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Altendorf
11.04.2021

Wieder eine neue Defibrillatorkarte

In jedem Märchler Dorf hat es einen oder mehrere Defibrillatoren. Die Karte kann vergrössert werden, die App navigiert im Ernstfall direkt zum nächsten AED. Bild: pp
Erleidet jemand einen Herzstillstand, kommt es auf jede Minute an. Umso wichtiger ist es, schnell herauszufinden, wo sich der nächste Defibrillator befindet. Eine neue Karte mit App soll dies vereinfachen.

Der Einsatz von Defibrillatoren ist bei rund einem Drittel der Herzstillstand-Fälle sinnvoll, nämlich dann, wenn ein Herzkammerflimmern vorliegt. Ob das der Fall ist oder nicht, erkennt das Gerät selber, sobald die Elektroden angebracht sind. Das ist eine gute Nachricht für alle Laien. Sie können mit den Geräten, die auch an diversen Ausserschwyzer Gebäuden angebracht sind, eigentlich nichts falsch machen. 

Aber: Aktuell kommen in der Schweiz bei von Laien beobachteten Herzstillständen nur in 6,5 Prozent aller Fälle Defibrillatoren zum Einsatz. Die Rechnung ist einfach: Wenn dieser Wert steigt, könnten mehr Leben gerettet werden. Dazu braucht es eine unkomplizierte und vor allem schnelle Übersicht, wo sich der nächste Defibrillator befindet.

Es gibt mehrere Karten

In den letzten Monaten und Jahren berichtete diese Zeitung in regelmässigen Abständen, teils sogar monatlich, über neue Defibrillatoren in March und Höfen sowie deren Standorte. Das grösste Problem lag bisher dabei, all diese Informationen und Standorte zentral abzulegen, um sie im Ernstfall möglichst schnell ausfindig zu machen.

Zwar gibt es im Schwyzer Webgis ein Verzeichnis der öffentlich zugänglichen Defibrillatoren in unserem Kanton, aber auch die Schreibende musste sich zuerst orientieren, wie man diese am schnellsten findet (Geokategorie «Gesundheit» wählen und dann «AED-Standorte» anklicken). 

Aber was, wenn ich mich ausserhalb des Kantons Schwyz befinde? Oder nur schon in einem Dorf, wo ich mich nicht gut auskenne? Hier kommt die neue Defikarte.ch ins Spiel. In der ganzen Schweiz sind Defibrillator-Standorte vermerkt, die zugehörige App navigiert einen sogar zum nächsten Gerät. 

Wichtig zu wissen ist zudem, dass grün angezeigte Defis 24 Stunden am Tag zugänglich sind, orange angezeigte sind nur mit gewissen Einschränkungen erreichbar.

Standort der meisten Geräte unbekannt

Das Problem der neuen Defi-Karte: Von den schätzungsweise 15 000 Defibrillatoren in der Schweiz sind derzeit nur etwa 4600 auf der Karte eingetragen. Noch nicht eingetragene Geräte können direkt auf der Website gemeldet werden. Firmen, Gemeinden und Privatpersonen sind deshalb dazu aufgerufen, ihnen bekannte Standorte einzutragen.

Die Abdeckung in Ausserschwyz mit neuen Defis hat im Verlaufe des letzten Jahres eine Verbesserung erfahren. Zum Beispiel in der Gemeinde Altendorf ist im Siedlungsgebiet in Umkreisen von 500 Metern immer ein öffentlicher Defibrillator installiert. Auch beim Hornbach in Galgenen sind zwei AEDs (Automatisierter Externer Defibrillator) sowie im und um das Spital Lachen sogar vier vorhanden. Diese sind auf der Defikarte jedoch noch nicht eingetragen. Im letzten November startete ausserdem das Projekt «ein Defibrillator für alle Gemeinden», Das von den Bezirken March und Höfe finanziert wird. Sobald die neue Defi-Karte noch aktueller wird, bietet sie der Bevölkerung einen Mehrwert.

Patrizia Baumgartner, Redaktion March24 & Höfe 24