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Altendorf
29.04.2021

Geplanter Ersatzbau auf Suterweg nicht ohne Diskussionen an Urne überwiesen

So soll der Ersatzbau für das Haus am Suterweg aussehen. Bild: Anouk Arbenz
An der Gemeindeversammlung von Altendorf wurden zehn Traktanden behandelt. Dass die Versammlung zwei Stunden dauerte, ist dem Thema Ersatzbau «Bisigwis/Suter» geschuldet, zu dem es viele Meinungen gab.

Bis zum letzten Traktandum gab es nur eine einzige Wortmeldung. Dann kam reichlich Bewegung in die Altendörfler Gemeindeversammlung, der am Mittwoch rund 120 Personen beiwohnten. Das Mikrofon wurde sieben, acht Mal herumgereicht, dessen Verantwortlicher musste hin- und herhuschen, von der letzten Reihe zur vordersten und wieder zurück. Was war da los?

Es ging um die Beschlussfassung über den Ersatzbau des Hauses am Suterweg 21 in Altendorf. Die Gemeinde hatte das Gebäude im Jahr 1990 gekauft, jetzt ist es baufällig und muss ersetzt oder zumindest abgerissen werden. Der Gemeinderat möchte ein Mehrfamilienhaus mit zwei 3,5-Zimmer-Wohnungen für insgesamt 1,6 Millionen Franken bauen lassen. Eine Bewilligung habe das Amt für Raumentwicklung bereits in Aussicht gestellt, wie Gemeinderat Christian Iten an der Versammlung mitteilte. 

Ein Dutzend Wortmeldungen

Mindestens zwei Stimmbürger waren der Ansicht, dass die Bevölkerung nicht gut genug informiert worden war, dass auf der Webseite Details zum Projekt und zur Vorgeschichte fehlten. Anträge diesbezüglich wurden gestellt und zurückgenommen, nachdem Gemeindepräsident Beat Keller erklärte, dass man viel Geld in die Hand nehmen müsste, wenn man noch vor der Urnenabstimmung das Projekt im Detail ausarbeiten wollte. Man werde jedoch dazu sehen, – wo sinnvoll – auf der Webseite noch mehr Informationen zu veröffentlichen. 

  • Der geplante Ersatzbau am Suterweg 21 orientiert sich in der Gestaltung und Formgebung am alten Bauernhaus. Bild: Anouk Arbenz
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  • Das Haus am Suterweg 21 muss abgerissen werden, da es sehr baufällig ist. Bild: Anouk Arbenz
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Anderen, die sich aus beruflichen Gründen mit Immobilien auskennen, gefiel die tiefe Rendite des geplanten Hauses nicht. «Es ist eine Wertvernichtung, nicht eine Werterhaltung.» Es wurde kritisiert, dass nicht mit den heutigen Landpreisen gerechnet wird. Jemand schlug vor, dass Kriterien festgelegt werden sollten für die Personen, die künftig dort einziehen. Den genannten Sorgen begegnete Keller bestimmt: «Lieber weisen wir eine tiefe Rendite aus, halten dafür aber auch, was wir versprechen.» Und: «Wir werden uns die potenziellen Bewohner  sehr genau anschauen.» Gewisse Bürger störte allgemein, dass «die Gemeinde jetzt ins Immobilienbusiness einsteigt» und andere Private verdränge, da die Gemeinde eher zu einer Hypothek komme. 

Ein Stimmbürger verlangte, dass das Haus im Minergie-Eco gebaut wird, und stellte den Antrag, das Budget dafür um 160'000 Franken zu erhöhen. Es gab aber auch Stimmen, die den Gemeinderat in seinem Vorhaben unterstützten und sich für dessen Antrag stark machten. Schliesslich folgte eine deutliche Mehrheit dem Antrag des Gemeinderats und überwies das Sachgeschäft damit an die Urne.

Weniger Geld ausgegeben

Säckelmeister Markus Suter präsentierte die Rechnung 2020 mit einem Minus von rund 162'560 Franken. Damit schliesst die Rechnung um 2,39 Mio. Franken besser als budgetiert. Grund dafür sind Mehreinnahmen bei den Steuern, Ergebnis-Verbesserungen in allen Verwaltungsbereichen und nicht ausgeführte Investitionen. Rechnung und Nachkredite – die so tief ausfallen, dass sie an der Versammlung nicht näher ausgeführt wurden – hiess die Versammlung bis auf eine Enthaltung einstimmig gut. Auch die Abstimmung zum Zusatzkredit für die Schulraumerweiterung und die Parkierungsanlage respektive den Planungs- und Projekwettbewerbskredit dafür fiel eindeutig aus. Ebenso wurde das Sachgeschäft über die Revision des Friedhofreglements, welches Gemeinderat Eduard Knobel vorstellte, angenommen und unverändert an die Urne überwiesen.

News zu aktuellen Projekten

Corona: Altendorf hatte im Vergleich zu anderen Gemeinden im Kanton Schwyz im Herbst sehr viele Coronafälle. Dieses Jahr sei man aber wieder unter dem Durchschnitt. Die Massnahmen seien strikte durchgezogen worden und müssen weiter eingehalten werden. 

Breitenstrasse: Mit der Sanierung im Herbst gestartet, schreiten gut voran

Bilstenstrassen: Verbreiterung des Trottoirs. Wird zugewartet, bis Arbeiten (2. Etappe) bei der Pfarrweid Altendorf fertig sind.

Bleikenweg: Schlussstrich gezogen. Hat eine Vereinbarung treffen können. Damit sollten beide Seiten gut leben können.

Bräggerhof: Freizeitverhalten hat sich stärker in die Natur verschoben. Massiven Zulauf. Wenn öffentliche Plätze belegt sind, dürfen weitere dafür vorgesehene Parkplätze weiter unten genutzt werden.

Schulhauserweiterung: Planungsarbeiten laufen auf Hochtouren. Beat Keller: «Wir hoffen, bald den Kredit und die Bauvorlage der Bevölkerung vorlegen zu können.»

Park am See: Das Bundesgericht muss beurteilen, wie wir die Baustelle erschliessen dürfen. Bauen werden wir den Park so oder so. Es wird aber teurer, wenn wir über den See transportieren müssen. 

Hafenweg:  soll baulich verbessert und als Wander- und Veloweg signalisiert werden. Eine öffentliche Ausschreibung werde demnächst im Amtsblatt veröffentlicht.

Renaturierung Talbach: Beat Keller: Wir wollen eine Lösung finden, die sowohl für die Landeigentümer als auch für die Natur tragbar ist. 

Fitnessparcours: Wird in den nächsten Wochen umgesetzt.

Öffentliches WC: Vor 20 Monaten installiert. Über Ostern 4'000 Besucher auf dem WC gewesen. 

Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24