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Altendorf
25.07.2021
21.07.2021 13:50 Uhr

Mit dem SUP nicht zu nah ans Schilf

Vier Verhaltensweisen sorgen für ein friedliches Nebeneinander von Wassersportlern und Wildtieren.
Vier Verhaltensweisen sorgen für ein friedliches Nebeneinander von Wassersportlern und Wildtieren. Bild: zvg
Sport- und Naturschutzverbände rufen zu wildtierfreundlichem Wassersport auf.

Während sich die Bevölkerung an heissen Sommertagen auf das kühle Wasser freut, bedeutet das hohe Aufkommen an Freizeitaktiven auf den Seen für Wildtiere eine grosse Herausforderung. Dank einfachen Verhaltensweisen können Stand-Up-Paddlerinnen und Kanuten dazu beitragen, dass Wasservögel und andere Wildtiere weniger gestört werden. Mit der Kampagne «Aufs Wasser mit Rücksicht» sensibilisiert eine breite Koalition aus Sport- und Naturschutzverbänden für wildtierfreundlichen Wassersport.

Die Anzahl der Stand-Up-Paddler (SUP) nimmt jährlich zu – so auch auf den Schwyzer und Zürcher Seen. Gleichzeitig ist der See Lebensraum für zahlreiche Tierarten wie Vögel, Fische und Libellenlarven. Vögel ziehen ihre Jungen im oder am Schilf auf, Jungfische und Libellenlarven halten sich vor allem in Flachwasserzonen auf. 

Bild: unsplash

Obersee war Pilotregion 2020

Erholungssuchenden und Sportaktiven aufzeigen, wie sie sich auf dem Wasser naturfreundlich bewegen können: Dies ist das Ziel der Kampagne «Aufs Wasser mit Rücksicht». Im Sommer 2020 startete sie mit zwei Pilotregionen am oberen Zürichsee und am Genfersee, dieses Jahr wird sie ausgedehnt auf den Greifen-, Pfäffiker- und Türlersee, wo ein besonders hoher Bedarf an Sensibilisierung besteht.

«Die menschliche Silhouette ist auf dem Stand-Up-Paddle-Board weithin sichtbar und für die meisten Vögel signalisiert der Mensch eine Bedrohung», erklärt Christa Glauser von BirdLife Schweiz. «Vögel flüchten daher oder unterbrechen die Nahrungssuche. Zahlreiche oder langandauernde Störungen führen dazu, dass Vögel gute Lebensräume meiden oder der Bruterfolg schlechter wird. In Flachwasserzonen werden Jungfische aus diesem für sie guten Lebensraum vertrieben und Libellenlarven, Muscheln oder andere Tiere auf dem Seeboden können durch das Paddeln beeinträchtigt werden.» Mit Leporello, Plakaten und auf der Website www.naturfreizeit.ch/wasser werden vier einfache Verhaltensweisen kommuniziert.

Schwyz unterstützt die Kampagne

Die Verhaltensweisen zeigen den Stand-Up-Paddlerinnen und weiteren Wassersportlern, wie sie rücksichtsvoll auf dem Wasser unterwegs sein können: Abstand halten zum Schilf; Abstand halten zu Kiesinseln und Sandbänken; im Herbst und Winter keine Gewässerabschnitte mit Vogelansammlungen befahren sowie Schutzgebiete respektieren. Diese Kampagne wird auch unter anderem vom Kanton Schwyz unterstützt. 

Redaktion March24 und Höfe24