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Kanton
13.07.2021
13.07.2021 08:54 Uhr

Opferhilfe Kanton Schwyz führte über 500 Beratungen durch

Im Kanton Schwyz wurden im letzten Jahr im Rahmen der Opferhilfe 520 Beratungen durchgeführt.
Im Kanton Schwyz wurden im letzten Jahr im Rahmen der Opferhilfe 520 Beratungen durchgeführt. Bild: Keystone
Im Kanton Schwyz kam es im Rahmen der Opferhilfe im letzten Jahr zu fünf positiven Entscheiden mit Entschädigung. Mehr als zehn Fälle gab es letztmals im Jahr 2015. Zugenommen hat die Zahl der Beratungen.

Im Jahr 2020 haben die Opferhilfestellen in der Schweiz 43 '63 Beratungen durchgeführt. Das sind rund 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Den Opfern oder ihren Angehörigen wurden Entschädigungen und Genugtuungen in der Höhe von 5,3 Millionen Franken zugesprochen, was gegenüber 2019 einer Abnahme von 22 Prozent entspricht. 

Im Kanton Schwyz sind die jährlichen Entschädigungsfälle meist an einer Hand abzuzählen. Im Jahr 2020 wurden fünf Fälle beurteilt, in vier davon kam es zu einer Genugtuung. Insgesamt wurden 9'000 Franken ausbezahlt wobei der Medianwert bei 2500 Franken lag. Will heissen, dass zwei Personen mehr als 2'500, die anderen beiden weniger als 2'500 Fr. bekamen. Im Jahr 2019 gab es fünf positive Entscheide und es wurden Genugtuungen in der Höhe von 16 500 Franken geleistet. Zusätzlich wurden auch Entschädigungen in der Höhe von 6'309 Franken bezahlt. Mehr als zehn Fälle gab es mit elf an der Zahl letztmals im Jahr 2015. Die Genugtuungssumme belief sich damals auf 72'000 Franken, gut 2'200 Franken gab es an Entschädigungen. 

Hohe Entschädigung im Jahr 2002

Betrachtet man die Medianwerte der Kantone fällt auf, dass nur in Ausnahmefällen hohe Beträge ausbezahlt worden sind. In Schaffhausen etwa lag der Median im letzten Jahr bei 20'000 Franken, dies bei lediglich drei Fällen und einer Gesamtsumme von 57'000 Franken. Markant höher lag der Median im Jahr 2010 in Zug mit 50'000 Franken. Dies war aber einer der raren Einzelfälle der letzten 20 Jahre. Insgesamt wurden damals an drei Personen gut 103'000 Fr. ausbezahlt. Im Kanton Schwyz kam es im Jahr 2002 mit 55'000 Franken im Median zu einer ähnlich hohen Summe. Damals wurde zusätzlich eine sehr hohe Entschädigung in der Höhe von 100'000 Franken entrichtet. 

Weitaus häufiger sind jeweils die Opferberatungen. Im Kanton Schwyz wurden 2020 insgesamt 520 Beratungen durchgeführt, das sind 8,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auffallend ist, dass die Zahl seit 2015 stark zugenommen hat. Bis dahin lag die Zahl der Beratungen pro Jahr stets unter 250. Berücksichtigt wurden die Jahre seit 2004. 

Zur Opferberatungsstelle

Im Kanton Schwyz ist die Opferberatungsstelle in Goldau die zentrale Anlaufstelle im Kanton Schwyz für Opfer im Sinne des Opferhilfegesetzes (OHG) und deren Angehörige oder Vertrauenspersonen. Sie finden dort in einer schwierigen Situation Unterstützung, Beratung und Begleitung durch ein Team von ausgewiesenen Fachleuten. Die Beratung ist vertraulich und kostenlos. Sie steht jedem Opfer einer Gewalttat oder eines Unfalls zu, unabhängig davon, ob es Strafanzeige einreicht, ein Strafverfahren eröffnet wurde oder ob der Täter oder die Täterin bekannt ist. Einzige Voraussetzung ist das Vorliegen einer vorsätzlich oder fahrlässig begangenen Straftat im Sinne des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB). 

Daniel Koch, Redaktion March24 & Höfe24