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Genoni ist in seiner Zone

Leonardo Genoni liess sich im ersten Finalspiel nicht bezwingen Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY
National League – Der Zuger Keeper Leonardo Genoni beweist im ersten Finalspiel gegen Genève-Servette (1:0), dass er ein Mann für grosse Spiele ist.

In der abgelaufenen Qualifikation gelangen Genoni in 38 Partien zwei Shutouts. In den Playoffs blieb er nun im elften Spiel zum dritten Mal ungeschlagen. Der 33-Jährige läuft einmal mehr zur Hochform auf, wenn es zählt. Nicht umsonst ist er schon fünfmal Schweizer Meister geworden - dreimal mit dem HC Davos und zweimal mit dem SC Bern.

Genoni wäre nach dem ersten Finalspiel ein gefragter Mann gewesen, er gibt aktuell jedoch keine Interviews. "Er ist in seiner Zone. Das ist der Grund, warum er auf einem solch hohen Level spielt, wenn es darauf ankommt", sagt der Zuger Trainer Dan Tangnes. "Der mentale Aspekt ist seine grosse Stärke." Auf die Frage eines Journalisten, ob er der beste Keeper sei, denn er je gecoacht habe, antwortet Tangnes: "Er ist derjenige Torhüter, der das Spiel am besten liest."

Dass Genoni viele Schüsse hält, ist für den Norweger das eine - am Montag waren es 35. Lobende Worte hat er auch dafür, wie er den Puck spielt. Damit erschwere er den Genfern das Forechecking, was dazu führe, dass sie nicht so oft in ihrer Zone spielen müssten. "Das ist für uns ein grosser Bonus", führt Tangnes aus. "Zudem gibt er dem Team mit seiner Körpersprache viel Selbstvertrauen. Er sieht aus, als hätte er immer die Kontrolle, und diese hat er in der Regel auch." Dario Simion ergänzt, dass Genoni heute gezeigt habe, dass er der beste Goalie der Schweiz sei. "Er spielt sehr gut mit Druck."

Der Genfer Center Tanner Richard sagt auf Genoni angesprochen: "Er ist ein guter Torhüter, wir haben jedoch auch einen guten Goalie (Daniel Manzato). Schauen wir am Mittwoch weiter. Diesmal hat ein Turnover (von Henrik Tömmernes) die Partie entschieden. Wir spielten gut, hatten ebenfalls unsere Chancen." Sie müssten Genoni jedoch noch mehr die Sicht nehmen. "Nun gleichen wir in Genf aus und kommen nochmals hierher", gibt sich Richard kämpferisch.

Zweiter Zuger Matchwinner neben Genoni war Gregory Hofmann. Restlos zufrieden war der einzige Torschütze der Partie allerdings nicht: "Es gibt sicherlich noch Steigerungspotenzial." Nicht zufrieden war er mit dem Forechecking, "das wir nicht konsequent machten. Genf spielt sehr aggressiv, hat sehr gute Ausländer und einen guten Mix, es gilt allerdings, uns darauf zu konzentrieren, was wir besser machen müssen."

Dazu gehört das Powerplay. Im ersten Drittel brachten die Zuger während einer beinahe zwei Minuten dauernden doppelten Überzahl kein Tor zu Stande. "Danach hatte ich etwas Angst", gibt Tangnes zu. "Wir spielten jedoch sehr stabil während 60 Minuten. Unsere Leistung in der defensiven Zone hat uns erlaubt, das Spiel zu gewinnen." Und natürlich Genoni.

Keystone-SDA