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Kanton
04.07.2021

Tiefgefrorene Lebensmittel gibt es bald «unverpackt»

Bild: pixabay/zvg
Der Einsiedler Unternehmer Peter Zihlmann setzte sich im Schweizer Parlament dafür ein. Mit Erfolg.

Unnötige Plastikverpackungen werden bei vielen Konsumenten aufgrund des Nachhaltigkeitsaspektes immer unbeliebter. So bieten einige Geschäfte Auffüllstationen an, bei denen Lebensmittel in die eigenen Behälter abgefüllt werden können. Was aber für Teigwaren, Nüsse oder Müeslimischungen ganz normal ist, ist bei tiefgefrorenen Lebensmitteln laut den Hygienevorschriften des Bundes strikt verboten. Allerdings nicht mehr lange.

Kürzlich stimmte der Ständerat einem Vorstoss zu, welcher die Abänderung der Hygienevorschriften verlangt. Durch die Annahme wird nun der Bundesrat damit beauftragt, den Verkauf von unverpackten Tiefkühlprodukten in innert zwei Jahren zu ermöglichen.

Über diesen Beschluss freute sich einer ganz besonders: Peter Zihlmann. 2018 gründete der Einsiedler das Unternehmen Dinnair, um seine Vision von tiefgekühlten,regionalen und unverpackten Speisen in die Realitätumzusetzen. Was zunächst hervorragend klappte, wurde schlagartig wieder eine Utopie, als die Zürcher Lebensmittelkontrolle den Verkauf der tiefgefrorenenSpezialitäten im Offenverkauf verbot. «Ich stand damals am Rande meiner beruflichen Existenz», erinnert sichPeter Zihlmann.

Unterstützung von Politikern

Um sein Start-up Dinnair nicht zu verlieren, musste er kurzerhand auf Verpackungen umsteigen. Zihlmann hielt jedoch an seiner Vision fest und setzt sich seither für den Verkauf von unverpackter Tiefkühlware ein. Von zahlreichen Nationalräten wie Andri Silberschmidt (FDP), Prisca Birrer-Heimo (SP), Esther Friedli (SVP), Kilian Baumann (Grüne) und Markus Ritter (CVP) wurde er unterstützt. Peter Zihlmann verfolgte gemeinsam mit seinen drei Mitarbeitern die Annahme des Vorstosses im Ständerat live von der Zuschauerbühne. «Es war für mich ein surrealer Moment, als Bundesrat Alain Berset vor allen meine Geschichte erzählte. Dies ging mir unter die Haut», sagt Zihlmann. Über die Annahme der Motion habe er sich riesig gefreut. «Es war wirklich ein langer Kampf, eine lange Durststrecke», sagt er. Doch nun freue es ihn umso mehr, dass er die Produkte nun bald ohne Verpackung anbieten kann. «Es ist fantastisch, als Unternehmen etwas zu einer Veränderung und zu einem nachhaltigen Umdenken beitragen zu können.»

Melanie Schnider, Bote der Urschweiz