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Leserbrief
Freienbach
08.06.2021
08.06.2021 11:42 Uhr

Leserbriefe zum Dreiecksgeschäft

Aktuell steht die Liegenschaft Schweizerhof im Fokus, ebenso die ungelösten Verkehrsprobleme im Dorf Pfäffikon.
Aktuell steht die Liegenschaft Schweizerhof im Fokus, ebenso die ungelösten Verkehrsprobleme im Dorf Pfäffikon. Bild: claudio pfister
Am 13. Juni stimmt Freienbach über das Dreiecksgeschäft – Kauf Schweizerhof-Garage Pfäffikon durch den Kanton und Verkauf «Rebmattli» Wilen durch die Gemeinde Freienbach – ab. Wir haben die Meinungen der Ausserschwyzer dazu.

Grosskreisel als Lösung für Pfäffikon?

In Anbetracht der Diskussionen um das Dreiecksgeschäft am Schweizerhof-Kreisel in Pfäffikon stellt sich folgende Frage: Wäre es eine Lösung, eine Entlastung der Churerstrasse zu schaffen durch einen Grosskreisel, wie er in Siebnen besteht? Ich stelle mir das folgendermassen vor:

Vom ersten Kreisel Schweizerhof/Seedammstrasse/Churerstrasse führt die Strecke als Einbahnstrasse über den zweiten Kreisel Churerstrasse/Huobstrasse die Schützenstrasse hinauf und rundherum, dann weiter im Gegenverkehr auf der Churerstrasse bis zur Seedammstrasse beim ersten Kreisel. Autos, Velos und Busse hätten damit eine eigene Fahrspur, die Busse kämen nie zu spät zum Bahnhof und es müsste kein Extra-Trasse von der SBB für eine neue Buslinie entlang der Bahngleise erbettelt werden. Besucher würden abfahrend von der Autobahn A3 vom Schweizerhof-Kreisel direkt zum Seedamm-Center gelangen, ohne durch das Dorf Pfäffikon fahren zu müssen. Mit Einbahnstrassen-Schildern und Tempo 30 versehen würden auch Fussgänger profitieren, wie in Lachen erfolgreich praktiziert wird.

Alles könnte kostengünstig und sofort umgesetzt werden, ohne weitere teure Testplanungskosten für Dosierung ins Dorfzentrum mit Ampeln oder Ähnlichem, was schon 2015 scheiterte.

Kreisel bewähren sich besser als Ampeln und eine hübsche grüne Eiben-Allee (laubt nicht und macht keine zusätzliche Gartenarbeit) entlang der Churerstrasse würde das reiche, aber nüchterne Möchtegern-Manhattan-Pfäffikon gänzlich aufwerten. Gegen dicke Luft in der Stadt wären Laubbäume gleichzeitig natürliche Luftfilter  und Schattenspender, die Eibe als heimisches immergrünes Nadelgehölz mit roten Früchten würde sogar 25 Vogelarten Nahrung bieten und Stickoxide abbauen, alles passt zum Pfäffiker Naturschutz.

So wäre der Verkehrsfluss gleichmässig verteilt und die Churerstrasse müsste nicht allein weitere vier Jahre oder länger für die Verstopfung herhalten.

Annemarie H. Bamert, Pfäffikon

 

Mogelpackung statt Staubeseitigung

Der von den etablierten Parteien eingereichte Artikel zur Lösung der Verkehrsprobleme in Pfäffikon verschleiert die Realität, und Fakten werden nicht genannt. Auch wenn ein «Leithammel» oder ein Bündnis in die falsche Richtung lenkt, wird das Ziel nicht erreicht. Der Stau auf der Churerstrasse wird sicher in den nächsten zehn Jahren durch den Kauf des Schweizerhofes nicht behoben. 

Obwohl das Verkehrsproblem seit über 20 Jahren bekannt ist und der Schweizerhof zur Planungszone gehört, ist nichts geschehen. Daher kann das Problem nicht dringend gewesen sein. Bis heute ist kein Nachweis erbracht, wie die Gesamtplanung aussehen wird, es ist lediglich von einem «möglichen» Provisorium die Rede. Ein Nachweis, dass durch eine «Pinsellösung» oder auch «Bypass» der Rush-Hour-Stau behoben werden kann, fehlt. Zudem fehlt eine Gesamtkostenrechnung. 

Der Schweizerhof (Gewerbezone) ist anscheinend in 20 Jahren nicht bereit gewesen, dem Kanton entgegenzukommen oder hat solche Forderungen gestellt, die der Kanton nicht erfüllen wollte und konnte. Erst als die Gemeinde, warum auch immer, mit einem grosszügigen Geschenk – Wohngrundstück, 34 Prozent mehr Land und 5 Millionen günstiger (Gefälligkeitsgutachten) als der Marktwert – gewunken hat, war der Schweizerhof bereit, sich gegebenenfalls von der nachweislich belasteten Immobilie zu trennen, deren Sanierungskosten nicht in der Gesamtrechnung erscheinen eben so wenig wie die Abrisskosten. Es ist ein hervorragendes Ergebnis, quasi ein «Meisterwerk» der Verhandlungskunst der Schweizerhof Garage mit grosszügiger Unterstützung des Gemeinderates. 

Der Stimmbürger wird bei diesem Sachgeschäft ganz offensichtlich an der Nase herumgeführt und muss dafür bezahlen. Die Parteien haben sich ohne Fachwissen und ohne Expertise einzuholen hinter dieses fragwürdige Projekt gestellt. Ich bin Mitglied der FDP, bin als studierter Verkehrsexperte gegen das Projekt, bin aber in der internen Abstimmung der Freisinnigen unter anderen von Immobilienentwicklern, Bankangestellten, Finanzberatern und Juristen überstimmt worden. 

Jeder Stimmbürger soll sich eine eigene Meinung bilden, die Fakten dazu fehlen leider. Ich stimme mit Nein.

Martin Willhaus, Wilen 

 

Pseudo-Lösung für den Verkehr

Der Gemeinderat von Freienbach und gewisse Lokalparteien glauben, dass mit dem Schweizerhof-Deal die Stausituation auf der Churerstrasse gelöst werden sollte. Es ist aber hinlänglich bekannt, dass sich Verkehrsknoten oder die Stausituationen einfach auf ein nächstes Nadelöhr verlagern oder sich nach kurzer Zeit mehr Verkehr bildet, so dass auch mit Millioneninvestitionen der Verkehr nicht nachhaltig gebändigt wird. Mehr Strassen bringen mehr Verkehr. 

Schaut man sich die provisorischen Pläne der Bypasslösung am Schweizerhof genauer an, so sieht man schnell, dass für die Velofahrenden und Fussgänger definitiv kein Mehrwert entsteht. Nein, im Gegenteil: die Langsamverkehrsachse wurde über das Parkfeld angedacht und ist meines Erachtens doppelt gefährlich. Wer an solche provisorisch angedachten Verkehrslösungen glaubt, lässt sich wohl gerne täuschen. Ich nicht, deshalb lehne ich den Kauf der Liegenschaft Rebmattli 376 als «Realersatz» für eine Pseudo-Verkehrslösung definitiv ab.

Jacha van Hout, Pfäffikon

 

Millionen verschwinden

Der Verkauf vom Rebmattli 376 soll angeblich ein Verkehrsproblem am Schweizerhof-Kreisel lösen. Oder zumindest behauptet das der Gemeinderat und versucht dem Volk schmackhaft zu machen, dass der Stau damit verschwindet. Das Einzige, was es derzeit tut, ist viel Staub aufzuwirbeln.

Ich habe mir die Fakten angesehen und empfehle den Stimmbürgern, dasselbe zu tun. Was ich gefunden habe, hat mich schockiert. Die Gemeinde und deren politische Verbündete versuchen dem Stimmbürger ein «Schweizerhof-Kreisel-Verbesserungs-Projekt» zu verkaufen, das bislang nicht in konkreter Planung existiert. Es gibt weder ein wissenschaftliches noch ingenieurtechnisches Verkehrsprojekt, das die Annahmen des Gemeinderates belegt. Darum ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Projekt den Verkehrsfluss in absehbarer Zeit wesentlich verbessert gleich Null.

Trotz dieses nicht existierenden Verkehrsprojektes zur Behebung des Staus will der Gemeinderat den Verkauf der wenigen und wertvollen Landreserven der Gemeinde umsetzen, nämlich in Form von Sachgeschäft Rebmattli 376. Nach Durchsicht der skandalösen Bewertungen des Grundstücks Rebmattli und der Liegenschaft Schweizerhof, auf denen das Dreiecksgeschäft basiert, komme ich auf einen Verkaufspreis beim Rebmattli 376 von der Hälfte des Marktwertes. «Ciao» zu mehr als 5 Mio. Franken: Geld vom Steuerzahler. Obwohl in der Schätzung vom September 2019 der Landwert im Rebmattli um den Risiko-/Gewinnanteil sowie die Wartezeit infolge Einsprachen/Bauzeit bereits um rund 1,6 Mio. reduziert ist, haben die Parteien in der Absichtserklärung vom Februar 2021 vereinbart, dass die Eigentumsübertragung der Liegenschaft Schweizerhof so lange aufgeschoben wird, bis die Überbauung im Rebmattli zur Vermietung fertiggestellt ist. Im Klartext heisst das: Die Einnahmen des Schweizerhofs stehen der Schweizerhof Garage AG so lange zu, bis sie nahtlos durch die neu erstellten Mietwohnungen im Rebmattli fortgeführt werden können, und dafür wird das Risiko eines Ertragsausfalls zur Krönung mit einem saftigen Preisnachlass «entschädigt».

Seit wann darf ein Käufer Gewinnerwartungen geltend machen, welche dann auch noch dem Verkaufspreis abgezogen werden? Auch die Absicherung der Einnahmen während Einsprachen und Bauzeit, welche dann zusätzlich auch noch mit einem Preisnachlass «entschädigt» wird, widerspricht jeglicher gängiger Geschäftspraxis. So viel zu einer unabhängigen Bewertung. Das Gleiche gilt für den Verkauf des Schweizerhofes an den Kanton. Hier wird der Schweizerhof um einige Millionen über dem Marktwert bewertet, ohne die Kosten für die Reinigung des kontaminierten Bodens unter der Tankstelle und für den Abriss des Gebäudes zu nennen.

Das sogenannte Dreiecksgeschäft der Gemeinde sollte in Bermuda-Dreiecksgeschäft umbenannt werden, in dem Steuergelder für ein mysteriöses Verkehrsprojekt spurlos verschwinden. Ich werde ein Nein in die Urne werfen und künftig alle «grossen Ideen» des Gemeinderates genauer unter die Lupe nehmen. 

Annemarie Bachteler, Wilen

Ciao Stau

Nach jahrelangem Stillstand ist beim Schweizerhof-Kreisel in Pfäffikon mit dem geplanten Autobahnzubringer (Bypass) endlich eine Verkehrslösung in Sicht. Dass uns diese etwas kostet (Verkauf der Liegenschaft Rebmattli in Wilen als Realersatz), versteht sich von selbst. Im Gegenzug wird der Verkehr beim Schweizerhofkreisel aber nachhaltig verflüssigt. «Ciao Stau» könnte man sagen.

Davon profitieren der Langsam- und der motorisierte Verkehr überregional und gemeinsam. Deshalb stehen die bürgerlichen Parteien der Gemeinde Freienbach (CVP, FDP und SVP) geschlossen hinter dem Vorhaben. Lassen wir uns als Bürgerinnen und Bürger nicht durch Gehässigkeiten und Behauptungen der Gegner verunsichern. Ausser einer bürgerfeindlichen Enteignung der betroffenen Privateigentümer bieten diese keine sachliche Alternative. Stillstand quasi als politisches Prinzip. Wohin das führt, sehen wir beim Schandfleck Steinfabrikareal. Verantwortung für die Gemeinschaft sieht anders aus. Darum sage ich ja zum Sachgeschäft Rebmattli/Schweizerhofkreisel.

Alexander Lacher, SVP-Kantonsrat, Pfäffikon

 

Endlich ein Schritt vorwärts

An der östlichen Eintrittspforte von Pfäffikon, dem Schweizerhof-Kreisel, staut sich der Verkehr oft in beide Richtungen. Auch die ÖV-Verbindungen sind davon betroffen. Der Raum für eine bessere und sichere Lösung fehlt heute schlichtweg – zum Leidwesen der Freienbacher Bevölkerung. Am 13. Juni bietet sich die Möglichkeit, mit einem Ja zum Sachgeschäft «Verkauf Liegenschaft Rebmattli» einer Verbesserung der Verkehrssituation zum Durchbruch zu verhelfen.

Der Gemeinderat Freienbach hat in diesem Prozess eine bemerkenswerte Rolle gespielt und seine strategische Landreserve zum Vorteil der Freienbacher, aber auch der angrenzenden Gemeinden ins Spiel gebracht. So kann der Kanton die Liegenschaft der Schweizerhof-Garage beim Kreisel übernehmen und den freiwerdenden Platz für eine zukunftsfähige Verkehrslösung einsetzen. Erst wenn dieser Raum zur Verfügung steht, ist eine Gesamtplanung möglich und sinnvoll. Eine Planung, die dann allen Verkehrsteilnehmern Vorteile bringen. Und klar, eine solche Lösung hat einen Preis, Staustunden haben aber auch einen hohen Preis: Die Verkehrsadern sind schon lange die Lebensader der Wirtschaft, nicht erst seit Zalando und der neuen Seidenstrasse.

Es ist einer politischen Auseinandersetzung nicht würdig, wie mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten oder sogar Unterstellungen auf Hochglanzbroschüren versucht wird, den Gemeinderat zu desavouieren. Auch der «dezente» rote Hinweis auf der Titelseite des Flyers, dass möglicherweise Abstimmungsresultate manipuliert würden, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Jeder, der schon einmal im Wahlbüro mitgearbeitet hat, weiss, wie seriös jeweils an den Wahlsonntagen gearbeitet wird. Geht es da wirklich noch um die Vertretung von Bürgerinteressen?

Wir stehen jedenfalls ganz klar hinter der angestrebten Lösung am Schweizerhof-Kreisel. Studieren Sie die Unterlagen, ich lege ein Ja zum Verkauf Rebmattli in die Urne.

Norbert Knechtle, Pfäffikon, Präsident CVP Freienbach

Bürgerforum als moderner Tell

Ein Wilhelm Tell unserer heutigen Zeit hätte seine Freude an unserem Bürgerforum Freienbach. Dieser Verein hält seine Augen und Ohren offen für das Basis-Volk und klopft den Entscheidungsträgern unserer Gemeinde Freienbach auf die Finger, wenn sie nicht sorgfältig mit unserem volkseigenen Grund und Boden umgehen. Dies trifft auch beim Dreiecksgeschäft zwischen der Schweizerhof AG, dem Kanton Schwyz und der Gemeinde Freienbach zu. Die Flyer des Bürgerforums und auch diese Zeitung informieren darüber. Noch leben wir in einer Demokratie und müssen uns nicht vor einem korrupten Kapitalisten-Vogt verneigen.

Erika Talenta, Pfäffikon

Weder belegt noch begründet

In der Botschaft des Freienbacher Gemeinderats zum Verkauf des Rebmattlis in Wilen ist weder die Verkehrssituation am Kreisel Schweizerhof in Pfäffikon noch die Güterabwägung ausreichend beschrieben, belegt und begründet. Ich habe deshalb vom Gemeindeschreiber die Schätzung der Liegenschaften Schweizerhof und Rebmattli angefordert und war sehr überrascht, dass es nur je eine Schätzung pro Liegenschaft aus dem Jahr 2019 gab. Beide erwecken den Anschein, als wäre dem «unabhängigen» Schätzer die Feder geführt worden.

Ich ging zur Gemeindeversammlung und musste erleben, dass das Geschäft auch dort vom Gemeinderat nur unvollständig vorgestellt wurde. Kritische Fragen wurden nicht beantwortet oder nur abgewiegelt. Der Gipfel war die Empfehlung des Gemeinderates und der Mehrheit der Parteienvertreter, alle Anträge abzulehnen, die eine zweite Schätzung forderten. Wie kann man sich gegen das Einholen einer zweiten Meinung bei einem Millionengeschäft so vehement wehren? Die Erläuterungen zu diesem Sachgeschäft bieten keine verlässliche Grundlage für einen Volksentscheid.

Es hätte aus vier Gründen gar nicht zur Abstimmung zugelassen werden dürfen: Erstens fehlt die Notwendigkeit des Landtauschs, denn die vorgebliche gute Wirkung ist gar nicht erreichbar. Die Gemeinde erhält durch den Landabtausch garantiert keine Befreiung vom Stau beim Seedamm. Zweitens zeigte der Gemeinderat einen völligen Mangel an Verhandlungsgeschick beziehungsweise fehlende kritische Distanz, da er die Vorlage für den Verkauf des Rebmattlis auf Basis von Schätzungen traf, welche die heutigen Marktpreise gänzlich ausser Acht lassen. Drittens wurde für die 2082 Quadratmeter grosse Gewerbezone der Schweizerhof Garage AG ein unverhältnismässig grosses Grundstück in der Wohnzone angeboten (2857 m2). Dies, obwohl es im Rebmattli zwei Grundstücke gibt, die den Schweizerhof-Parzellen grössenmässig viel besser entsprechen würden. Liegt es daran, dass diese unmittelbar beim Wohnhaus des Gemeindepräsidenten liegen? Viertens würden bei diesem Deal zwischen 5 und 7,5 Mio. Fr. ohne Gegenleistung an die Schweizerhof Garage AG verschenkt. Kein Privater, keine Genossenschaft und keine Firma würde als Verkäufer einem so schlecht begründeten Projekt jemals zustimmen.

Darum lege ich ein klares Nein in die Urne.

Martin Willhaus, Wilen

Kein Verkauf des Rebmattlis

Bereits seit mehr als 20 Jahren ist das Schweizerhof-Areal in einer Planungszone und als Verkehrsfläche dem Kanton Schwyz gesichert. Sollte der Kanton jemals das Schweizerhof-Areal für eine Verkehrslösung in Pfäffikon-Ost benötigen, kann er diese Parzelle problemlos zu einem fairen Preis von der Schweizerhof Garage AG kaufen. Bei Uneinigkeit wäre sogar eine Enteignung durchaus möglich.

Für mich ist absolut nicht nachvollziehbar, weshalb sich der Gemeinderat in verschwenderischer Art und Weise in dieses Geschäft einmischt und die Schweizerhof Garage AG zulasten des Gemeindevermögens ein Millionengeschenk erhalten soll. An vergleichbarer, hervorragender Wohnlage wie dem Rebmattli kostet Bauland in Wilen, wenn überhaupt erhältlich, bereits wesentlich mehr als 5000 Franken pro Quadratmeter. Die Schweizerhof Garage AG würde somit von der Gemeinde Freienbach, ohne ersichtlichen Grund, ein Geschenk von circa 10 Mio. Fr. erhalten. Da fragt sich der aufmerksame Bürger zu Recht, was die möglichen Hintergründe für diese verantwortungslose Verschleuderung von Volksvermögen durch unseren Gemeinderat sind. Gemeindeeigene Baulandreserven sind ein rares Gut und dürfen vom Gemeinderat nicht einfach grundlos verschenkt werden.

Ich lege deshalb beim Sachgeschäft «Verkauf Liegenschaft Nr. 376, Rebmattli, Wilen» unbedingt ein Nein in die Urne.

Beat Weibel, Wilen

Diese Vorlage ist abzulehnen

Wir Freienbacher müssen am 13. Juni über ein unerhörtes Geschäft abstimmen. Eine wunderbare Wiese am Rebmattli in Wilen, die viele Spaziergänger, Hündeler, Jogger, Wanderer und Radfahrer kennen und schätzen, soll zu einem Schleuderpreis (für 5,4 Mio. Fr. statt zum Marktpreis von gegen 10 Mio. Fr.) verkauft und in der Folge natürlich verbaut werden.

Der Gemeinderat begründet diesen Verkauf fadenscheinig mit einer angeblichen Lösung, die den Verkehr am Kreisel beim Schweizerhof in Pfäffikon erheblich mindern soll. Mit der vorgeschlagenen Kosmetik, für die noch keine wirkliche Planung besteht, wird der Verkehr nicht weniger. Warum kümmert sich die Gemeinde Freienbach um ein Grundstück, welches sich der Kanton bereits vor Jahrzehnten gesichert hat, durch die Eintragung in die Planungszone? Absurd. In Freienbach und insbesondere in Wilen wird doch derzeit schon so viel gebaut, das darf die Gemeinde nicht zusätzlich anheizen, zumal dies eine der letzten Landreserven der Gemeinde darstellt und quasi als Kronjuwel bezeichnet werden kann. Diese Vorlage ist abzulehnen!

Stephan Masek, Wilen

 

Verkehr zu welchem Preis?

Auf die Bedenken von SP und Bürgerforum gegenüber dem Schweizerhof-Dreiecksgeschäft reagieren nun die bürgerlichen Ortsparteien mittels eines flugs herbeigezauberten Pro-Komitees. In dessen Lesart spielt der Markt- beziehungsweise Verkehrswert einer gemeindeeigenen Liegenschaft dann keine Rolle, wenn es um die Förderung des Autoverkehrs geht. Eine ziemlich verquere Logik, angesichts der steigenden Bedeutung der letzten noch freien Quadratmeter Boden an begehrten Lagen wie dem Rebmattli in Wilen. Und dass die Forderung der SP, bei einem allfälligen Rebmattliverkauf einen Anteil preisgünstiger Wohnungen zu sichern, dem Komitee keine Zeile wert ist, beweist die einseitige, gesellschaftlich wenig abgerundete Verhandlungsoptik der Beteiligten.

Es gilt nach wie vor: Beim Schweizerhof-Deal wird wertvolles Gemeindeland verschoben zugunsten einer nebulösen, autozentrierten Verkehr-vorstellung. Deshalb sagt die SP Freienbach Nein zum Rebmattli-Verkauf!

Verena Vanomsen,Präsidentin SP Freienbach

 

Wir drehen uns im Kreisel …

Seit nunmehr über 20 Jahren bemühen wir uns mehr schlecht als recht in der Verkehrsplanung. Der Schweizerhof-Kreisel in Pfäffikon bildet ein Nadelöhr und führt in beiden Richtungen zu Staus. Nun bietet sich die Gelegenheit, durch Landverkauf im Rebmattli der heutigen Eigentümerin der beiden Parzellen am Kreisel Realersatz leisten zu können, da sie sich bereit erklärte, dem Kanton die beiden Grundstücke KTN 1376 und 1742 zu veräussern.

Feilschen um Landpreis ist sinnlos – der Wert des Landes in diesem Geschäft richtet sich nach dem Ertrag. Der Gemeinde Freienbach bringt das Sachgeschäft eine Entlastung im Verkehr mit weniger Staukosten und dem künftigen Landeigentümer im Rebmattli wird der Ertrag aus der Wohnnutzung sichergestellt.

In einer der reichsten Gemeinden der Schweiz wird tatsächlich mit dem Argument Enteignung geliebäugelt, anstatt dass wir uns für alle Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Und der Gipfel ist, wie mit subversiver Art und Weise aufgerufen wird, das Abstimmungscouvert erst am Abstimmungsergebnis-Sonntag einzuwerfen. Als ob wir uns in Nordkorea befinden würden, wird damit dem Gemeinderat und dem Abstimmungsbüro unterstellt, die Abstimmungsergebnisse zu manipulieren.

Der Gemeinde Freienbach bringen ein möglicher Erlös aus dem Landverkauf vom Rebmattli in der Höhe von 10 Mio. Fr. überhaupt nichts ausser einen höheren Beitrag in den Finanzausgleich. Ich unterstütze den Gemeinderat im Sachgeschäft Verkauf Liegenschaft Rebmattli in Wilen, um den verkehrsplanerischen «Lock-Down» endlich hinter uns zu bringen.

Willi Kälin, FDP-Kantonsrat, Pfäffikon

 

Landverkauf mit Mehrwert

Beim Verkauf Rebmattli ist der verhandelte Kaufpreis der Kritikpunkt. Die einen reden gar von Verschleuderung von Volksvermögen. Dabei wird verkannt, dass wir neben dem Kaufpreis auch eine Lösung für unser chronisches Strassenverkehrs-Problem auf der Churerstrasse in Pfäffikon erhalten. Eine Lösung, die primär der Kanton finanzieren wird.

Wenn wir nichts unternehmen, löst sich das Problem nicht. Bei einer Ablehnung wird der Kanton das Ergebnis so interpretieren, dass die Stimmbürger von Freienbach mit dem Status Quo zufrieden sind und keine Änderung wünschen. Der Kanton würde nach einem negativem Ergebnis sicher kein Enteignungsverfahren aufziehen. Er würde die Akten in die unterste Schublade legen und sich anderen Projekten widmen. Viele weitere Jahre würden wieder dahinziehen und die ohnehin prekäre Situation würde sich weiter verschlechtern.

Die Zeit ist definitiv gekommen, um zu handeln: Ich sage Ja zum Verkauf Rebmattli!

Marcel Föllmi, CVP-Kantonsrat, Pfäffikon

 

Leistung der Allgemeinheit

Mit einer sehr knappen Begründung hat der Gemeinderat von Freienbach das Sachgeschäft Verkauf der Liegenschaft Nr. 376 in der Kurzbotschaft zur Abstimmung vom 13. Juni erwähnt. An der Gemeindeversammlung vom 9. April wurden insgesamt drei Anträge gestellt, dieses Geschäft zurückzustellen. Davon steht kein Wort in der Kurzbotschaft.

Für gerade einmal 1890 Franken pro Quadratmeter wird bestes Bauland in einer bevorzugten Wohnzone verhökert, ja beinahe verschenkt. Zu erzielen wären über 4000 Franken pro Quadratmeter, was rund 11,4 bis 12 Mio. Fr. entsprechen würde, also über 6 Mio. Fr. mehr. Deshalb ist eine erneute, neutrale Schätzung des Grundstückes vor einer Abstimmung  notwendig.

Die Schweizerhof Garage AG könnte ihr Land an den Kanton zum stolzen Preis von 2200 Franken pro Quadratmeter verkaufen. Industrieland, das im Kataster der belasteten Grundstücke aufgeführt und somit voraussichtlich kontaminiert ist. Mit einem Aufpreis von nur 500'000 Franken erhält mit diesem Geschäft die Schweizerhof Garage AG 2857 Quadratmeter bestes Bauland in der Wohnzone W2. Ein Filetstück der Gemeinde Freienbach.

Da die Grobplanung von Freienbach Ost noch in weiter Ferne liegt und die Entwicklung von weiterem Bauland noch lange nicht feststeht, würde eine Grobplanung frühestens in rund 25 Jahren relevant. Ausserdem ist die in Aussicht gestellte Entwicklung der Gemeinde Freienbach Ost völlig unsicher.

Ist der Steuerzahler in Freienbach bereit, eine Leistung der Allgemeinheit von über 6 Mio. Fr. zugunsten der Schweizerhof Garage AG zu zahlen?

Die an der Gemeindeversammlung vorgeschlagene kurzfristige «Pinsellösung» könnte auch durch eine Enteignung erfolgen. Die dazu notwendigen gesetzlichen Grundlagen bestehen bereits: Strassengesetz und Enteignungsgesetz. Eine entsprechende Abstimmungsvorlage könnte nach einer erneuten, diesmal neutralen Schätzung zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Deshalb lege ich ein überzeugtes nein zu diesem Geschäft in die Urne.

Werner Ziegler, Wilen

 

Verhältnis-Blödsinn

Das ominöse Gemeinde-Kanton-Privat-Dreiecksgeschäft ist ein Armutszeichen für Freienbach. Wir leben in einer gutbetuchten Gemeinde, warum legt sie nicht mehr Wert auf Fairness? Statt Optimierung und Maximierung ist die Stabilisierung in dieser Zeitenwende um des sozialen Friedens viel wichtiger. Wir werden in Zukunft mehr Langsamverkehr bekommen, Radverkehr boomt überall in der Region, er muss sicherer geleitet werden. Die Energie wird knapp und teurer, mehr Solardächer (Förderung) und Genossenschafts-Wohnräume bauen, darin müsste sich unsere Gemeinde beweisen – damit lassen sich Wiederwahlen gewinnen …

Erika Talenta, Pfäffikon

Redaktion, March24 & Höfe24