Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin

Cup-Halbfinal mit zwei befreiten Teams

Aaraus Trainer Stephan Keller möchte sich im Cup-Match gegen Luzern nicht so ärgern müssen Bild: Keystone/CHRISTIAN MERZ
Schweizer Cup – Aarau, der Dritte der Challenge League, und Luzern, der Fünfte der Super League, spielen am Dienstag um 17.30 Uhr im Halbfinal im Brügglifeld gegeneinander um den Einzug in den Cupfinal.

Der FC Aarau liefert in diesem Frühling ein breites Spektrum an Leistungen ab. Es reicht vom 4:2-Sieg nach Verlängerung im Cup-Achtelfinal gegen Sion bis zum 0:7 auswärts gegen Wil in der Meisterschaft. Letzten Freitag bezwangen die Aarauer in der Challenge League den Aufstiegsanwärter Grasshoppers 2:1. Zu den aus Aarauer Sicht erfreulichen Auftritten gehörte auch das 3:0 im Viertelfinal gegen Winterthur.

Winterthur hätte zum vierten Mal in den letzten neun Jahren als Challenge-League-Klub in die Halbfinals einziehen können. Jetzt aber ist Aarau seit zehn Jahren der erste unterklassige Halbfinalist, der nicht Winterthur heisst. In der Saison 2010/11 tauchte der FC Biel unter den letzten vier auf. Die Seeländer schieden damals mit 1:2 in Sitten aus.

In der aktuellen Meisterschaft hat Aarau noch geringe Chancen, den Barrage-Platz zu erreichen. Vier Runden vor Schluss beträgt der Rückstand auf das zweitplatzierte Thun fünf Punkte. Dennoch wird Cheftrainer Stephan Keller viel Gewicht auf den Cupwettbewerb legen, denn die Chance des FCA ist eine historische. Die letzte Finalteilnahme (1:2 gegen die Grasshoppers) liegt 32 Jahre zurück. Von den Spielern im heutigen 28-Mann-Kader waren damals nur Elsad Zverotic, Jérôme Thiesson, Nicolas Schindelholz und der zweifache Torschützenkönig Shkelzen Gashi auf der Welt. Der unvergessliche Cup-Triumph unter Trainer Ottmar Hitzfeld und mit dem legendären Weitschuss-Tor von Walter Iselin kurz vor Schluss zum 1:0 gegen das damals starke Neuchâtel Xamax ist 36 Jahre her. Im ersten der drei Cupfinals in der Vereinshistorie hatte Aarau 1930 in Bern gegen YB 0:1 verloren.

Als Aarau den grossen Cup-Spezialisten Sion Mitte Februar aus dem Wettbewerb warf, steckten die Sittener schon - wie heute - tief im Abstiegsstrudel. Die Luzerner könnten für Aarau schon deshalb der härtere Brocken werden, weil sie spätestens letzten Samstag, mit dem Sieg in Vaduz, alle Sorgen in der Super League abgestreift haben.

In der Mannschaft von Trainer Fabio Celestini ist auch die aktuelle Form gut. Davon zeugen das Maximum von neun Punkten aus den letzten drei Meisterschaftspielen und der 2:1-Sieg im Viertelfinal in Lugano. Nach durchzogenen Leistungen im Herbst hat es Celestini zustande gebracht, die relativ vielen neuen Spieler in eine ernstzunehmende Einheit zu überführen.

Auch für Luzern ist die Chance im Cup historisch. Letztmals waren die Innerschweizer vor neun Jahren im Cupfinal. Gegen Basel verloren sie im Penaltyschiessen. Von der damaligen Mannschaft ist heute kein Spieler mehr im Luzerner Kader. Christian Schwegler, der am Ende dieser Saison aufhört, spielte seinerzeit in Salzburg.

Mit Luzerns letztem von drei Cup-Triumphen verbinden die alteingesessenen Luzerner unerfreuliche Erinnerungen. Am Ende jener Saison 1991/92 stiegen die Innerschweizer unter Trainer Friedel Rausch in die damalige NLB ab - und zwar auf dramatische Weise. Im Herbst verpassten sie die NLA-Finalrunde nur wegen der schlechteren Tordifferenz, und im Frühling, kurz nach dem Jubel über den Cupsieg, stiegen sie ebenfalls wegen der schlechteren Tordifferenz ab.

Im zweiten Cup-Halbfinal werden sich am Mittwoch um 17 Uhr Servette und St. Gallen in Genf gegenüberstehen.

  • Luzerns Trainer Fabio Celestini kann den Cup-Halbfinal in Aarau mit stoischer Ruhe angehen Bild: Keystone/URS FLUEELER
    1 / 4
  • Jubel im Schneetreiben im Brügglifeld: die Aarauer nach dem Cup-Coup gegen Sion Mitte Februar Bild: Keystone/ENNIO LEANZA
    2 / 4
  • Der Cupsieg 1985 im Wankdorf - ein grosser Tag in der Geschichte des FC Aarau. Stehend in der Mitte Trainer Ottmar Hitzfeld Bild: Keystone/STR
    3 / 4
  • Vor der Kulisse des alten Wankdorf: Trainer Friedel Rausch und Peter Nadig freuen sich über Luzerns Cupsieg 1992 Bild: Keystone/STR
    4 / 4
Keystone-SDA