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07.04.2021

Verwarnung und Anzeige für Wirtin

Das Take-away-Angebot läuft weiter: Das «Älpli» wird aber nach Gesetzesverstössen ermahnt. Bild: mtr
Das Restaurant «Älpli» darf weitermachen. Die Gemeinde Gommiswald verzichtet auf den Entzug des Wirtepatents der Märchlerin. Es läuft aber eine Strafuntersuchung wegen verschiedener Tatbestände.

Ernüchterung macht sich bei der Wirtin nach der illegalen Party vor einem Monat nicht bemerkbar. 90 Personen im Gommiswaldner Restaurant «Älpli» lösten damals einen Polizeieinsatz mit rund zwölf Beamten aus (wir berichteten). Die Wirtin Ramona Kessler zeigt  jedoch keine Reue. Obschon im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie der Betrieb von Restaurationsbetrieben verboten ist – und nun gegen sie eine Strafuntersuchung läuft.

Auf der Website des Restaurants «Älpli» schreibt sie, dass sie gegen die Staatsanwältin vorgehen will, «da der Durchsuchungsbefehl und manch anderes falsch lief». Die Strafanzeige hat die Gemeinde Gommiswald erstattet. Dies infolge Missachtung der geltenden Bestimmungen, wie die Gemeinde am Dienstag mitteilte.

Der Gemeinderat liess sich Zeit und hat die möglichen Konsequenzen für die Wirtin in zwei Sitzungen diskutiert. Gemeindepräsident Peter Hüppi sagt: «Wir wollten keine Kurzschlusshandlung fällen und haben parallel dazu mit dem Kanton abgeklärt, was innerhalb der Gesetzgebung überhaupt möglich ist.»

Bis dato unauffälliger Betrieb

Auf den Entzug des Gastwirtschaftspatents verzichtet die Gemeinde. Obwohl die Wirtin vor der Veranstaltung über diese mögliche Konsequenz mündlich unterrichtet wurde. Diese Verwarnung wurde nun zusätzlich schriftlich ausgesprochen. Ein direkter Patententzug wäre nicht verhältnismässig, da bis dato die Betriebsinhaberin den Betrieb gesetzeskonform geführt habe, schreibt die Gemeinde in ihrer Medienmitteilung. 

Bei einer erneuten Missachtung wird aber erwogen, das Patent unmittelbar zu entziehen. Man stehe hierfür in Kontakt mit der Polizei, sagt Gemeindepräsident Hüppi. «Wir verurteilen das Verhalten der Wirtin ganz klar.» Das Zeichen, das gegenüber anderen Gastrobetrieben ausgesendet wurde, «ist ganz schlecht». Zudem glaubt Hüppi nicht, dass sich der illegale Anlass finanziell gelohnt habe.

Tatsächlich verlor das «Älpli» seinen Anspruch auf Härtefallhilfen des Kantons. Auf der Website des Restaurants schreibt die Wirtin aber, dass sie aufgrund von einem zu hohen Umsatz im letzten Jahr ohnehin nicht anspruchsberechtigt gewesen wäre. 

Der Gommiswaldner Gemeinderat hat Verständnis für die zurzeit schwierige Lage für die Gastgewerbebetriebe. Er kann aber die Missachtung von geltenden Bestimmungen der Betriebsinhaberin nicht tolerieren.

Zwei Widerhandlungen

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Widerhandlung gegen die Covid-19-Verordnung und zudem wegen Missachtung einer polizeilichen Anordnung. Denn die Kantonspolizei versuchte, vor und während des Fests die Wirtin zu ermuntern, den Anlass abzusagen. Das geschah nicht.

Darum erhielten einige der 90 Teilnehmenden eine Busse in der Höhe von 100 Franken. Sie wollen diese wieder zurückschicken. Was eine Anzeige nach sich zieht – wie bei der Wirtin wird es darum noch dauern, bis das genaue Strafmass bekannt wird.

Fabio Wyss, March24