Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Sport
14.09.2021
14.09.2021 11:28 Uhr

Tuggen gewinnt überraschend gegen den Vizemeister

Fritz Reber (rot) gewinnt am Boden gegen Ali Mensari
Fritz Reber (rot) gewinnt am Boden gegen Ali Mensari Bild: Hansruedi Ulrich
Die Märchler Ringer sorgten beim ersten Heimkampf für eine saftige Überraschung: sie fegten in Tuggen den amtierenden Vizemeister Team Valais mit 28:13 von der Matte.

Obwohl die Coronavorschriften sämtliche Abläufe erschwerten, organisierte die Tuggner Ringerfamilie mit viel Liebe zum Detail ihren ersten Heimkampf und sorgte so in der Riedlandhalle für ein NLB-würdiges Ambiente. Pünktlich zum Anpfiff des Kampfes waren etwa 50 Märchler Ringerfans auf ihren Sitzplätzen und wurden für ihr Erscheinen mit tollem Ringsport belohnt.

Gute körperliche Verfassung der Tuggner

Nach dem guten Start vor Wochenfrist in Ufhusen rechneten sich die Märchler bei optimalem Kampfverlauf auch gegen das Team Wallis Siegeschancen aus. Dass es aber mit einem derart hohen Sieg gegen den Favoriten endete, machte alle etwas sprachlos. Sehr viele Kämpfe waren lang und intensiv und wurden von den Tuggnern hauptsächlich in der zweiten Runde entschieden. Die Heimringer zeigten sich dabei sehr konditionsstark und wurden vom fantastischen Publikum regelrecht in die Offensive gepeitscht. Den Beginn machten bis 57 kg Ueli Bamert und Lionel Formaz. Der Walliser startete besser und brachte Bamert immer wieder in Verlegenheit. Doch der Tuggner schlug blitzschnell zurück und kam selber zu Punkten. In der zweiten Hälfte musste sich Bamert längere Zeit gegen eine Schulterniederlage wehren. Nur mit totalem Einsatz konnte er sich nochmals retten und sicherte seinem Team so einen wertvollen Punkt. Im Schwergewicht hatte Bruno Flück gegen Frédérick Oulevey wahrlich Schwerstarbeit zu verrichten. Sein Gegner wog gut 20 kg mehr als Flück. Der Kampf war durch Härte und Taktik geprägt und stand am Ende der sechs Minuten Kampfzeit 1:1. Der Sieg ging schliesslich an den Tuggner, da er die letzte Wertung des Kampfes holte.

Mit knapper Führung in die Pause

Esmatollah Hosseini hatte gegen Mathias Martinetti einen schweren Stand. Der Tuggner versuchte sein Möglichstes, aber gegen die Klasse des mehrfachen Jugendschweizermeisters kam Hosseini nicht an und verlor auf die Schultern. Dominik Streiff traf auf den Routinier Patrick Vieux. Streiff machte von Beginn an Druck, musste aber vor den gefährlichen Schulterwürfen seines Gegners immer wieder auf der Hut sein. In der zweiten Hälfte powerte Streiff weiter, nahm seinem Gegner die Luft raus und punktete ihn aus. Bis 65 kg bearbeitete Fritz Reber seinen Gegner Ali Menasri am Boden mit aller Härte, bis kurz vor Pausenpfiff der Schultersieg perfekt war. So ging es mit einer knappen 11:10-Führung fürs Heimteam in die Pause.

Niemals aufgeben lohnt sich

Die zweite Hälfte begann für die Tuggner locker. Murat Argin hatte in seiner Kategorie keinen Gegner und gewann Forfait. Der stets gut gelaunte Baselbieter nahms mit Humor und zeigte dem Publikum noch eine sehenswerte Showeinlage. Jonas Müller zeigte eine reife Leistung. Wie er Adrien Roullier bearbeitete, war grosse Klasse. Punkt für Punkt erkämpfte sich der Tuggner und kam noch vor dem Pausenpfiff zu einem Überlegenheitssieg. Roman Ulrich fand mit Nathan Richard einen jungen, kräftigen Gegner vor. Ulrich war schnell in seinem Element. Mal für Mal lancierte der Tuggner kraftvolle Beinangriffe, bis er kurz vor Schluss seinen ermatteten Gegner noch auspunkten konnte. Damit war der Tuggner Sieg bereits zwei Kämpfe vor Schluss Tatsache.

Adrian Ulrich (rot) holte wenige Sekunden vor Schluss einen Sieg Bild: Hansruedi Ulrich

Adrian Ulrich zeigte bis 75 kg Freistil einmal mehr, was mit ungebrochenem Kampfgeist alles zu erreichen ist. Gegen den unbekannten, aber sehr starken Jordan Mennet hatte Ulrich zu Beginn Mühe. Seine gar nicht mal so schlechten Beinangriffe wurden vom Walliser mit grosser Kraft ausgekontert. In der zweiten Hälfte schien Ulrich hoffnungslos im Rückstand zu sein. Doch der Märchler wollte nicht mit leeren Händen dastehen und riskierte nochmals alles. Mit brachialer Gewalt beförderte er den Walliser auf den Rücken und kam wenige Sekunden vor Schluss sogar noch zu einem viel umjubelten Schultersieg.

Tuggener unterlagen nur in drei Duellen

Bis 75 kg Greco kam es zum Generationenduell zwischen dem Altmeister Sergiy Sirenko und dem amtierenden Juniorenschweizermeister Esteban Tscharner. Der Tuggner Sirenko startete besser in den Kampf und ging knapp in Führung. In der zweiten Hälfte glich der Walliser Jungspund aber wieder aus. Am Ende stand es 1:1 und weil Tscharner den letzten Punkt machte, ging dieser hochstehende Kampf knapp an den Walliser. Am deutlichen Schlussresultat vermochte dies nicht mehr viel zu ändern. Mit sieben Siegen aus zehn Duellen war der 28:13-Sieg für die Ringerriege Tuggen hoch verdient.

Hansruedi Ulrich