Home Region In-/Ausland Sport Agenda Magazin
Lachen
28.02.2020
29.02.2020 14:13 Uhr

Am Freitag 20 Coronavirus-Verdachtsfälle im Kanton Schwyz

Der Bundesrat verbietet wegen des grassierenden Coronavirus alle Grossveranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das Verbot gilt mindestens bis 15. März und wurde vom Bundesrat verhängt, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Am Freitagabend wurden alle Fussballspiele fürs kommende Wochenende abgesagt. Davon betroffen ist auch 1. Ligist FC Tuggen, der sonst am Samstag in die Rückrunde gestartet wäre.

Der aktuelle Stand im Kanton Schwyz, 15.21 Uhr.

Roland Wespi, Vorsteher Amt für Gesundheit und Soziales im Kanton Schwyz beantwortet unsere Fragen.

- Im Kanton Schwyz gibt es Verdachtsfälle, wie viele sind es aktuell?

Gemäss Stand heute gibt es im Kanton Schwyz 20 Verdachtsfälle. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Tage ist mit einer steigenden Tendenz zu rechnen. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es keinen positiv bestätigten Fall im Kanton Schwyz.

 

- Für welche Anlässe im Kanton Schwyz wird eine Risikoanalyse gemacht?

Öffentliche und private Veranstaltungen im Kanton Schwyz, an denen sich gleichzeitig mehr als 1000 Personen aufhalten, sind aufgrund der bundesrätlichen Verordnung in jedem Fall untersagt.

Bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen, bei denen weniger als 1000 Personen teilnehmen, liegt die Risikoabschätzung in der Kompetenz der Kantone. Der kantonale Sonderstab Coronavirus hat in einer ersten allgemeinen Risikoabwägung entschieden, dass im Kanton Schwyz Anlässe mit weniger als 1000 Personen bis auf weiteres durchgeführt werden können.

Auch "Das Zelt" in Lachen ist in Gefahr, wie die Verantwortlichen auf Facebook mitteilen:

Vorstellungen in DAS ZELT fallen in dieses Kriterium, sofern sie ausverkauft sind. Wir haben umgehend Kontakt mit den kantonalen Behörden des Kantons Schwyz aufgenommen und werden gemeinsam eine Risikoanalyse machen, welche Vorstellungen durchgeführt werden können und welche nicht. Wir bedauern diese Entwicklung ausserordentlich und informieren, sobald wir weitere verbindliche Aussagen machen können.

Am 19. März würde in Rapperswil der Zirkus Knie in die neue Spielsaison starten...

Das Kloster Einsiedeln zieht mit:

Wie das Kloster Einsiedeln auf seiner Webseite mitteilt, werde wegen der Gefahr des Corona-Virus per sofort auf das Weihwasser bei den Eingängen in die Klosterkirche verzichtet. Dafür steht dort jetzt Desinfektionsmittel bereit.

Das Kloster hält fest, dass die Zelebranten den Gottesdienst nur abhalten, wenn sie keine Grippesymptome zeigen würden. Dass sie ihre Hände gründlich waschen und desinfizieren, ist selbstverständlich.

Es wird auf die Mundkommunion verzichtet. «In den Eucharistiefeiern erhalten die Gläubigen die Kommunion nur noch auf die Hand», schreibt das Kloster. Auch der Friedensgruss, also das Händeschütteln, entfällt.

Bei der Konzelebration im Konventamt wird das Blut Christi laut Angaben des Klosters durch Eintauchen der Hostie konsumiert. Der letzte Priester, der kommuniziert, trinkt den Kelch aus.

Das Kloster hofft, so seinen Beitrag gegen das Virus zu leisten. Nach wie vor könnten alle Pilgerinnen und Pilger den Wallfahrtsort besuchen. Die Klosterleitung schreibt: «Gerade die aktuelle Situation lädt uns zum Gebet ein.»

Die Ausgangslage:

Unter das Verbot fallen alle Veranstaltungen, an denen sich gleichzeitig mehr als tausend Personen aufhalten. Das können Fasnachtsumzüge, Konzerte, Breitensportanlässe oder auch Fussball- und Eishockeyspiele sein.

Der Bundesrat beschloss das Verbot an einer ausserordentlichen Sitzung am Freitag, wie das Departement des Innern (EDI) schrieb. Grund für das Verbot sei der Schutz der Bevölkerung. Diese habe oberste Priorität.

"Besondere Lage" gemäss Epidemiengesetz

Bei Veranstaltungen, an denen weniger als tausend Personen teilnehmen, muss von Fall zu Fall über die Durchführung entschieden werden. Die Veranstalter müssen zusammen mit der zuständigen kantonalen Behörde eine Risikoabwägung vornehmen, ob sie die Veranstaltung durchführen können oder nicht, wie das EDI schrieb.

Die Situation um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 stuft der Bundesrat als "besondere Lage" gemäss dem Epidemiengesetz ein. Das bedeutet, dass der Bundesrat selber Massnahmen anordnen kann, für die normalerweise die Kantone zuständig sind.

Das Veranstaltungsverbot habe weitreichende Auswirkungen für die Bevölkerung der Schweiz, räumt das EDI ein. Das Verbot verspreche aber einen wirksamen Schutz für die Menschen im Land und auch für die öffentliche Gesundheit. Es solle die Verbreitung des neuen Coronavirus in der Schweiz eindämmen.

Mehrere Fälle in der Schweiz

In der Schweiz sind in der laufenden Woche die ersten Fälle von bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen bekannt geworden. In Basel-Stadt, wo am Donnerstagabend der erste Fall bekannt wurde, wollten die Behörden am Freitag bekanntgeben, ob die Basler Fasnacht durchgeführt werden kann.

Bereits am Donnerstag abgesagt wurde der Engadiner Skimarathon - in Graubünden gab es zwei bestätigte Coronafälle. Zu dem Breitensport-Grossanlass werden jeweils mehrere tausend Langläuferinnen und Langläufer erwartet.

redaktion Höfe24