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Kanton
07.09.2021

So gehen die Schwyzer Schulen mit positiven Corona-Fällen um

In Bezug auf das Repetitive Testen hat es in den Schwyzer Schulen eine Änderung gegeben.
In Bezug auf das Repetitive Testen hat es in den Schwyzer Schulen eine Änderung gegeben.
Die Anzahl positiver Tests an Schulen hat nach den Sommerferien schweizweit zugenommen. Die Frage ist nun: Was passiert, wenn Schülerinnen und Schüler positiv getestet werden?

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, führen Schulen schon seit einiger Zeit repetitive Tests bei den Lernenden durch. Das repetitive Testen fungiert als Frühwarnsystem, um Fälle frühzeitig erkennen zu können. So auch in der Gemeindeschule Lachen. Dort erfolgt der PCR-Test unkompliziert und einfach mit einer Speichelabgabe in das Röhrchen. So oder durch privat durchgeführte Tests konnten nach den Sommerferien insgesamt elf positive Fälle in sieben Klassen festgestellt werden.

Positive Fälle führen bei vielen Eltern zu Verunsicherung. Sei es, weil Angst um das Kind besteht. Sei es, weil ein Familienmitglied als Risikopatientin oder -patient gilt. Sei es, weil ein Fernunterricht befürchtet wird, welcher beim Kind zu einem Lerndefizit führen kann und arbeitstätige Mütter und Väter vor ein organisatorisches Problem stellt.

Auf Anfrage, wie an der Volksschule aktuell getestet und mit positiven Fällen umgegangen wird, gibt Tanja Grimaudo Meyer, Vorsteherin des Amtes für Volksschule und Sport, Auskunft. So sieht der Ablauf des repetitiven Testens an der Volksschule aus:

Bei den Speicheltests spucken die Schülerinnen und Schüler in ein Röhrchen. Es werden pro Klasse zwei Pools gemacht. Bild: Daniel Koch

1. Das repetitive  Testen

Im Rahmen der repetitiven Testung werden PCR-Speicheltests in Poolgruppen durchgeführt. Bei den Speicheltests spucken Kinder oder Jugendliche in ein Röhrchen. Bis zu zehn Proben werden anschliessend zu einem Pool zusammengeführt. Die gepoolten Speichelproben gehen dann ins Labor und werden untersucht. In der Regel liegen am nächsten Morgen die Resultate vor. Bis zum Zeitpunkt, in welchem die Ergebnisse vorliegen, findet der Unterricht gemäss geltendem kantonalem Schutzkonzept statt.

Ist ein Pool positiv, finden Einzeltestungen statt. Die Schüler dürfen diese Tests neu in der Schule machen. Bild: Keystone

2. Ein Pool wird positiv getestet

Ergibt sich aus der Testung ein positives Pool-Ergebnis, finden Einzel-Nachtestungen statt – es wird also wieder in ein Röhrchen gespuckt. Die Proben werden dann aber nicht mehr zusammengeführt, sondern direkt ins Labor geschickt und dort einzeln ausgewertet. Bis zum Erhalt der Einzeltest-Resultate sollen die Schülerinnen und Schüler im Unterricht bleiben. Dabei gilt es, das Schutz- und Hygienekonzept genauestens umzusetzen. Generell ist während dieser Zeit erhöhte Vorsicht geboten und auch das Tragen einer Maske wird empfohlen. Das Contact-Tracing kann je nach Lagebeurteilung weitere Massnahmen anordnen. Stehen die Ergebnisse der Einzeltestungen zur Verfügung, werden diese den Erziehungsberechtigten direkt vom Labor übermittelt. Es ist die verpflichtende Aufgabe der Erziehungsberechtigten, allfällige positive Resultate der Schule zu melden.

Positiv getestete Schülerinnen und Schüler müssen in Quarantäne. Bild: pp

3. Positiver Corona-Test – was jetzt?

Positiv getestete Schülerinnen oder Schüler müssen sich gemäss Vorgabe des Bundesamts für Gesundheit (BAG) für zehn Tage in die Isolation begeben. Zudem analysiert das Contact-Tracing die Klassensituation, verfügt allfällige Kontaktquarantänen oder ordnet bei zwei oder mehr positiven Einzeltestungen in einer Klasse eine Ausbruchsuntersuchung an.

In einem vierten Schritt wird der Ausbruch untersucht (Contact Tracing). Bild: Swisscognitive

4. Ausbruchsuntersuchung

Treten in einer Klasse zwei oder mehr positive Fälle auf, ordnet das kantonale Contact-Tracing eine Ausbruchsuntersuchung an. Nach erfolgter Information an alle Beteiligten erfolgt eine erste Testung. Eine weitere erfolgt in der Regel fünf Tage später. Anders als beim repetitiven Testen, werden die Speichelproben der Lernenden hier nicht zu einem Pool zusammengeführt, sondern direkt ins Labor geschickt und dort einzeln ausgewertet. Ist die Teilnahme an den Ausbruchsuntersuchungen auch für Geimpfte oder Genesene obligatorisch? Hierzu erklärt Tanja Grimaudo Meyer: «Bei einer durch das Contact-Tracing angeordneten Ausbruchsuntersuchung ist die Teilnahme für alle verpflichtend. Das Contact-Tracing kann Ausnahmen machen bei vollständig Geimpften oder dokumentiert Genesenen, die keine Symptome haben. Personen, welche sich im Falle einer Ausbruchsuntersuchung nicht testen lassen, werden vom Contact Tracing für zehn Tage ab dem letzten Kontakt in Quarantäne geschickt.

Erika Unternährer, Redaktion March24 & Höfe24