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Vorderthal
30.04.2021

In Vorderthal läuft das Projekt «Naschgarten»

Alice Schneider ruft ihre Lernenden zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Alice Schneider ruft ihre Lernenden zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Bild: Urs Attinger
Die Schule Vorderthal führt zweimal im Jahr Projekttage durch. Heuer heisst ein Thema «Naschgarten». Die Kinder sollen lernen, saisonal und regional zu gärtnern und später auch zu kochen.

Die Kinder in Vorderthal sind sicher mehr mit der Scholle und der Natur verbunden als Stadtkinder. «Wir wollen ihnen aber doch die saisonalen, regionalen und umweltfreundlichen Aspekte des Lebens mit auf den Weg geben», erzählt Alice Schneider, Primarlehrerin in Vorderthal. Sie leitet den Workshop «Naschgarten», zu dem sich die Lernenden nach ihren Neigungen anmelden konnten. Zur Auswahl standen auch Workshops zum Jahresthema Farben herstellen, lernen, wie viel Energie es braucht, bis ein T-Shirt gefärbt ist oder Papierbatik basteln.

Aus Interesse mitmachen

Der Naschgarten ist ein Projekt, das von der Lehrkraft und den Lernenden gemeinsam gestartet wurde. Ziel des Projekts ist, dass alle nach ihren Bedürfnissen lernen können. Schneider selber sagt, sie brenne für den Garten: «Ich habe einen starken Bezug zum Gärtnern, habe selber einen grossen Selbstversorgergarten und möchte den einen oder anderen Funken überspringen lassen.» Dies kann dann besser gelingen, wenn die Schülerinnen und Schüler aus Interesse mitmachen, was bei Projekttagen eher gegeben ist als im normalen Unterricht. Dann nämlich, wenn sie wählen können, was sie machen wollen.

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Eigentlich ist das Gärtnern kein neues Thema für die Vorderthaler Schüler. Denn es existiert bereits ein Schulgarten auf dem Schulhausgelände. Der Naschgarten nutzt jedoch nicht nur den vorhandenen Boden um das Schulhaus, sondern vor allem Hochbeete und Töpfe. Diese werden auf dem Pausenplatz so angeordnet und mit Holzpaletten so verbunden, dass ein Rückzugsort zum Naschen entsteht. «Damit erreichen wir eine echte Aufwertung des Pausenplatzes», frohlockt Schneider.

Auf Schenkungen angewiesen

Im Naschgarten soll vieles gedeihen, vor allem aber Raritäten und Spezialitäten. Johannis- und Erdbeeren sollen ebenso wachsen wie Halmoder Federkohl, aber auch Pflücksalate und Blattradieschen sollen ihren Platz bekommen. Vieles hat Schneider selberangezogen, einiges hat sie von Freunden erhalten, denn das Budget reicht für ein solches Projekt niemals aus. «Wir waren angewiesen auf Schenkungen», sagt die Lehrerin. Auch die drei kubischen Hochbeete, die der Schulhausabwart Charly Züger zusammen mit den Lernenden mit Erde gefüllt hat, sind ein Geschenk des Gartencenters Meier in Dürnten.

Wenn die Pflänzchen einmal etwas gediehen sind, werden die Projekttage längst Vergangenheit sein. Aber das Ansäen und Umtopfen können die Kinder von Vorderthal in normalen Schulstunden erledigen. Es wurde darauf geschaut, dass die Pflanzen möglichst robust sind und auch ein Gewitterüberstehen können. Exoten sind keine dabei, alles ist regional und saisonal.

Urs Attinger, Redaktion March24 & Höfe24