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28.08.2021

«Wangen tanzt» – ein Tanzverein für Jugendliche unter junger Leitung

Aufmerksame Kinderaugen: Yara Auf der Mauer erklärt der Kindergruppe, was sie in der kommenden Tanzstunde machen werden.
Aufmerksame Kinderaugen: Yara Auf der Mauer erklärt der Kindergruppe, was sie in der kommenden Tanzstunde machen werden. Bild: Mia Jule Hähni
Die 17-jährige Galgenerin Yara Auf der Mauer ist Vereinsleiterin der Tanzschule «Wangen tanzt». Während sie Kindern und Jugendlichen rhythmische Tanzschritte beibringt, geht sie selbst noch zur Schule und macht nächsten Sommer ihre Matura.

Yara Auf der Mauer tanzt schon seit sie klein ist. Eine Welt ohne Bewegung kann sie sich nur schlecht vorstellen. Da bei ihrer Familie zu Hause immer getanzt wurde, waren ihre Eltern lange Zeit ein Spiegel für sie und so wuchs sie mit dem Tanzen auf. Viele Jahre war Yaras Mutter ihre Tanzlehrerin und brachte ihr viele verschiedenen Stilrichtungen bei.

Ihre ersten Erfahrungen als Tanzlehrerin sammelte die 17-Jährige sammelte bei «Wangen tanzt», als sie 2019 eine Gruppe von Kindern hobbymässig unterrichtete. Mittlerweile unterrichtet Yara einmal pro Woche zwei Gruppen, Kinder von fünf bis zehn Jahren und Jugendliche bis 16 Jahre.

In ihrem Tanzunterricht lernen die Kinder und Jugendlichen viele verschiedene Tanzrichtungen wie zum Beispiel HipHop, Contemporary, Jazz und Salsa.

Übernahme inmitten Corona

Nur kurz konnte Yara Auf der Mauer als frische Vereinsleiterin im Tanzverein «Wangen tanzt» unter normalen Bedingungen Tanzstunden unterrichten. Schon nach zwei Workshops musste die Tanzschule aufgrund der Pandemie geschlossen werden.

Die darauffolgende Zeit war sehr anstrengend für sie, da sie ihre Tanzgruppen auf vier Teilnehmer reduzieren musste und auf die Abstände zwischen den Tänzerinnen zu achten hatte. Oftmals war Yara zwei Tage in Folge über sechs Stunden im Tanzsaal und unterrichtete mehrere kleinere Gruppen.

Zeitintensive Vorbereitungen

Viel Aufwand sei es vor allem, eine Choreographie für die Tanzstunden vorzubereiten. «Viele Leute sehen den Aufwand und die vielen Stunden Arbeit dahinter nicht», meint Yara Auf der Mauer. Durchschnittlich braucht sie fast sechs Stunden für eine neue Choreographie.

 

Die 17-Jährige arbeitet als Tanzlehrerin und macht zugleich die Matura. Bild: Mia Jule Hähni

Oftmals ist sie aber auch sehr offen und spontan und nimmt Rücksicht auf die Wünsche und Vorschläge der Schülerinnen. 

Nur positives Feedback

Es bedeutet der 17-Jährigen sehr viel, wenn die Kinder und Jugendlichen ihren Unterricht loben. «Es gibt mir sehr viel Sicherheit, die Tanzschule zu haben und unterrichten zu können. Deshalb möchte ich auch immer das Beste aus allem herausholen und im Privatleben nicht auf die falsche Bahn geraten», erklärt Yara Auf der Mauer.

Die Arbeit mit den Kindern geniesst sie vor allem, weil sie so eine einzigartige Art und Weise haben, die Dinge im Leben zu sehen. Die Welt der Erwachsenen, in welche sie gerade hineinwächst, ist immer von Geld und Sorgen geprägt. «Kinder sind da ganz anders, sie freuen sich auch über die kleinen Dinge im Leben.»

Eine ungewisse Zukunft

Aussergewöhnlich macht Yaras Weg vor allem die Tatsache, dass sie erst nächsten Sommer das Gymnasium in Nuolen abschliessen wird. Mit einer guten Planung sei es aber möglich, den Tanzverein und die Schule unter einen Hut zu bringen, argumentiert sie.

So schafft sie es auch, Prüfungsstress und Maturaarbeit mit dem Tanzunterricht zu kombinieren. «Denn wenn man einmal im Rhythmus ist, läuft alles ziemlich von alleine.» Auch wenn sie noch nicht genau weiss, wie es nach der Matura mit «Wangen tanzt» weitergehen wird, hofft sie sehr, dass die Tanzschule weiter bestehen kann, falls sie nicht mehr genügend Zeit dafür hätte.

Ob ihre Mutter, ihre Schwester oder eine andere engagierte Tänzerin als neue Leiterin in Frage kommen würde, weiss sie jedoch noch nicht.

Mia Jule Hähni, Redaktion March24 & Höfe24