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21.08.2021
21.08.2021 08:16 Uhr

Sommer vermiest das Grillfest – und den Umsatz

Urs Krauer von der Chreiselmetzg in Wangen hat diesen Sommer nicht gerade die beste Grillsaison erlebt.
Urs Krauer von der Chreiselmetzg in Wangen hat diesen Sommer nicht gerade die beste Grillsaison erlebt. Bild: Erika Unternährer
Das regnerische Wetter hat diesen Sommer auch Metzger Urs Krauer aus Wangen zu spüren bekommen.

Das Geschäft mit dem Fleisch blüht in der Grillsaison – normalerweise. Dem war diese Saison jedoch nicht so. Metzger Urs Krauer von der Chreiselmetzg in Wangen spricht im Interview über abgesagte Grillfeste, Vorurteile des Metzgerberufs und über einen vegetarischen Burger im Sortiment eines Fleischfachgeschäfts. 

Bei Regen macht das Grillen keinen Spass. So manches Grillfest ist in den letzten Wochen wortwörtlich ins Wasser gefallen. Wie hat sich das auf ihr Geschäft ausgewirkt?

Im Gegensatz zum letzten Sommer haben wir dieses Jahr schon auch an Umsatz eingebüsst. Ist der Sommer schön, kommt es nicht selten vor, dass vor allem an den Wochenenden der Kunden-Andrang riesig ist. Das ist in den letzten Wochen sehr selten passiert – selbst am 1. August ist die Nachfrage bei weitem kleiner geblieben als in den Jahren zuvor. Gefehlt hat uns vor allem die junge Kundschaft, welche hauptsächlich im Sommer fürs Grillfest bei uns einkauft. 

Die Metzger-Branche hat es immer schwerer, Nachwuchs zu finden. Woran könnte es liegen, dass das Interesse am nachlässt?

Ich vermute, dass viele ein falsches Bild eines Metzgers haben: Viele verwechseln den Beruf mit demjenigen des Schlachters. Kleine Metzgereien, wie unsere, schlachten keine Tiere, sondern verarbeiten das Fleisch. Das Metzgerhandwerk ist kreativ und kommt dem Kochberuf oft sehr nahe.

Haben Sie auch Vegi-Burger im Angebot oder denken Sie darüber nach, Ihr Angebot mit vegetarischen Produkten zu ergänzen?

Ja, wir verkaufen auch vegetarische Produkte. Das finde ich auch gut so, denn wir wollen mit der Zeit gehen. Einen Vegi-Burger gibt es bei uns auch, den stellen wir aber nicht selber her. Wir haben uns aber schon Gedanken darüber gemacht, einen solchen zu kreieren. Bisher hat aber die Zeit dazu gefehlt – schliesslich soll unser Produkt auch gut sein und eine gute Kreation braucht seine Zeit.

Was halten Sie vom Vorurteil: «Metzger haben kein Herz für Tiere»?

Davon halte ich nicht viel und es wurde mir bisher auch nie vorgeworfen. Ich würde sogar eher das Gegenteil behaupten: Alle meine Berufskollegen sind Tierfreunde. Manche sind sogar mit Tieren aufgewachsen, auf einem Bauernhof zum Beispiel. In der Schweiz sind die Gesetze zur Tierhaltung sehr streng, und das ist auch gut so. Ein Tier verdient es, gut zu leben.

 

Erika Unternährer, Redaktion March24 & Höfe24