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12.07.2021

Parkplatz-Einnahmen wegen Corona durcheinander

Einfach ist die Parkplatzsuche am Walensee an schönen Wochenenden nicht.
Einfach ist die Parkplatzsuche am Walensee an schönen Wochenenden nicht. Bild: zVg
In Rapperswil-Jona sind die Einnahmen von Parkplatzgebühren während dem Corona-Jahr gesunken, während diese in anderen Linthgebiet-Gemeinden gestiegen sind.

Corona hat das Jahr 2020 nachhaltig geprägt – und manche gesellschaftliche Veränderungen lassen sich glasklar quantifizieren. So zum Beispiel hinsichtlich der Einnahmen aus bewirtschafteten Parkplätzen. So sanken in Rapperswil-Jona diese Erträge im vergangenen Jahr um rund 381 000 Franken auf 2 280 969 Franken. 2019 betrugen diese noch 2 662 593 Franken. Dieser Rückgang ist einzig auf die Pandemie und die beiden Lockdowns zurückzuführen. Dadurch wurde die Stadt weniger Insbesondere für Kurzausflügler weniger attraktiv. Kaum verwunderlich angesichts geschlossener Geschäften, Beizen und Cafés. 

Noch interessanter werden diese Zahlen im Vergleich zu ländlichen Gemeinden wie Schmerikon oder Weesen. Tatsächlich zog es die Leute im vergangenen Corona-Jahr vermehrt dorthin. Denn Wandern und die Natur geniessen ist bekanntlich ein gutes Rezept, um das Virus zumindest für eine kurze Weile zu vergessen. Was man besonders an schönen Wochenenden in Weesen beobachten konnte: Schon zur Mittagszeit waren meist sämtliche Parkplätze ums Seebecken restlos belegt. 

  • Geparkt wird, wo sich ein Plätzchen findet. Bild: zVg
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  • Die Parkplatzgebühren in Weesen. Bild: zvg
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Mehr Einnahmen, mehr Probleme in Weesen

Angesichts dieses Andrangs kann man auch verstehen, dass sich die Gemeinde Weesen über die gestiegenen Einahmen aus Parkplatzgebühren nicht nur freute. Zwar wuchsen diese im Vergleich zu 2019 um 35 000 Franken auf gesamthaft 280 000 Franken. Wobei der Gemeinderat im Mai eine massive Erhöhung der Parkgebühren beschloss. Dabei werden nun insbesondere Kurzzeitparkierer stärker zur Kasse gebeten. Bei der Seebeiz «Lago Mio» kostet die erste Stunden beispielsweise gleich fünf Franken, mehr als doppelt so viel wie bis anhin. 

Gemeindeschreiber Ignaz Gmür bestätigt, dass man versuche, der neuen Situation zumindest ansatzweise Herr zu werden. Zusätzliche Parkplätze im Zentrum seien nicht geplant, sagt Gmür. «Aber wir wollen mit einem neuen Konzept den Andrang besser steuern.» Konkret bedeutet dies, dass man die Besucher auf Plätze ausserhalb des Zentrums lenken möchte, um sie von dort mittels Shuttle-Bussen ins Zentrum zu bringen. Wobei derzeit noch nichts spruchreif ist. 

Höhere Gebühren auch in Schmerikon

Eine ähnliche Entwicklung gab's 2020 auch in Schmerikon. Viele Tagesausflügler zog es besonders zum Baden dorthin. Trotzdem sanken die Einnahmen aus den bewirtschafteten Parkplätzen im Jahr 2020 um 17 000 Franken von 212 000 Franken im Vorjahr auf 195 000 Franken. Und auch im Seedorf wurden die Parkgebühren erhöht, wobei man – anders als in Weesen – die Langzeitparkierer im Visier hat. 

Mit Rücksicht auf das lokale Gewerbe wurden die Tarife für die ersten vier Stunden kaum erhöht. Ab der vierten Stunde zahlen Parkierende seit dem 1. Juli zwei Franken. Ab der zehnten Stunde wird der Tagestarif von 16 Franken fällig. Bleibt ein klares Fazit: Auch bezüglich Parkplatzgebühren hat Corona eine bleibende Veränderung bewirkt.

Jérôme Stern, Linth24