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Feusisberg
16.02.2020

Erstes Mitgliedertreffen der IG Pro Feusisgarten

Artur Beul, Feusisgarten, 1979
Die erste Mitgliederversammlung der IG Pro Feusisgarten fand am letzten Donnerstag im La Vista/Feusisgarten statt und war rege besucht. Zwei Wochen nach dem erstmaligen Auftreten in der Öffentlichkeit im November letzten Jahres war die Zahl von 100 überschritten, aktuell sind es bereits über 150 zahlende Mitglieder.

An der Versammlung wurden bisher völlig unbekannte Details zur Geschichte des Feusisgartens präsentiert. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die deutschen Schriftsteller Oda Schaefer (1900-1988) und Horst Lange (1904-1971) über Vermittlung von Erich Kästner vom Zürcher Theaterdirektor Kurt Hirschfeld zu einem Aufenthalt in die Schweiz eingeladen. Max Frisch kümmerte sich um die Unterbringung und brachte die beiden in den Feusisgarten, wo sie sich 1947-1948 aufhielten. Oda Schaefer beschreibt diese Zeit in ihren Erinnerungen «Die leuchtenden Feste über der Trauer». 

Oda Schaefers dichterisches Werk ist vielseitig, besonders bekannt ist sie für ihre Gedichte. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Der erfolgreiche Kinofilm «Poll» aus dem Jahre 2012 handelt von ihrer Jugend in Estland. 

Horst Lange gehört zu den grossen deutschen Dichtern der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Sein bekanntester Roman ist «Schwarze Weide», der von Schriftstellern wie Gottfried Benn, Günter Eich und Wolfgang Koeppen als Werk von bleibendem Rang eingestuft wurde. Langes Erzählung «Die Leuchtkugeln» wurde von Carl Zuckmayer als «das beste und menschlichste Kriegsbuch des Zweiten Weltkriegs» gelobt. 

Einen weiteren Fund zur Kulturgeschichte des Feusisgartens verdanken wir einem Kunstfreund aus Einsiedeln: Es ist ein Aquarell des Schweizer Liederkomponisten und Malers Artur Beul (1915-2010), das die Terrasse des Feusisgartens mit Blick auf den Zürichsee zeigt. Beul stammt aus Einsiedeln und ist der bekannteste Schlagerkomponist der Schweiz aus den 1950er und 1960er-Jahren, Schöpfer zahlreicher Evergreens wie «Nach em Räge schint Sunne» oder «Stägeli uf, Stägeli ab». Daneben war Beul auch Maler und hielt sich zehn Jahre lang in den Künstlerkolonien an der Côte d’Azur auf. 2018 gab es die Ausstellung «Artur Beul – Bilderwelt» im Foyer des Chärnehus Einsiedeln.

red