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29.07.2021
29.07.2021 16:01 Uhr

Tierpark mit Gewinn – trotz Corona-Schliessungen

Zwischen den Schliessungen waren die Besucherzahlen äusserst erfreulich.
Zwischen den Schliessungen waren die Besucherzahlen äusserst erfreulich. Bild: zvg
Solidarität, Sparen und Besucherstrom retteten ein schwieriges Geschäftsjahr des Natur- und Tierparks Goldau.

Der Tierpark Goldau kam mit einem blauen Auge davon. Trotz Corona schliesst das Geschäftsjahr 2020 mit schwarzen Zahlen ab. «Es war eine herausfordernde Zeit», halten denn auch Direktorin Anna Baumann und Silvio Herzog, Präsident der Verwaltungskommission, im am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht fest.

Gleich zweimal wurde im Vereinsjahr 2020/2021 eine Schliessung angeordnet. An nicht weniger als 137 Tagen konnten wegen eines Lockdowns keine Besuchende begrüsst werden. Wichtige Einnahmen entfielen. Weil nach der Eröffnung die Gäste geradezu in Scharen in den Natur- und Tierpark Goldau kamen, weil Geschäftsleitung und Mitarbeitende rasch und konsequent reagierten und auf Sparen setzten und weil dank einer grossen Solidarität viele Spenden eingingen, kann jetzt gar ein Gewinn in den Geschäftsbüchern festgehalten werden.

Es seien, so Direktorin Anna Baumann, in mehreren Monaten «historische Besucherrekorde» verzeichnet worden. «Allein am 21. Juni 2020 hatten wir 4466 Besuchende», sagt Anna Baumann.

Der noch im letzten Jahr erwartete Verlust traf nicht ein

Vor einem Jahr hatte der Tierpark, dessen Geschäftsjahr am 1. April beginnt, mit einem Verlust von 1,5 Millionen Franken gerechnet. Tatsächlich weist er aber nun einen Gewinn aus, der mit 0,8 Millionen Franken sogar doppelt so hoch ist wie im Geschäftsjahr 2019/2020.

Die Einnahmen aus den Eintritten gingen von 3,2 Millionen Franken auf 3,0 Millionen Franken zurück, jene aus der Gastronomie von 3,6 Millionen Franken auf 2,7 Millionen Franken. Insgesamt reduzierte sich der Betriebsertrag von 11,8 auf 10,0 Millionen Franken.

Auf der anderen Seite konnte der Betriebsaufwand von 9,3 auf 7,9 Millionen Franken gedrückt werden. Das Betriebsergebnis betrug damit 2,1 Millionen Franken, dies gegenüber 2,5 Millionen Franken 2019/2020. «Die Krise hat uns bestärkt, weiterhin mutig und gleichzeitig umsichtig in den Park zu investieren», bilanziert die Tierpark-Direktorin.

Die Geburt von Wisent-Kalb «Tjala» im Juni 2020 sorgte für grosse Freude. Bild: zvg

Attraktive Erweiterungen dank projektbezogenen Spenden

Trotz der Pandemie stand das Wohl der Tiere im Park im Vordergrund. «Insgesamt konnten 29 Tiere aus neun verschiedenen Tierarten in andere Zoos oder Institutionen abgegeben werden», schreibt Tierpark-Tierarzt Martin Wehrle. Besonders erwähnt wird dabei die erfolgreiche Nachzucht von zwölf Wiedehopfen und fünf jungen Steinkäuzen, die an ein Wiederansiedlungsprojekt in einen norddeutschen Naturpark vermittelt wurden. In der Auffang- und Pflegestation wurden 268 Tiere betreut, 50 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im vergangenen Geschäftsjahr konnten die neue Dachsanlage sowie die Stationen «Wildbienen» und «Käfergarten» des Insektenpfades eröffnet werden. Zudem sind die Bauarbeiten für den Grosswijer gestartet – eine Auen- und Kulturlandschaft inklusive eines Stalls für Nutztiere ist am Entstehen und wird den Tierpark mit einer weiteren Attraktion bereichern. Das Projekt ist vollumfänglich durch projektbezogene Spenden finanziert.

Zwischen April 2020 und März 2021 waren laut Sonja Breitler, Leiterin Personal im Natur- und Tierpark Goldau, 154 Mitarbeitende aus 13 Nationen in 62 Vollzeitstellen angestellt. In dieser Zeit fielen rund 23'000 Arbeitsstunden aus, und rund eine halbe Million Franken wurde in Form von Kurzarbeitsentschädigung an die 120 Personen ausbezahlt, die während dieser Zeit im Einsatz standen.

Redaktion March24 und Höfe24