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26.07.2021
06.08.2021 09:22 Uhr

Braune Zerstörung vor allem in Galgenen und Schübelbach

Den ganzen Tag lang waren Märchlerinnen und Märchler sowie Feuerwehrleute und Zivilschüter damit beschäftigt, Dreck aus den Kellern und Garagen zu schaffen. Doch verloren ist schon vieles.
Den ganzen Tag lang waren Märchlerinnen und Märchler sowie Feuerwehrleute und Zivilschüter damit beschäftigt, Dreck aus den Kellern und Garagen zu schaffen. Doch verloren ist schon vieles. Bild: Anouk Arbenz
Insbesondere in den Gemeinden Galgenen und Schübelbach war man gestern intensiv mit Aufräum- und Reinigungsarbeiten beschäftigt. Teilweise waren ganze Existenzen zerstört worden.

Dreck, getrocknet oder in Form von Schlamm, Steine, Äste und Wasserpumpen vor jedem Haus sehe ich, als ich den Nördlingerhof in Galgenen betrete. Ich muss nicht einmal in die Keller und Tiefgaragen, um zu wissen, dass hier kürzlich viel Wasser und Schlamm die Strassen, Häuser und Wiesen überschwemmte. Die Tiefgarage des Quartiers war gestern komplett unter Wasser. Holz, Stein, Reifen und etliche Gegenstände wie Taschen, Dosen, Vasen, Kleider und Anderes schwimmen im übriggeblieben Schlammwasser.

Feuerwehrleute und Zivilschützer waren den ganzen Tag dabei, das Wasser abzupumpen und zu -saugen, die verschlammten Gegenstände im Innern herauszutragen und schliesslich den Schlamm abzutragen. Aber nicht nur sie – in der ganzen Nachbarschaft werden Keller und Garagen geräumt, gesäubert und betrauert, denn das meiste, was dem Schlamm zum Opfer gefallen ist, muss weggeworfen werden. Die Solidarität ist gross. Man hilft sich gegenseitig.

  • Bild: Anouk Arbenz
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  • Sicht von der Büelstrasse in Siebnen. Bild: Anouk Arbenz
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  • Die Tiefgarage im Nördlingerhof in Galgenen. Bild: Anouk Arbenz
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  • Die Feuerwehr Galgenen im Nördlingerhof. Bild: Anouk Arbenz
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  • Nur schon für die Ware in der Tiefgarage des Nördlingerhofs in Galgenen wurden mehr als 50 Mulden gebraucht. Bild: Anouk Arbenz
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Etwas weiter oben, am Hürdweg, steht vor einer Tiefgarage ein Pumplastwagen und verschlammte Gegenstände, die sich stapeln. Drinnen erfahre – und sehe – ich, dass der Wasserstand hier am Sonntag noch fast einen Meter betrug. Es ist eine grosse Tiefgarage mit mehreren Räumen «Das meiste werden wir wegwerfen müssen», sagt die resignierte Hausbesitzerin. Ein paar Sachen, wie etwa Kleider oder das Sofa, versuche sie zu waschen. Opfer des Unwetters ist auch der Coiffure Crazy Hair, der sich in einem Raum der Tiefgarage befindet. Gestern war Astrid Dobler, der das Coiffeurgeschäft gehört, angesichts der Zerstörung in Tränen aufgelöst.

Coiffure Crazy Hair wieder geöffnet

Seit gestern bedient Astrid Dobler im top eingerichteten Provisorium am Hürdweg 21 in Galgenen ihre Kundinnen und Kunden wieder. Durch das Unwetter Ende Juli wurde das Geschäft komplett zerstört. In kürzester Zeit wurde Dank der prompten Unterstützung der Mobiliar Versicherung ein Provisorium in der Tiefgarage erstellt. Gerne nimmt Astrid Dobler unter der Telefonnummer 055 440 57 03 ihren Termin im Coiffure Crazy Hair entgegen.

Verstopft wegen Eisklumpen, Schwemmholz und Blättern

Auch in Siebnen, Schübelbach und Buttikon tobte das Unwetter heftig. Neben dem Wasser war auch das Konglomerat aus Hagel und Laub ein grosses Problem, da es die Abflüsse verstopfte. «Es erreichten uns 140 Meldungen», berichtet Othmar Büeler, Gemeindepräsidentvon Schübelbach. Er ist dankbar und stolz, dass «jeder, der helfen konnte, dies auch tat». Landwirte, die selber stark betroffen sind, hätten ihre Güllenfässer gebracht. Die Einsatzkräfte waren überall, auch in der Nacht, und alle kamen aus ihren Ferien zurück, um mitanzupacken. 

  • Schlamm am Hürdweg in Galgenen. Bild: Anouk Arbenz
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  • Die Spuren verraten den Wasserspiegel. Bild: Anouk Arbenz
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  • Ein Pumplastagen am Hürdweg in Galgenen. Bild: Anouk Arbenz
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  • Feuerwehrleute sammeln Steine auf der Mosenstrasse in Galgenen. Bild: Anouk Arbenz
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Auch vom Gemeindepräsidenten aus Galgenen, René Häberli, und Gemeindeschreiber Patrick Fuchs gibts Lob für Feuerwehr und Bevölkerung. «Man erhielt auch viel Unterstützung aus den Nachbargemeinden.» Die Feuerwehren Wangen und Tuggen hätten etwa den Pikettdienst übernommen. Auch viele private Unternehmen hätten ihre Hilfe angeboten – «alle, die etwas mit Pumpen oder Reinigen zu tun haben, waren zur Stelle», so Fuchs. Auch das Amt für Umwelt war unterstützend zur Seite.

Beide Gemeindepräsidenten sind zufrieden über den Ablauf und die Arbeit aller Beteiligten in dieser Krisensituation. Jetzt gehe es darum, für eine mögliche nächste «Welle» bereit zu sein.

  • Beim Kraftwerk in Siebnen kamen Ziegelsteine vom Dach. Bild: Anouk Arbenz
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  • Hagel- und Wasserspuren in Siebnen. Bild: Anouk Arbenz
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  • Steine und Blätter als Spuren des Unwetters vom Sonntag. Bild: Anouk Arbenz
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  • Umgeknickte Bäume im Eisenburg in Siebnen. Bild: Anouk Arbenz
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Anouk Arbenz, Redaktion March24 und Höfe24