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Sport
01.04.2021
06.04.2021 13:42 Uhr

Leider nein: Wird Wollerau zum Epizentrum des Schweizer Sports?

Sieht so das zukünftige Epizentrum des Schweizer Sports im Wollerauer Erlenmoos aus? Erste Visualisierungen zum Projekt zeigen eine Mega-Sportanlage. Bild: Visualisierung zvg
Grosse Pläne im Erlenmoos: Es soll ein supermoderner 170-Millionen-Sportpark entstehen. Dahinter steht eine sportbegeisterte, regionale Investorengruppe rund um einen schweizweit bekannten, lokalen Sportförderer. - SPOILER- das war ein 1. April-Scherz!

Information der Redaktion: 

Der grosse Sportpark bleibt aus

«Wir haben uns für eine kurze Zeit gefreut», war eine der Reaktionen von Sportlern auf untenstehenden Artikel vom 1. April. «Leider haben wir aber schnell gemerkt, dass es sich um einen Aprilscherz handeln muss.» Der geplante grosse Sportpark im Erlenmoos in Wollerau entsprang einer Idee der Sportredaktion. «Sollte der Sportpark kommen, würden wir im Erlenmoos eine U-Bahn-Station bauen», gab sich Wolleraus Gemeindepräsident Christian Marty vor Ort schmunzelnd locker.

Er liess es sich nicht nehmen, dem «Infostand» im Erlenmoos einen persönlichen Besuch abzustatten. Weitere Passanten und ein paar wenige Interessierte profitierten bei herrlichem Frühlingswetter vom kleinen Geschenk der Redaktion: ein Satz Jasskarten. Damit ist ebenfalls, wenn auch in einem kleinen Umfang, eine sportliche Aktivität in den eigenen vier Wänden möglich. 

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Es ist eine Neuigkeit, die jedem Sportfan in der Schweiz und der Region das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Im Erlenmoos in Wollerau soll nicht nur ein ­Eishockeystadion gebaut werden (wir berichteten), sondern eine ­riesige Sportanlage inklusive Fussball- und Eisstadion, Tennisplätzen mit Halle, Dreifachturnhalle sowie ein hochmodernes und technologisiertes Trainingszentrum entstehen. Als Vorbild für das Projekt dienen das erst vor wenigen Jahren eröffnete OYM-Trainingszentrum in Cham und das Nationale Sportzentrum in Magglingen. Das Projekt läuft unter dem Arbeitstitel «Sportpark Wollerau».

Lokale Investorengruppe

Hinter dem Projekt steht eine lokale Investorengruppe um den Wollerauer Sport-Förderer Michael Hartweg.

Michael Hartweg Bild: ff

Wie dieser auf Anfrage sagt, nimmt er mit dem Wollerauer Mega-Sportzentrum sein nächstes Projekt in Angriff. «Nun wird es Zeit, weitere Grundlagen für eine erfolgreiche Schweizer Sportlandschaft zu schaffen.» In Wollerau, das aufgrund seiner guten Lage mit der Nähe zu Zürich optimal für ein solches Zentrum geeignet ist, soll ein Sportkomplex der Superlativen entstehen. «Unser Ziel ist, dass grundsätzlich alle Schweizer Sportler im Erlenmoos die allerbesten Trainingsmöglichkeiten erhalten», sagt Hartweg weiter.

Kosten soll das Projekt alles in allem knapp 170 Millionen Franken. Hartweg hofft auf finanzielle Unterstützung aus Bern. «Von diesem Zentrum würde schliesslich der ganze Schweizer Sport profitieren.»

Infostand im Erlenmoos

Wer mehr über das Projekt erfahren will, kann dies heute tun. Von 13 bis 14 Uhr geben die Verantwortlichen des Projekts auf dem Parkplatz vor dem Restaurant Erlenmoos über die geplante Mega-Anlage an einem Infostand Auskunft. Für Interessierte gibt es auch ein kleines Geschenk.

Spezielles Fussballstadion

Ein grosser Teil der Kosten entfällt mit knapp 100 Millionen auf das ­geplante Fussballstadion. Das ist viel Geld. Doch das Stadion würde auch mit einem Hintergedanken gebaut. So dürften Trainingsspiele der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft künftig in Wollerau stattfinden. Die Kapazität von 15 000 Zuschauern ist vergleichbar mit der Luzerner Swissporarena oder dem Schaffhauser Lipo-Park. Beides attraktive Sportarenen.

So sieht ein Querschnitt des geplanten Fussballstadions aus. Bild: zvg

Hinzu kommt, dass die Schweizer Nati immer wieder im Feusisberger Hotel Panorama zu Gast ist und in Freienbach oder Rapperswil trainiert. Wie Nati-Mediensprecher Adrian Arnold auf Anfrage sagt, würde man sich über einen Sportpark im Erlenmoos freuen. «Wir waren jetzt schon immer gerne in Feusisberg zu Gast. Wenn die Trainings- und Spielmöglichkeiten dann so nah sind, ist das natürlich toll.» Das spart dem Schweizer Fussballverband Zeit und Kosten.

Weniger Freude am Projekt hat der Drittligist FC Wollerau, dessen ­Plätze dem neuen Sportkomplex Platz machen müssten. «Im Stadion spielen ­wäre für uns keine Option», sagt Präsident Fabian Meier auf Anfrage. Der FC Wollerau müsste also gezwungenermassen eine andere Spielstätte suchen. Eine erweiterte Zusammenarbeit mit Freienbach – wie bereits im Juniorenbereich – ist denkbar. Gespräche haben noch keine stattgefunden.

Das Stadion hat aber noch einen anderen Vorteil. Da es in den Boden gebaut und der Rasen heruntergelassen und ausgetauscht werden kann, kann die Kapazität bis auf 25 000 Zuschauer erhöht werden. Das ermöglicht auch die Durchführung von weiteren Grossanlässen. «Eine hervorragende Möglichkeit, das geplante ESAF 2034 in Wollerau durchzuführen», sagt der Präsident des Schwingklubs March-Höfe Reto Kümin dazu.

«Eine Wollerauer Eishalle gäbe uns neue Möglichkeiten.»
Markus Bütler, Geschäftsführer SCRJ Lakers

Dem Bedarf nach Eisflächen wird entsprochen

Der zweite grössere Kostenpunkt wäre die Eishalle, die im Erlenmoos sowieso schon geplant ist. Die Kosten für die Halle mit eingebautem Restaurant würden sich auf knapp 40 Millionen Franken belaufen. Das Stadion soll 5000 Zuschauerinnen und Zuschauern Platz bieten. Mit der Arena soll dem erhöhten Bedarf an Eisflächen in der Region entsprochen werden.

So zeigen sich zum Beispiel die SCRJ Lakers begeistert vom Projekt. «Weil wir unsere eigene Trainingshalle nicht bauen können und unser Aussen­eisfeld seine Lebensdauer bald erreicht hat, gäbe uns eine Wollerauer Eishalle neue Möglichkeiten», sagt Geschäftsführer Markus Bütler.

Nachhaltig und umweltfreundlich

Zu den beiden Grossprojekten hinzu kommen eine Dreifachturnhalle, eine renovierte Tennishalle, Volleyballfelder, Restaurants, Räume für medizinische Checks sowie hochmoderne und perfekt ausge­rüstete Trainingsmöglichkeiten. Die Kosten für diese Bereiche sind mit knapp 30 Millionen Franken berechnet. Speziell am Projekt ist ausserdem, dass alles miteinander verbunden ist und die Wege kurz gehalten werden. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Anlagen umweltfreundlich und nachhaltig betrieben werden, unter anderem mit Solarenergie.

«Damit könnten wir in der ganzen Schweiz eine Vorreiterrolle übernehmen.»
Christian Marty, Gemeindepräsident Wollerau

Bei der Gemeinde Wollerau stösst die Idee auf positive Reaktionen. Für Gemeindepräsident Christian Marty wäre ein solcher Sportpark eine grosse Chance für Wollerau. «Damit könnten wir in der ganzen Schweiz eine Vorreiterrolle übernehmen und dem Schweizer Sport eine einmalige Möglichkeit bieten», sagt er. Bis der Spatenstich für das Projekt «Sportpark Wollerau» tatsächlich erfolgt, gibt es noch viele Hürden zu überwinden. Geträumt werden darf von der Mega-Anlage schon heute.

Franz Feldmann und Lars Morger, Sportredaktion March24 & Höfe24