Lachen
20.02.2020

Doch noch Anklage gegen Porno-Dienst

Im dritten Anlauf erfolgreich: Die Anklage gegen die Obligo AG in Lachen.
Eine Firma aus Lachen soll daran beteiligt sein, Personen mit kostspieligen Porno-Abonnementen abzuzocken. Untersuchungen der Staatsanwaltschaft March blieben mehrmals ohne Erfolg – bis jetzt.

von Oliver Bosse

Die Firma Obligo AG mit Sitz in Lachen wird schon seit Jahren verdächtigt, mit unlauteren Methoden Privatpersonen zum Abschluss eines Porno-Abos gebracht zu haben. Konkret soll sie Konsumenten darüber getäuscht haben, sie würden ein Gratisangebot in Anspruch nehmen, welches sich jedoch nach drei Tagen automatisch in ein kostenpflichtiges Abonnement umwandelte sowie unter 16-jährigen Personen pornografisches Material zugänglich gemacht haben.

Zwei Anläufe der Staatsanwaltschaft March, die Firma dafür vor Gericht zu bringen, scheiterten aber bisher. Grund: Auf die Kosten des Abonnements werde mehrfach hingewiesen, die Kunden müssten ausserdem ihre Handynummer bekanntgeben und den Zugang über einen Link freischalten. Es bestünde sogar die Möglichkeit einer kostenlosen Kündigung innert 72 Stunden, stellte die Staatsanwaltschaft fest.

Im dritten Anlauf haben sich nun offensichtlich endlich stichhaltige Beweise ergeben. Die Staatsanwaltschaft hat gemäss einer Medienmitteilung Anklage beim Bezirksgericht March gegen die Firma erhoben.

Weitere Anzeigen unerwünscht

Nach wie vor gingen Anzeigen gegen die Obligo AG ein, heisst es in der Medienmitteilung weiter. «Diese können nicht mehr in die bereits an das Gericht überwiesene Anklage aufgenommen werden. Die entsprechenden Verfahren werden bis zum rechtskräftigen Gerichtsentscheid sistiert», schreibt die Staatsanwaltschaft. «In Anbetracht dessen weist die Staatsanwaltschaft darauf hin, dass weitere Anzeigen gegen die Obligo AG wenig zielführend sind. Insbesondere verfügt die Staatsanwaltschaft nicht über die rechtliche Kompetenz dafür zu sorgen, dass die Obligo AG ihre Geldforderungen gegenüber den Geschädigten erlässt und keine Betreibungen einleitet.» Schliesslich würden auch nicht sämtliche Forderungen der Firma im Zusammenhang mit dem Strafverfahren stehen.

obo