wägitalersees. Bild: Silvia Gisler
Wenn alles gut läuft, sollen nächsten Frühling die Bauarbeiten für einen neuen 2,4 km langen Wanderweg entlang des Wägitalersees starten.

Wenn alles nach Plan gelaufen wäre, würden wir heute auf dem neuen Wanderweg stehen und dessen Eröffnung feiern», sagt Maurus Köchli, kantonaler Fachstellenleiter für Langsamverkehr. Dem ist aber nicht so. Stattdessen erzählt Köchli am Telefon, dass sich das seit Jahren geplante Projekt weiter in die Länge zieht – die Baubewilligung nach wie vor aussteht. «Jetzt hoffen wir, dass wir im nächsten Frühling mit den Arbeiten beginnen können.»

Topografie lässt nicht mehr zu

Nun aber von Anfang an: Der Kanton Schwyz hat vor einigen Jahren das Projekt angestossen, einen Abschnitt des Hauptwanderweges um den Wägitalersee von der Strasse auf die Wiese zu verlegen. Im Detail geht es um ein 2,4 Kilometer langes Teilstück vom Restaurant Au in Richtung Stockbügel. Dadurch würde in Zukunft knapp die Hälfte des Wanderwegs entlang der linken Seeseite fern von der Strasse verlaufen. «Aus topografischen Gründen ist es nicht möglich, den ganzen Weg zu verlegen», sagt Köchli. Teilorts sei es schlicht zu steil, um eine kostengünstige Variante zu finden. Eine Verlegung könnte in die Millionen gehen. Beim aktuellen Teilstück ist die Kraftwerk Wägital AG die alleinige Eigentümerin und hat grosszügigerweise ihr Einverständnis gegeben.

Attraktivitätsgewinn

Dass sich Fussgänger, Automobilisten und Velofahrer aktuell einen Weg teilen, ist nicht nur sehr unattraktiv für alle, sondern führte aufgrund der engen Strassenverhältnisse in vielen Abschnitten immer wieder zu gefährlichen Situationen. Erst recht, da in den letzten beiden Jahren die Anzahl der Touristen um den See stark zugenommen hat. Mit der Verlegung des Wanderwegs näher ans Wasser und weg von der Strasse «gewinnen wir enorm an Attraktivität». Der rund ein Meter breite Kies- und Naturweg werde nicht einfach geradeaus führen, sondern spannend gestaltet. «Wir haben sieben Stege und zwei weitere Durchgänge zur Querung von Bachläufen eingeplant», erläutert Köchli. Auch soll es offizielle Feuerstellen geben, um das «Wildgrillieren» zu mindern. Natürlich bleibe auch der Seezugang gewährleistet. Nur würden Wanderer und Fischer dann über einen offiziellen Wanderweg gelenkt. Dies soll zu mehr Ruhe in der Schutzzone beitragen.

Kosten von einer Viertelmillion

Trotz der Verlegung des Weges sollte sich die Wanderzeit um den See kaum merklich verändern. Auch sei während der Bauzeit mit keinerlei Strassensperrungen zu rechnen, da ja ein komplett neuer Weg gebaut werde. «Das Projekt wird rund 250 000 Franken kosten», informiert der Fachstellenleiter. Darin enthalten sei allerdings nicht nur der neue Wanderweg: «Während der Projektierung wurde über einen Teil des neuen Wegabschnitts eine Schutzzone erlassen. Deshalb mussten wir für diese Fläche eine Ersatzfläche ausscheiden», erklärt Köchli. Deren Erschliessung – das Baugesuch wurde Anfang September eingereicht – gehe ebenfalls zulasten des Kantons und sei deshalb in der Viertelmillion inbegriffen.

Silvia Gisler, Redaktion March 24 und Höfe 24