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Siebnen
29.05.2021

Hilfsgüter für die Ukraine

Mit vereinten Kräften: der Verlad von Hilfsgütern.
Mit vereinten Kräften: der Verlad von Hilfsgütern. Bild: am
Und wieder hat die Hilfsorganisation Siloah Fellowship International (SFI) einen riesigen Lastwagen beladen und fährt mit 15 Tonnen in die Ukraine. Anfang dieser Woche starten Irene und Mario Vontobel in Buttikon.

Die Freude an der Arbeit war vor einer Woche deutlich spürbar.  Über ein Dutzend Helferinnen und Helfer haben den Camion von «Licht im Osten» bepackt – und da blieb kaum ein Zentimeter ungenutzt. «Wir haben wieder so viele Hilfsgüter erhalten, dass wir quasi aus allen Nähten platzen», sagt Mario Vontobel. Doch diesmal können sie nur Kleider, Schuhe, Bettwäsche und weitere, eher kleinere Sachen des alltäglichen Gebrauchs mitnehmen. «Die ukrainischen Behörden machen sehr viele Auflagen. Mittlerweile müssen wir sogar eine detaillierte Empfängerliste abgeben, was ein enormer administrativer Mehraufwand bedeutet», sagt Vontobel. Zudem sei es diesmal – ebenfalls wegen staatlicher Vorschriften – nicht möglich, Rollstühle, Rollatoren oder Matratzen mitzunehmen. «Das geht nicht nur unserer Hilfsorganisation so, viele andere schildern die gleiche Situation.»

Grosse Armut etwas lindern

Trotzdem fahren Irene und Mario Vontobel erneut über viele Grenzen bis nach Slawjansk in der Ostukraine. Dort warten verarmte Menschen auf die Hilfsgüter. Auch ein christlich geführtes Waisenhaus wird beliefert. «Segel der Hoffnung» wird von Wädenswil aus unterstützt. Die Wädenswilerin Eva und ihr Mann Andrej Samoylenko leiten das Kinderheim. Nebst der Arbeit mit den Kindern unterhält das Paar Projekte gegen Hunger, für eine bessere Gesundheit und hilft nach Möglichkeit auch im Kriegsgebiet.

Besonders hart seien die langen und dunklen Winter in dieser Gegend, schildern sie die Lage vor Ort. «Die Kälte und der Hunger sind existenzielle Bedrohungen. Manchmal staunen wir einfach nur, welche Überlebenskünstler die Ukrainer sind», so Vontobel.

Ein Dankeschön möchten sie allen Spenderinnen und Spendern ausdrücken, auch dafür, dass viele die fünf Franken Transportkosten pro Bananenschachtel gleich mitbezahlen. «Dank der guten Lage in unserem Land können wir überhaupt etwas -abgeben, was anderen nützt», so Irene Vontobel. 

Seit etwa 28 Jahren fährt das christlich gesinnte Ehepaar, das auch von seinen erwachsenen Kindern unterstützt wird, immer wieder Hilfslieferungen. Beide können das schwere Gefährt steuern und wissen sich dank Erfahrung auch in brenzligen Situationen zu helfen, wie etwa Schnee, lange Wartezeiten, schikanöse Beamte oder – was auch mal vorkommen kann – bei einem geplatzten Reifen.

Doris Brupbacher (l.) leitet die Administration von SFI, Mario und Irene Vontobel fahren Hilfstransporte. Bild: am
Johanna Mächler, Redaktion March24 und Höfe24