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Galgenen
11.06.2021

Reisebüros: Hoffnung und Verunsicherung

Der Mittelmeerraum ist zurzeit als Sommerferien-Ziel beliebt.
Der Mittelmeerraum ist zurzeit als Sommerferien-Ziel beliebt. Bild: Jan Näf KV4.0
Aufgrund der momentanen Lage nehmen die Buchungen für Ferien wieder zu. Destinationen am Mittelmeer, allen voran Spanien und Griechenland, sind im Sommer besonders gefragt.

Anders als vor einem Jahr sind Sommerferien im Ausland und am Strand wieder möglich. So gehen bei den lokalen Reisebüros wieder viele Buchungen ein, von einer Erholung der Branche kann aber noch lange nicht gesprochen werden. 

So musste sich Andy Hertig vom gleichnamigen Reisebüro in Pfäffikon von drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern trennen und die Fixkosten komplett herunterfahren. Manfred Spiess, Geschäftsführer von Alegria Reisen in Lachen, sagt: «Durch bestmögliche Reduzierung unserer Fixkosten und den Hilfspaketen von Bund und Kanton haben wir es geschafft.» Wie alle Reisebüros hat Diga Reisen in Galgenen seit März 2020 Kurzarbeit. «Sicher, es war ein hartes Jahr. Aber wir haben gewissermassen Vorarbeit geleistet, indem wir bei allen Annullationen und Umbuchungen keine Bearbeitungsgebühr verrechnet haben», sagt Angela Diethelm. Der Kunde merke sich das und danke es ihnen, indem er wiederkomme.Diga Reisen konnte mittlerweile die Präsenzzeit des Team erhöhen und hat wieder sechs Stunden geöffnet. 

Vieles ist schon ausgebucht

Alle drei Reisebüros spüren eine Zunahme der Anfragen. «Bei unserer Kundschaft spüren wir eine grosse Reiselust, gleichzeitig aber auch immer noch eine grosse Verunsicherung», resümiert Angela Diethelm. «Hier kommen wir als Reisebüro ins Spiel, erklären, was möglich ist, begleiten die Dossiers und suchen kundenfreundliche Lösungen, falls sich etwas ändern sollte.» 

«Stand heute buchen wir vor allem Spanien und Griechenland», sagt Andy Hertig. Da viele Kunden ihre Sommerferien von letztem auf dieses Jahr verschoben haben, seien aber viele Flüge und Hotels bereits ausgebucht. Auch bei den Kunden von Diga Reisen stehen Ferien im Mittelmeerraum hoch im Kurs.

Massgeschneiderte Individualreisen und Kreuzfahrten seien derzeit nicht optimal, bestätigen die drei Reiseexperten. «Prinzipiell raten wir nicht von Reisen ab. Aber wir sind gebunden an die Einreisebestimmungen der Länder», so Andy Hertig.  «Bei pauschal organisierten Badeferien und geführten Rundreisen sind unsere Kunden am besten aufgehoben», sagt Manfred Spiess. Diethelm rät aktuell von Reisen in Hochrisikoländer wie Nepal oder Indien ab.

Auch für Herbst und Winter gehen bereits Buchungen ein. 

Bald zurück zur Normalität?

«Wir betrachten das aktuelle Jahr als Zwischenjahr. Das freie und individuelle Reisen wird wahrscheinlich kompliziert bleiben», sagt Manfred Spiess von Alegria Reisen. Deshalb empfehle er, dieses und nächstes Jahr organisierte Reisen im Reisebüro zu buchen. Andy Hertig rechnet damit, umsatzmässig nicht besser dazustehen als 2020. «Weil uns die buchungsstärksten Monate Januar bis März gefehlt haben. Diga Reisen spürt eine Entwicklung hin zu einer gewissen Normalität. «Mit einem vollständigen ‹back to normal› rechne ich aber nicht vor 2022 oder 2023», so Angela Diethelm.

Irene Lustenberger, Redaktion March24/Höfe24