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Kanton
27.01.2021
26.01.2021 11:02 Uhr

Multimillionärin bezichtigt Ex-Ehemann der Veruntreuung

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, mit dem Geld seiner Frau unter anderem einen Tesla für 99'000 Euro gekauft zu haben. Bild: zvg
Die Staatsanwaltschaft fordert für den beschuldigten Schweizer eine Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren.

Die heute 59-jährige Erbin einer bekannten Zürcher Industriellenfamilie verfügte 2005, als sie heiratete und mit ihrem Ehemann in Lachen wohnte, über ein Vermögen von rund 20 Millionen Franken. Als sie 2003 den heute 63-jährigen Schweizer kennenlernte, arbeitete dieser als professioneller Vermögensverwalter und beriet die Frau in Versicherungsangelegenheiten. Er besass zwar Liegenschaften, aber verfügte nur über ein bescheidenes Vermögen. Nach der Heirat – es wurde kein Ehevertrag abgeschlossen – kümmerte er sich um die finanziellen Angelegenheiten des Paares und erhielt Vollmachten über die Bankkonten der Ehefrau.

Veruntreuung und ungetreue Geschäftsführung vorgeworfen

Die Ehe ging 2015 in Brüche, die beiden trennten sich. Die Scheidung ist nach wie vor in Gang und verläuft alles andere als friedlich. Gegen den Ex-Ehemann wurde vor dem Schwyzer Strafgericht prozessiert. Ihm werden mehrfache Veruntreuung und ungetreue Geschäftsführung vorgeworfen. So soll er im wesentlichen mit Geld der Ehefrau Firmen gekauft haben, deren Aktien er auf seinen Namen überschrieb. Als einziger Verwaltungsrat soll er sich von einem dieser Unternehmen unter anderem persönlich Darlehen gewährt, sich für seine Dienste königlich bezahlt und so das Unternehmen ausgehöhlt haben.

Zudem wird ihm vorgeworfen, mit dem Geld seiner Frau einen Tesla für 99'000 Euro gekauft zu haben sowie als Verwalter und Miteigentümer einer Liegenschaft in Zürich nach der Trennung die Mieteinnahmen für sich eingestrichen zu haben, statt diese mit seiner Frau zu teilen. Jetzt weigere er sich, seiner Frau Gelder und Aktien – es werden gesamthaft rund zehn Millionen Franken geltend gemacht – zurückzuzahlen. Der Staatsanwalt fordert für den Mann eine Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren.

Durchaus bereit, etwas zurückzuzahlen

In seinem Schlusswort sagte der Beschuldigte, dass seine Ex-Ehefrau ihn finanziell vernichten wolle. Er sei bereit, Gelder zurückzuzahlen. Aber seine Ex-Frau verlange zu viel, so dass er dann gar nichts mehr habe, obwohl er das gemeinsame Vermögen durchaus auch vermehrt habe.

Das Urteil des Strafgerichts steht noch aus und wird schriftlich eröffnet.

Ruggero Vercellone