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Sport
04.10.2021
05.10.2021 10:57 Uhr

Berner zu Hause eine Nummer zu gross für die Rapperswiler

Dieser Schuss passt genau: Ramon Untersander bezwingt Melvin Nyffeler zum 2:0.
Dieser Schuss passt genau: Ramon Untersander bezwingt Melvin Nyffeler zum 2:0. Bild: Bernhard Camenisch
Mit einer 1:4-Niederlage vor 12 657 Zuschauern in Bern ist die Siegesserie der SCRJ Lakers zu Ende gegangen.

Wir gewinnen natürlich lieber, als dass wir verlieren. Und es wäre schön gewesen, wenn wir vom sechsten Sieg in Folge hätten sprechen können », meinte Lakers-Stürmer Sandro Zangger nach Spielschluss am Freitagabend. Es war der Abend, an dem die längste Siegesserie der Lakers seit Januar 2008 zu Ende ging. Zangger meinte nach dem 1:4 ehrlich: «Im Grossen und Ganzen würde ich sagen, dass Bern in diesem Spiel eine Nummer zu gross war für uns.» Der SC Bern war bereits unter Druck gestanden: Drei Niederlagen aus den drei vorangegangenen Spielen hatten ihn auf den zwölften und vorletzten Rang befördert. Berns Sportchef Andrew Ebbett hatte den Tarif am Mittwoch in seiner Kolumne auf der Webseite des Klubs durchgegeben: «Ich bin sicher, dass wir am Freitag und Samstag einen viel stärkeren SCB sehen werden. Wenn das nicht der Fall ist, müssen wir natürlich nach Lösungen suchen. Wir beobachten den Markt hier in der Schweiz und im Ausland permanent.»

SCB legt furios los

Die Message ihres Sportchefs kam bei den Spielern an. Die Berner legten einen energiegeladenen Start hin. Und sie liessen bis zur ersten Pause nicht nach. Jeweils sofort unter Druck gesetzt, blieb den Lakers keine Zeit für einen sauberen Spielaufbau. Entsprechend schnell wechselte häufig der Puckbesitz. Die verdiente Führung der Gastgeber erzielte in der 6.Minute der lettische Internationale Kaspars Daugavins. «Wir wurden zu Beginn regelrecht überfahren», erklärte Zangger.

zu Beginn gut im Spiel

Obwohl die Berner bis dahin mehr und auch die gefährlicheren Abschlüsse verzeichneten, waren die Lakers bis zur Spielhälfte zumindest resultatmässig noch gut im Spiel. Dann erhöhte der SCB aber auf 2:0, und Emil Djuse wusste genau, warum er nach diesem Gegentreffer seinen Stock ans Plexiglas hämmerte: Der schwedische Verteidiger hatte sich im Spielaufbau der Lakers trotz Zeit und Platz für die schlechteste Möglichkeit entschieden: Er chippte den Puck ins Angriffsdrittel. Ein Berner fing die Scheibe aus der Luft mit dem Handschuh ab und leitete sofort den Konter ein. Dieser führte über mehrere Stationen zu Ramon Untersander, der erfolgreich abschloss (31.).

Keine drei Minuten später fand das Heimteam mit seiner nächsten schnellen Kombination den freistehenden Cory Conacher im Slot, und es stand 3:0 – ein Vorsprung, der nun dem Spielverlauf entsprach. Zangger brachte den SCRJ aber noch vor der zweiten Pause wieder auf zwei Tore heran.

Nicht der Abend von Djuse

In den ersten Minuten des Schlussdrittels verpassten die Gäste in ihrer besten Phase mehrmals das 2:3. So fiel die Entscheidung in der 51. Minute mit dem 4:1 von Alain Berger. Er hatte einen Pass von Djuse durch den eigenen Slot abgefangen. Dass der Schwede nach der Partie als bester Spieler seines Teams ausgezeichnet wurde, war entweder Berner Humor oder Spott oder eine Mischung aus beidem – für Djuse war es jedenfalls eine Partie zum Vergessen gewesen.

Abgebrochenes Lakers-Spiel wird wiederholt

Die Partie zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und den ZSC Lions wird nachgeholt. Dies entscheidet der Einzelrichter der National League. Das Spiel musste am 14. September aufgrund eines Zwischenfalls mit der Stadionbeleuchtung vor dem letzten Drittel abgebrochen werden. Der Einzelrichter stellte als Ursache für den Spielabbruch höhere Gewalt fest, den Heimklub treffe kein Verschulden. Wann die Partie neu angesetzt wird, ist noch nicht klar. (sda)

Bernhard Camenisch, Linth-Zeitung