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Kanton
01.10.2021

Fehlende Fachkräfte: Personal auf Intensivstation kann nicht einfach erhöht werden

Es sei nicht möglich gewesen, kurz- und mittelfristig die Kapazitäten auf den Intensivpflegestationen  der Spitäler zu erhöhen, macht der Regierungsrat deutlich.
Es sei nicht möglich gewesen, kurz- und mittelfristig die Kapazitäten auf den Intensivpflegestationen der Spitäler zu erhöhen, macht der Regierungsrat deutlich. Bild: Spital Lachen
Die Kapazitäten der Intensivpflegestationen können nicht kurzfristig erhöht werden, da das nötige Fachpersonal fehle, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort auf ein Postulat von Kantonsrat Antoine Chaix.

In einem im März eingereichten Postulat fordert der Einsiedler Arzt und SP-Kantonsrat Antoine Chaix den Regierungsrat auf, Engpässen im Pflegebereich zuvorzukommen. Der Regierungsrat soll Wege aufzeigen, wie kurzfristig und bei Bedarf auch längerfristig Pflegeheim- und Spitalkapazitäten zur Behandlung von Covid-Fällen erhöht werden könnten.

Auch mit drastischen Massnahmen wie Lockdown mit all seinen Varianten sei das Virus immer noch da, schreibt Chaix. Dies sei zu akzeptieren. «Statt nun mit unvorstellbarem Aufwand den Wiederanstieg auf ein ‹natürlicheres› Niveau von Krankheitsfällen zu verhindern, sollten wir fähig sein, dieses Niveau verantwortungsvoll zu bewältigen », begründet Antoine Chaix seinen Vorstoss.

«Adäquat auf die Pandemie reagiert»

In seiner Antwort weist der Regierungsrat darauf hin, dass «im Kanton Schwyz adäquat auf die Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung durch die Covid-19-Pandemie reagiert» werden konnte. Es sei aber nicht möglich gewesen, kurz- und mittelfristig die Kapazitäten auf den Intensivpflegestationen (IPS) der Spitäler zu erhöhen. Der Engpass liege dabei nicht bei den technischen Mitteln, wie der Regierungsrat deutlich macht, sondern beim erforderlichen Fachpersonal für die Betreuung der Patienten. Das fehlende Fachpersonal sei der Grund gewesen, warum während der Pandemie im Kanton Schwyz zeitweise nicht alle zwölf zertifizierten IPS-Betten in Betrieb genommen werden konnten.

Schon vor der Pandemie hätten die Spitäler aufgrund des Fachkräftemangels, Rekrutierungsproblemen und Langzeitausfällen die Kapazitäten ihrer IPS nicht permanent ausschöpfen können. Qualifiziertes Personal müsse aber langfristig über mehrere Jahre aufgebaut werden und könne nicht kurzfristig organisiert werden heisst es in der Antwort weiter. In der Schweiz dauert die Pflegeausbildung auf Tertiärstufe drei Jahre, der Nachdiplomstudiengang zur diplomierten Expertin Intensivpflege berufsbegleitend nochmals zwei Jahre.

Nationales, wenn nicht gar europäisches Problem

Im Januar genehmigte der Regierungsrat Leistungsvereinbarungen zur Finanzierung der Ausbildung von IPS-Unterstützungspflege mit den Spitälern Lachen, Einsiedeln und Schwyz. Das Spital Lachen konnte so eine und das Spital Einsiedeln zwei Personen so ausbilden lassen.

Für den Regierungsrat ist klar, dass der Pflegenotstand angegangen werden muss. Dies müsse aber auf einerbreiteren Ebene angegangen werden, als dies ein einzelner Kanton gewährleisten könne. Denn beim Fachkräftemangel handle es sich um ein nationales, wenn nicht gar um ein europaweites Problem. Er verweist zudem auf die Initiative «Für eine starke Pflege» und den entsprechenden Gegenvorschlag von Bundesrat und Parlament, die Ende November zur Abstimmung gelangen und die die Situation in der Pflege verbessern soll.

Der Regierungsrat beantragt dem Parlament, das Postulat von Antoine Chaix nicht erheblich zu erklären.

 

Hans-Ruedi Rüegsegger, Redaktion March24 & Höfe24