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Sport
07.06.2021

Jungturner zeigen sich von der besten Seite

Als würde er im Bett liegen – Schindellegis K4-Turner Marco Späni beim Barrenprogramm. Bild: ark
Unter strikten Covid-19-Pandemie-Bedingungen wurde in Galgenen am vergangenen Wochenende ein Geräteturnwettkampf für Jugendliche durchgeführt – und alle gewinnen.

Es hatte etwas von einem militärischen Defilee – alles musste beim Geräteturnwettkampf punktgenau gemäss einem engen Zeitplan erfolgen. Absperrbänder, Warteräume, Fiebermessen, Hygiene, Einbahnsystem, Maskenpflicht, Eingangskontrolle. Die Jugendlichen hielten sich ständig in ihrer geführten Gruppe auf und reisten umgezogen an. Der Aufenthalt der Teilnehmenden erfolgte auf die Minute berechnet. Es gab keine Getränke- und Essensausgaben. Garderoben blieben geschlossen. Zuschauende waren nicht zugelassen. Eine Rangverkündigung blieb aus. Am Ende warteten die Eltern draussen im Stundentakt auf die Heimkehr ihrer Lieblinge. 

«Es hat alles geklappt. Alle haben fantastisch mitgemacht», meinte Organisator Walter Egli. Das Gespür des erfahrenen Leiters des den Anlass organisierenden TSV Galgenen ermöglichte es, dass die Turnjugend des Kantons Schwyz endlich wieder ihren Sport wettkampfmässig im Rahmen des KSTV Galgener Jugend Geräteturn Cups 2021 ausüben konnte, mit 242 Klassierten. «Um einen Wettkampf im Geräteturnen in diesen Tagen durchführen zu können, benötigt es ein durchdachtes und genehmigtes Schutzkonzept», ergänzte Egli. OK-Finanzchefin Nadine Ziltener verriet: «Alle bezahlten ein Startgeld von 20 Franken.»

Spektakel noch und noch

Wer nicht dabei sein konnte, hat Grossartiges verpasst. Etwa am Freitagabend. Da zeigten die bis zum 20. Altersjahr limitierten Startenden der Kategorien K7, K6 und K5 sehenswerte Elemente in den Disziplinen Schaukelringe, Reck, Boden, Sprung und Barren. Unter erschwerten Bedingungen. So meinte etwa K5-Turnerin Sina Diethelm (Buttikon-Schübelbach) zum Anlass: «Ich war etwas nervös, der erste Wettkampf seit Langem. Ich hatte aber Spass.» Und die angehende Köchin ergänzte: «Es war anders als sonst. So gab es viel weniger Lärm.» Ohne Publikum herrschte in der Halle des Tischmacherhofs eine erstaunliche Ruhe. Zwischendurch meldeten die beiden Speakerinnen Simone Mächler und Olivia Egli am Freitagabend bis zu 300 und am Samstag gegen 290 live Zuschauende per Zoom. Oder am Samstagmorgen: Da nahmen 52 K1-Turnerinnen die Halle mit ihrer übersprühenden kindlichen Lebensfreude buchstäblich in Beschlag. Debütantinnen. In ihrem ersten Wettkampf der Karriere. Und wer hat den Vierkampf gewonnen? Galgenens siebenjährige Lara Bachmann. Die Kategoriensiege beider Tage gingen an folgende Vereine: Siebnen (5), Galgenen (4), Schindellegi (3), Lachen und Schwyz (je 1). 

Alles überragend blieb ein Bild im Gedächtnis haften: In den Gesichtern der Turnerinnen und Turner war eine besondere Freude und Erleichterung zu sehen. Wichtig ist für Walter Egli auch der Hinweis einer besonderen Medaillenvergabe: «Die Erstklassierten erhielten eine Goldmedaille, alle anderen eine Silbermedaille.» Turnerinnen und Turner erwiesen sich erneut als unkompliziert. Sie stellen sich den Gegebenheiten der heutigen Zeit.

  • Siebnens K7-Turnerin Salome Züger souverän in der Luft beim Abgang ihrer Präsentation an den Schaukelringen. Bild: ark
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  • Wangens Fabienne Vogt (K6) mit einem eleganten Winkelstütz in der Bodenpräsentation. Bild: ark
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Albert René Kolb, Höfe24