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Region
30.06.2021
30.06.2021 10:47 Uhr

Schon wieder klaut ein Dieb aus Tiefgaragen teure Velos

Bei Einschleichdieben im Trend: Aus Tiefgaragen und Kellern in der Region werden immer wieder teure Velos, Autopneus und -felgen gestohlen. 
Bei Einschleichdieben im Trend: Aus Tiefgaragen und Kellern in der Region werden immer wieder teure Velos, Autopneus und -felgen gestohlen.  Bild: Markus Timo Rüegg
Einem 29-jährigen Mann werden rund 60 Diebstähle in fünf Kantonen zur Last gelegt. Die Beute verkaufte er nach Serbien. Ans Werk ging der Dieb auch in der Region. Hier kennt er sich bestens aus.

Bei Dieben scheinen Tiefgaragen, Fahrradräume und Kellerabteile in der Region besonders beliebt zu sein. Immer wieder kommt es hier zu Einbruchserien in derlei Räumlichkeiten. Im Juli 2020 titelte diese Zeitung «Waren für 165 000 Franken aus Tiefgaragen gestohlen» und im November des gleichen Jahres «Diebe klauen teure Velos aus Tiefgarage».

Jetzt meldet die Kantonspolizei St. Gallen schon wieder einen grösseren Fall von Einbrüchen in Tiefgaragen und Velokeller. Sie hat einen 29-jährigen Serben ermittelt, der rund 60 Einbrüche und Einschleichdiebstähle verübt haben soll. Ihm wird vorgeworfen, vorwiegend hochwertige Velos und Kompletträder für Autos gestohlen zu haben. Der Deliktsbetrag beläuft sich auf rund 355'000 Franken. Der Beschuldigte dürfte die Taten über mehrere Monate hinweg im Sommer 2019 sowie im Juli und August 2020 begangen haben.

Mit eigenem Auto unterwegs

Der Serbe war während dieser Zeit in den Kantonen St. Gallen, Zürich, Schwyz, Luzern und Zug aktiv.«Der Mann hat einen festen Wohnsitz im Linthgebiet», bestätigt Natascha Scherrer, Mediensprecherin der Kantonspolizei St. Gallen. Der 29-Jährige lebt nicht nur hier, er verschonte auf seinen Diebestouren auch die Region nicht. So hat er Tiefgaragen, Fahrradräume und Kellerabteile in Uznach, Rapperswil, Jona, Kaltbrunn, Gommiswald und Schänis geplündert, wie Scherrer sagt.

Bei den Einschleichdiebstählen ging der Serbe immer gleich vor. Er gelangte entweder mit seinem eigenen Auto über offenstehende Garagentore oder zu Fuss über das Treppenhaus in die Tiefgaragen. Das Diebesgut lud er jeweils ins Auto und fuhr anschliessend davon.

Ob er immer alleine unterwegs gewesen sei oder allenfalls ab und zu auch in Begleitung, könne nicht mit Sicherheit gesagt werden, erklärt Polizeisprecherin Scherrer. Die Beute verkaufte der mutmassliche Dieb in sein Heimatland, nach Serbien. Der Transport des Deliktsguts sei ausschliesslich über verschiedene Transportunternehmen und Kuriere erfolgt, sagt Scherrer weiter. Es habe sich hierbei um eine professionelle, kriminelle Organisation gehandelt. Der Mann habe das Diebesgut jeweils an zwei Abnehmer in Serbien verkauft.

Trotz des hohen Deliktsbetrags von rund 355 000 Franken sei der Erlös für den 29-Jährigen wesentlich kleiner gewesen, so Natascha Scherrer. Gemäss ihr hat der Mann die gestohlene Ware für weniger Geld, als sie ursprünglich wert war, nach Serbien verkauft. Wofür er den Erlös verwendet hat, ist nicht bekannt.

Auf die Schliche kam die Polizei dem Dieb nach umfangreichen Ermittlungen. Der Kantonspolizei St. Gallen war zuvor eine Häufung von Einschleichdiebstählen in Tiefgaragen und Velokellern im Linthgebiet und
in ausserkantonalen Regionen aufgefallen.

Sie nahm dann in Zusammenarbeit mit anderen Polizeikorps und der St. Galler Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf, wertete Spuren aus und führte Einvernahmen durch. Die Untersuchungen führten schliesslich zum 29-jährigen Serben. Er sei Anfang Dezember 2020 an seinem Wohnort festgenommen worden, sagt Scherrer weiter. Seither sitzt der Mann in Untersuchungshaft.

Urs Zweifel, Linth-Zeitung