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Lachen
25.02.2021

Nutzung von Wohnräumen klarer reglementieren

Überteuerter Wohnraum, der gewissen Wohnstandards nicht genügt: Besonders im Kern von Lachen zeige sich das Problem der «Umnutzung von Altliegenschaften in Gemeinschaftsunterkünfte», sagt Gemeindepräsident Emil Woodtli auf Anfrage. Bild: Lars Morger
Der Gemeinderat Lachen will eine Planungszone für das gesamte Gemeindegebiet festlegen.

In den vergangenen zwei Jahren musste in der Gemeinde Lachen wiederholt festgestellt werden, dass Wohnungen oder Zimmer in Altliegenschaften zu eigentlichen «Gemeinschaftsunterkünften» umfunktioniert wurden. Solche Nutzungsänderungen ausserhalb von Bewilligungsverfahren erfolgten teilweise ohne bauliche Massnahmen. In anderen Fällen waren sie mit baulichen Vorkehrungen verbunden.

Standards nicht eingehalten

«Der Gemeinderat ist nicht gewillt, diese Umnutzung von Altliegenschaften in Gemeinschaftsunterkünfte hinzunehmen, wenn dabei gleichzeitig minimale wohnhygienische Standards nicht eingehalten werden», schreibt dieser in seiner Medienmitteilung. So fehlten etwa geschlechtergetrennte Waschräume, ausreichende Kochgelegenheiten oder Aufenthaltsräume. Durch solche Umnutzungen liesse sich die Rentabilität einer Altliegenschaft auch ohne grössere Investitionen massiv steigern. «Dies wird an gewissen Liegenschaften denn auch immer deutlicher ablesbar. Und dies wiederum widerspricht den Zielen der Kernerneuerung Lachen.»

Nach einer Prüfung der relevanten Sach- und Rechtslage kam der Gemeinderat zum Schluss, dass der Bedarf nach einer Reglementierung für die Bedingungen zur Umnutzung von bestehenden Wohnungen und Hotelzimmern oder von anderen bisher nicht zu Wohnzwecken genutzten Flächen in Gemeinschaftsunterkünfte ausgewiesen ist. Es soll deshalb eine spezielle Bestimmung ins Planungsund Baureglement der Gemeinde Lachen (PBR) aufgenommen werden. Dort sollen wohnhygienische undräumliche Mindestanforderungen gesetzlich definiert werden.

Problematische Änderungen

Der Gemeinderat hat aus den genannten Gründen beschlossen, eine vorläufige Regelung sofort als Planungszone zu erlassen. Diese Planungszone wird im morgigen Amtsblatt publiziert. Das bedeutet, dass bei künftigen Nutzungsänderungen (Gemeinschaftsunterkünfte) die als Planungsabsicht formulierten Anforderungen bereits erfüllt sein müssen. Mit der Festsetzung einer Planungszone, diewährend dreier Jahre Gültigkeit hat und um weitere zwei Jahre verlängert werden kann, wird nun eine Hygienebestimmung ins kommunale Planungs- und Baureglement (PBR) aufgenommen, die als hinreichende Rechtsgrundlage für die Bewilligung respektive die Nichtbewilligung von hygienisch problematischen Nutzungsänderungen – sogenannten «Gemeinschaftsunterkünften» – genügt.

Die Planungszone wird mit der öffentlichen Auflage für jedermann verbindlich und umfasst das gesamte Gemeindegebiet. «Während der Frist der Planungszone darf nichts unternommen werden, was der Nutzungsplanung zuwiderlaufen könnte.» Während der Auflagefrist von 30 Tagen kann, wer durch die Planungszone in seinen Interessen berührt ist, beim Gemeinderat Einsprache erheben.

Redaktion March24 und Höfe24